Diplomarbeit, 2009
126 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Effizienz nach Perspektiven
1.2 Energiesparinvestition
1.3 Hintergrund des Energiesparens
1.3.1 Technische Einsparpotentiale
1.3.2 Wirtschaftliche Einsparpotentiale
1.4 „Efficiency gap”, „energy efficiency paradox“ und „rebound effect”
2 Das strukturierte Tiefeninterview
2.1 Methodik
2.2 „Recall“ und „Recognition“ Wissen
2.3 Die Zielpersonen
3 Markteinflüsse
3.1 Energiemarktstruktur und Elektrizitätspreise
3.2 Lineare Kostenabhängigkeit bei positiven Deckungsbeiträgen
3.3 Hindernis Informationsdefizit
3.4 Energiesparinvestitionsrechnungen
3.4.1 Kostenansatz für Investitionsrechenmodelle
3.4.2 Die Beispielwerte
3.4.3 Amortisationsrechnung
3.4.4 Kapitalwertmethode
3.4.5 Interner Zinsfuß
3.4.6 Zusammenfassende Diskussion der Investitionsrechenmodelle
3.5 Begrenzte Ressourcen
3.5.1 Zeit
3.5.2 Mitarbeiter
3.5.3 Kapital
3.6 Organisationale Probleme
3.6.1 Verständnis beim Management
3.6.2 Gewohnheitskauf
4 Politische Rahmenbedingungen
4.1 Notwendigkeit politischer Eingriffe
4.2 Instrumente
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die betriebswirtschaftlichen und organisationalen Ursachen, die dazu führen, dass technologisch und ökonomisch effiziente Energiesparinvestitionen in Unternehmen trotz ihres Einsparpotentials häufig unterbleiben, wobei insbesondere die elektrische Antriebstechnik als Fallbeispiel dient.
1.3.1 Technische Einsparpotentiale
Um die Einsparpotentiale auch weniger technisch geschulten Lesern verständlicher zu machen, soll zunächst ein kurzer Einblick in den Aufbau und die Funktionsweise elektrischer Antriebstechnik gegeben werden.
Ein elektrischer Antrieb besteht aus elektrischen und mechanischen Komponenten mit der Aufgabe, elektrische Energie in eine bewegende Kraft oder Leistung umzuwandeln. Bei diesem Umwandlungsprozess treten Verluste auf.
Eine technische Definition für die elektrische Antriebstechnik liefert Merz (2008): „Ein elektrischer Antrieb ist eine funktionale Einheit aus einem Elektromotor und geeigneten Energieversorgungs-, Schutz- sowie Steuer- oder Regeleinrichtungen.“
Ansatzpunkte zu einer Effizienzsteigerung elektrischer Antriebstechnik liegen in der Verwendung von besserem Material und technischem Fortschritt. In Hinblick auf technische Weiterentwicklungen kann festgehalten werden, dass elektrische Antriebe einem stetigen Verbesserungsprozess unterliegen.
Typische Potentiale zum Energiesparen ergeben sich dort, wo ungewollte Wärme entsteht. Hauptbestandteil eines elektrischen Antriebes ist der Motor. Der Motor hat die Kernfunktion, den elektrischen Strom in eine mechanische Bewegungsenergie umzuwandeln. Zusätzlich zum Motor gehören weitere Elemente zum Antriebssystem einerseits in Richtung Energieversorgung sowie zur geforderten Kundenanwendung hin. Diese weiteren Komponenten sind z.B. eingangsseitig elektronische Steuergeräte oder Stromrichter und ausgangsseitig Getriebe sowie mechanische Bremsen.
1 Einleitung: Dieses Kapitel definiert den Untersuchungsgegenstand und begründet die Relevanz der Analyse effizienter Energiesparinvestitionen aus ökonomischer und technischer Perspektive.
2 Das strukturierte Tiefeninterview: Hier wird die methodische Vorgehensweise der Expertenbefragung erläutert, die zur Gewinnung primärer Daten zur Problematik unterlassener Energiesparinvestitionen durchgeführt wurde.
3 Markteinflüsse: Dieser Hauptteil analysiert verschiedene betriebswirtschaftliche Hindernisse, wie Informationsdefizite, Investitionsrechenverfahren, Ressourcenknappheit und organisationale Barrieren, die Investitionen in effiziente Antriebstechnik erschweren.
4 Politische Rahmenbedingungen: Dieser Abschnitt beleuchtet die Rolle politischer Eingriffe und Instrumente wie Standards und Labels, um Marktversagen bei Energiesparinvestitionen zu korrigieren.
5 Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengeführt, wobei die Notwendigkeit einer stärkeren Berücksichtigung langfristiger Energieperspektiven durch Entscheidungsträger unterstrichen wird.
Energieeffizienz, elektrische Antriebstechnik, Investitionsentscheidung, Energiesparinvestitionen, Marktbarrieren, Kapitalwertmethode, Amortisationsrechnung, Informationsdefizite, Ressourcenknappheit, organisationale Probleme, Politische Instrumente, Energiepreise, Wirkungsgradklassen, Managemententscheidungen, Energieersparnis
Die Arbeit analysiert, warum Unternehmen trotz wirtschaftlicher Vorteile häufig darauf verzichten, in effizientere Energiespartechnik zu investieren, wobei die elektrische Antriebstechnik als Beispiel herangezogen wird.
Zentral sind die ökonomische Rentabilitätsbetrachtung von Energiesparinvestitionen, die organisationalen Entscheidungsprozesse in Betrieben und die Rolle des Energiemarktes sowie politischer Rahmenbedingungen.
Ziel ist es, die Mechanismen und Gründe für das „Efficiency gap“ (die Effizienzlücke) zu identifizieren, insbesondere warum für Unternehmen kurzfristige Kostenfaktoren oft schwerer wiegen als langfristige Energieeinsparungen.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Analyse auf Basis ökonomischer Literatur (u.a. Investitionstheorie, Preispfad nach Hotelling) mit einer empirischen, strukturierten Expertenbefragung von Fachkräften aus der Industrie.
Im Hauptteil werden Hindernisse wie Informationsmangel, begrenzte Ressourcen (Zeit, Personal, Kapital), die mangelnde Eignung klassischer Investitionsrechnungen sowie organisationale Probleme bei der Beschaffung beleuchtet.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Energieeffizienz, Investitionsentscheidung, Marktbarrieren, Kapitalwertmethode und organisationale Probleme charakterisiert.
Motoren verbrauchen einen signifikanten Anteil des industriellen Stroms, wodurch sie ein hohes, quantifizierbares Einsparpotential aufweisen, das jedoch aufgrund komplexer Beschaffungsstrukturen oft ungenutzt bleibt.
Die Experten, die aus Instandhaltung und Entwicklung kommen, liefern praxisnahe Einblicke in die Entscheidungsprozesse, die in der Theorie oft nicht abgebildet werden, wie z.B. den massiven Fokus auf kurzfristige Anschaffungskosten gegenüber langfristigen Betriebskosten.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Markt seine Fehler in diesem Bereich nicht ohne externe Unterstützung korrigieren kann, weshalb Instrumente wie Standards und Labels zur Förderung der Energieeffizienz notwendig sind.
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