Masterarbeit, 2011
85 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Die Vorgeschichte der Ämterlehre Calvins
2.1 Ein Überblick über die Christologie von der Alten Kirche bis zur Reformationszeit
2.2 Das zweifache Amt Christi bei Martin Luther
2.3 Vom zweifachen Amt Christi bei Martin Luther zum dreifachen Amt Christi bei Johannes Calvin
3. Johannes Calvins Lehre vom dreifachen Amt Christi
3.1 Inhaltlicher Überblick über die Quellen
3.2 Inhaltlicher Überblick über das zweite Buch der Institutio
3.3 Das Dreifache Amt Christi in der Institutio und im Genfer Katechismus
3.3.1 Allgemeines zum dreifachen Amt Christi
3.3.2 Das Prophetische Amt
3.3.3 Das Königliche Amt
3.3.4 Das Priesterliche Amt
3.4 Der Kontext der Drei-Ämter-Lehre in der Institutio
3.4.1 Der Beziehung des Alten Testaments zur Drei-Ämter-Lehre
3.4.2 Das Werk des Mittlers
3.4.3 Die Drei-Ämter-Lehre als Mitte der Christologie
3.4.3.1 Das Wortamt und das Freiheitsamt (II,9-11)
3.4.3.2 Das Mittleramt und das Gehorsamsamt (II,12-14)
3.4.3.3 Das Lebensamt und das Erlösungsamt (II,16-17; III)
3.4.3.4 Der eine Christus als der Mittelpunkt
3.5 Das Fazit der Dreiämterlehre Calvins
4. Die Geschichte der Drei-Ämterlehre im Anschluss an Calvin
5. Die Rezeption der Ämterlehre Calvins in der Theologie der Gegenwart
5.1 Karl Barth
5.2 Otto Weber
5.3 Wolfhart Pannenberg
5.4 Jan Milič Lochman
5.5 Jürgen Moltmann
5.6 Karin Bornkamm
5.7 Gerhard Ebeling
5.8 Hans-Martin Barth
5.9 Wilfried Härle
5.10 Ralf Karolus Wüstenberg
6. Fazit
Diese Masterarbeit untersucht Johannes Calvins Lehre vom dreifachen Mittleramt Jesu Christi (Prophet, König, Priester) auf Basis der Institutio von 1559 und des Genfer Katechismus von 1545. Das Ziel ist es, die systematische Bedeutung dieser Ämterlehre innerhalb der Christologie Calvins zu ergründen und deren Rezeption sowie kritische Bewertung in der Theologie der Gegenwart zu analysieren.
3.3.1 Allgemeines zum dreifachen Amt Christi
Calvins systematischen Ausführungen zum dreifachen Amt Christi in der Institutio finden sich in Buch II, Kapitel 15, das als inhaltliche Zusammenfassung die Überschrift trägt:
„Wollen wir wissen, wozu Christus vom Vater gesandt ward und was er uns gebracht hat, so müssen wir vornehmlich sein dreifaches Amt – das prophetische, königliche und priesterliche – betrachten“.
Bevor Calvin die drei Ämter im Einzelnen erläutert (Prophet: II,15,1-2; König: II,15,3-5; Priester: II,15,6), macht er einige allgemeine und einleitende Bemerkungen (II,15,1-2). Er möchte, wenn er die Ämter nennt, nicht nur Namen und Bezeichnungen verwenden, sondern auch deren Bedeutung erfassen und erklären. Calvin bezieht sich auf Augustinus’ Charakterisierung der Ketzer in Abgrenzung zur wahren Kirche. Diese sogenannten Ketzer predigen zwar Christus und verwenden auch seinen Namen. Im Unterschied zur wahren Kirche stehen sie aber nicht auf dem Fundament der wahren Kirche, weil sie die Bedeutung Christi nicht kennen. Er lebt „bei ihnen nur dem Namen nach, aber nicht tatsächlich“.
1. Einleitung: Einführung in die Lehre vom dreifachen Mittleramt Calvins und Formulierung der Forschungsfrage nach ihrer Bedeutung für den Glauben und ihrer Rezeption in der Gegenwart.
2. Die Vorgeschichte der Ämterlehre Calvins: Überblick über christologische Ansätze vor Calvin, insbesondere das zweifache Amt bei Luther, sowie die Entwicklung des dreifachen Schemas.
3. Johannes Calvins Lehre vom dreifachen Amt Christi: Zentrale Analyse des prophetischen, königlichen und priesterlichen Amtes in Calvins Hauptwerk sowie deren Kontextualisierung im zweiten Buch der Institutio.
4. Die Geschichte der Drei-Ämterlehre im Anschluss an Calvin: Darstellung der Aufnahme und Veränderung der Ämterlehre in der nachreformatorischen Orthodoxie und durch die Aufklärung.
5. Die Rezeption der Ämterlehre Calvins in der Theologie der Gegenwart: Kritische Untersuchung des Umgangs mit Calvins Ämterlehre bei ausgewählten Theologen des 20. und 21. Jahrhunderts.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der praktischen Relevanz der Ämterlehre und ihre Bedeutung für die heutige Theologie und den persönlichen Glauben.
Johannes Calvin, Institutio Christianae Religionis, dreifaches Amt Christi, Prophetisches Amt, Königliches Amt, Priesterliches Amt, Christologie, Mittleramt, Karl Barth, Otto Weber, Versöhnungslehre, Geistsalbung, Rechtfertigung, Heiligung, Soteriologie.
Die Arbeit untersucht Johannes Calvins Lehre vom dreifachen Mittleramt Christi als Prophet, König und Priester und analysiert deren Aufnahme in der modernen Theologie.
Neben der systematischen Erläuterung der Ämter bei Calvin stehen das Verhältnis von Christologie und Soteriologie sowie die Rezeption der Lehre bei namhaften Theologen im Zentrum.
Es soll geklärt werden, inwiefern Calvins Ämterlehre ein hilfreiches Instrument darstellt, um die Bedeutung Jesu Christi für den christlichen Glauben zu verdeutlichen.
Die Arbeit nutzt eine systematisch-theologische Analyse, die Calvins Schriften (Institutio, Katechismus) sowie dogmatische Werke bedeutender Theologen der Gegenwart auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Exegese der drei Ämter bei Calvin und eine anschließende Auseinandersetzung mit deren Rezeption bei Theologen wie Barth, Weber, Pannenberg und anderen.
Die zentralen Begriffe sind Calvins Institutio, das dreifache Amt Christi, Mittleramt, Versöhnungslehre und der solus-Christus-Gedanke.
Der Heilige Geist ist für Calvin zentral, da er Christus für seine Ämter ausrüstet und den Gläubigen Teilhabe an Christus und seinem Wirken vermittelt.
Der Autor erachtet die Ämterlehre trotz kritischer Einwände zur Nützlichkeit als ein wertvolles, systematisches Hilfsmittel, um Christus als ganzheitlichen Mittler zu begreifen.
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