Magisterarbeit, 2010
129 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Frauen als Feinde der athenischen Gesellschaft
2.1. Gorgonen — Frauen in Dämonengestalt
2.2. Mänaden — Rasende und ekstatische Frauen
2.3. Amazonen — Frauen mit männlichen Eigenschaften
2.4. Fazit
3. Göttinnen und Personifikationen — Frauen als höhere Wesen
3.1. Athene — Göttin des Krieges
3.2. Nike — Die Personifikation des Sieges
3.3. Göttin, Nymphe, Heroin? — Eine unbekannte Schönheit auf einem Lekythos
3.4. Fazit
4. Briseis, Deianeira und andere — Die Beziehung zwischen Heroen und „normalen“ Frauen
4.1. Briseis und Achilleus
4.2. Deianeira und Herakles
4.3. Apollon und ein unbekanntes Paar
4.4. Persephone wird von Pluto geraubt
4.5. Verfolgung einer Unbekannten
4.6. Fazit
5. Frauen in Athen – Ein Vergleich von literarischen Quellen und Vasendarstellungen
5.1. Quellenlage und Forschungsstand
5.2. Informationen über Frauen bei Xenophon
5.3. Darstellungen von Frauen auf Vasenbildern
5.3.1. Frauen und Eros
5.3.2. Isolation der Frauen
5.3.3. Frauen und Schönheit
5.4. Erklärung für die Gegensätzlichkeit der Quellen
5.4.1. Adressaten und Funktion der Quellen
5.4.2. Bedeutung der einzelnen Unterschiede
5.5. Fazit
6. Zusammenfassung
7. Literatur
Diese Arbeit untersucht die Darstellung von Frauen auf attischen Vasen der archaischen und klassischen Zeit aus der Kasseler Antikensammlung. Ziel ist es, durch die Analyse ausgewählter Objekte und den Vergleich mit literarischen Quellen (insbesondere Xenophons „Oikonomikos“) ein differenziertes Bild der sozialen und mythologischen Rolle der Frau im antiken Athen zu zeichnen und zu ergründen, warum Vasendarstellungen und schriftliche Überlieferungen oft gegensätzliche Realitäten abbilden.
2.1. Gorgonen — Frauen in Dämonengestalt
Von den drei Gorgonen-Schwestern Stheno, Euryale und Medusa ist insbesondere letztere namentlich am ehesten bekannt. Zu diesem Bekanntheitsgrad hat ihr Tod, herbeigeführt durch Perseus, maßgeblich beigetragen. Im Auftrag von Polydektes, dem König von Seriphos, macht sich Perseus auf den Weg, um den Kopf der Gorgo zu beschaffen. Ausgestattet mit geflügelten Schuhen, der Kibisis und dem unsichtbar machenden Helm, schleicht sich Perseus an die schlafenden Gorgonen heran und enthauptet die sterbliche der drei Schwestern — die Medusa (Abb. 1). Um nicht durch den Anblick der Gorgonen versteinert zu werden, wendet sich Perseus von diesen ab und nähert sich ihnen, in dem er in sein spiegelndes Schild aus Erz schaut.18 Den abgetrennten Kopf der Gorgo versteckt Perseus in seiner Kibisis und macht sich auf den Rückweg zu Polydektes. Derweilen erwachen Stheno und Euryale und versuchen dem Mörder ihrer Schwester zu folgen. Dieser ist noch immer durch seinen Helm geschützt und bleibt daher für die Gorgonen unsichtbar, sodass diese bei der Verfolgung keinen Erfolg haben (Abb. 2 und Abb. 3).19
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Bildwerken in der antiken Gesellschaft ein und grenzt das Thema auf Frauendarstellungen auf attischen Vasen der archaischen und klassischen Zeit ein.
2. Frauen als Feinde der athenischen Gesellschaft: Dieses Kapitel analysiert Gorgonen, Mänaden und Amazonen als mythologische Wesen, die aufgrund ihrer männlich konnotierten Attribute als gesellschaftsfeindlich eingestuft wurden.
3. Göttinnen und Personifikationen — Frauen als höhere Wesen: Der Fokus liegt hier auf Athene und Nike als positiv besetzte, in der Kultur fest verankerte Frauenfiguren, die sich deutlich von den feindlichen Wesen des vorherigen Kapitels abheben.
4. Briseis, Deianeira und andere — Die Beziehung zwischen Heroen und „normalen“ Frauen: Hier wird die Abhängigkeit „normaler“ Frauen von männlichen Heroen thematisiert und aufgezeigt, wie diese in der Vasenmalerei als Indikatoren für männliche Stärke dienen.
5. Frauen in Athen – Ein Vergleich von literarischen Quellen und Vasendarstellungen: Dieses Kapitel vergleicht Xenophons „Oikonomikos“ mit Vasenbildern und hinterfragt die Diskrepanz zwischen dem literarisch konstruierten Frauenbild und der ikonographischen Darstellung.
6. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die komplexen Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bestätigt die Vielschichtigkeit des Frauenbildes im antiken Athen.
7. Literatur: Das Literaturverzeichnis listet alle verwendeten Quellen und die Sekundärliteratur auf.
Attische Vasenmalerei, Frauenbild, Kasseler Antikensammlung, Xenophon, Oikonomikos, Gorgonen, Mänaden, Amazonen, Mythologie, Antikes Griechenland, Heroen, Geschlechterrollen, Ikonographie, Soziale Konstruktion, Vasendarstellungen
Die Arbeit analysiert, wie Frauen in der attischen Vasenmalerei der archaischen und klassischen Zeit dargestellt werden, und setzt diese Darstellungen in Beziehung zu literarischen Quellen über das Leben der Frau im antiken Athen.
Die Themen umfassen die mythologische Einordnung weiblicher Wesen (Feindbilder vs. Göttinnen), das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Frauen und Heroen sowie den Vergleich zwischen dem literarischen Frauenbild und der bildlichen Darstellung auf Vasen.
Ziel ist es herauszufinden, warum es zu Unstimmigkeiten zwischen literarischen Quellen und Vasenbildern kommt und wie diese Diskrepanz unsere Informationen über das Leben der Frauen im antiken Athen beeinflusst.
Es wird eine ikonographische und kontextuelle Analyse von Vasenobjekten aus der Kasseler Antikensammlung durchgeführt, ergänzt durch einen Vergleich mit antiken Textquellen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von „feindlichen“ Wesen, positiven Göttinnen und Personifikationen sowie die Untersuchung von Beziehungsmustern zwischen Frauen und Heroen und einen vertiefenden Vergleich mit Xenophons „Oikonomikos“.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Attische Vasenmalerei, Frauenbild, Antikes Griechenland, Mythologie und das Spannungsfeld zwischen häuslicher Sphäre und Öffentlichkeit.
Während Gorgonen als gefährliche Dämonen mit männlich-animalischen Zügen dargestellt werden, erscheint Athene zwar als Kriegerin, wird aber als geistige und körperliche Vertretung von Zeus positiv bewertet.
Die Autorin sieht darin ein überspitztes Bild einer idealen Frau, das stark von den Adressaten der Kunstwerke abhing und weniger die reale Alltagssituation als vielmehr gesellschaftliche Normvorstellungen widerspiegelt.
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