Magisterarbeit, 2011
80 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Eingrenzung des Forschungsgegenstands
1.2 Forschungsrelevanz.
1.3 Forschungsstand
1.4 Aufbau der Arbeit
1.5 Praktisches Vorgehen
1.5.1 Methodik/Vorgehen
1.5.2 Arbeitshypothesen und Fragestellungen
2. Migraten in Deutschland
2.1 Definition
2.2 Migration in der Statistik
2.3 Arbeitsmigration in Deutschland
2.4 Asyl
2.5 Ausländergesetzgebung
2.6 Integration
2.6.1 Kulturelle Integration
2.6.2 Strukturelle Integration
2.6.3 Soziale Integration
2.6.4 Identifikative Integration
3. Ausländerkriminalität
3.1 Ausländerkriminalität in der Statistik.
3.2 Kritische Würdigung
4. Muslime in Deutschland
5. Strafvollzug
5.1 Geschichte des Strafvollzugs
5.2 Deutscher Strafvollzug heute
5.3 Jugendstrafvollzug
5.4 Die Jugendstrafanstalt Adelsheim
6. Integration
6.1 Persönliche Integration
6.2 Integration der Familie
6.3 Nationale Identität
6.4 Fazit Integration
7. Religion
7.1 Religiöses Selbstbild
7.2 Religiöse Praktik außerhalb des Strafvollzugs
7.3 Religiöse Praktik innerhalb des Strafvollzugs
7.4. Religion als identitätsstiftender Faktor im Strafvollzug
7.5 Fazit Religiosität
8. Ethnische Gruppen im Strafvollzug
8.1 Welche ethnischen Gruppen gibt es
8.2 Beziehungen zwischen den Gruppen
8.3 Nichtethnische Kategorien im Strafvollzug
8.4 Fazit zu den ethnischen Gruppen
9. Der Umgang mit dem Islam im Strafvollzug
9.1 Freiraum für die Religion
9.2 Kritik und Wünsche der Insassen
9.3 Potential für den Strafvollzug
9. Fazit Islam im Strafvollzug
10. Zusammenfassung
11. Schluss
12. Literatur
13. Anhang
Die Studie untersucht die Lebensumstände und Verhaltensweisen junger muslimischer Insassen im deutschen Jugendstrafvollzug, insbesondere in der JVA Adelsheim, um zu analysieren, ob diese eine geschlossene Gruppe mit spezifischen Charakteristika bilden und wie sich ihre religiöse Praxis sowie ihr ethnischer Hintergrund auf den Vollzugsalltag auswirken.
1. Einleitung
Die vorliegende Studie ist eine Zulassungsarbeit zur Magisterprüfung an der Universität Freiburg. Die ursprüngliche Grundidee dieser Untersuchung war, ausgehend von einem von Professor Dr. Spittler an der Universität Bayreuth vorgestellten Projekt, der eine ÛEthnographieÈ eines Hotels geschrieben und die Beziehungen der dort anzutreffenden Personen analysiert hat, eine geschlossene Gesellschaft innerhalb unserer eigenen Gesellschaft als Objekt einer Untersuchung zu nehmen.
Um den Rahmen einer ethnologischen Untersuchung nicht zu weit zu dehnen, sollten in dem zu wählenden Umfeld tatsächlich Angehörige verschiedener Ethnien aufeinander treffen und ihre Beziehungen zueinander untersucht werden. Als geschlossenes System bot sich zu diesem Zweck der Strafvollzug geradezu an, auch wenn sich die Suche nach einer Einrichtung, die bereit war, sich für die Forschung zu öffnen, als vergleichsweise schwierig herausstellte.
Da eine Beschreibung aller oder auch nur mehrerer auf Herkunft basierender Gruppen den Rahmen einer Arbeit dieser Art bei weitem gesprengt hätte, erfolgte schließlich die Konzentration auf eine Gruppe, wobei die Religion als Unterscheidungsmerkmal günstig erschien, weil sie einerseits die Teilnehmer deutlich von anderen ethnischen Gruppen in ihrem Umfeld unterscheidet, andererseits aber Personen unterschiedlicher regionaler Herkunft zulässt. Das, so die Grundannahme, sollte den Faktor Religion als verbindendes Merkmal und Ursache eventuell zu findender Charakteristika greifbar machen.
Die Feldforschung wurde in der Justizvollzugsanstalt Adelsheim durchgeführt.
1. Einleitung: Die Einleitung legt das Forschungsvorhaben dar, die Motivation zur Untersuchung von Muslimen im Jugendstrafvollzug zu begründen und methodische Aspekte der Feldforschung in der JVA Adelsheim zu erläutern.
2. Migraten in Deutschland: Dieses Kapitel vermittelt grundlegende Informationen zur Migration in Deutschland, definiert die Zielgruppe und beleuchtet Aspekte wie Arbeitsmigration, Asyl und Integrationsmodelle.
3. Ausländerkriminalität: Hier wird die statistische Situation der Ausländerkriminalität dargestellt und einer kritischen Würdigung unterzogen, wobei insbesondere die Problematik des Aufenthaltsstatus und sozialer Milieus hervorgehoben wird.
4. Muslime in Deutschland: Es wird dargelegt, dass Muslime in Deutschland eine sehr heterogene Gruppe darstellen, deren Migrationshintergründe und soziale Herkünfte stark variieren.
5. Strafvollzug: Das Kapitel behandelt die Geschichte des Strafvollzugs, den Status des deutschen Vollzugs heute sowie die spezifische Situation im Jugendstrafvollzug und in der JVA Adelsheim.
6. Integration: Die Kapitelinhalte konzentrieren sich auf die Analyse der persönlichen Integration, der familiären Hintergründe sowie die Frage der nationalen Identität der befragten Teilnehmer.
7. Religion: Hier werden das religiöse Selbstbild, die religiöse Praxis innerhalb und außerhalb des Vollzugs sowie die Bedeutung der Religion als identitätsstiftender Faktor untersucht.
8. Ethnische Gruppen im Strafvollzug: Dieses Kapitel analysiert verschiedene ethnische Gruppen innerhalb der Haftanstalt und deren Beziehungen untereinander sowie nicht-ethnische Kategorien wie Straftat und Wohnort.
9. Der Umgang mit dem Islam im Strafvollzug: Abschließend werden der Freiraum für religiöse Praktiken, die Kritikpunkte der Insassen und das Potenzial für den Strafvollzug im Umgang mit Muslimen beleuchtet.
Jugendstrafvollzug, Migration, Integration, Islam, JVA Adelsheim, Ethnologie, Identität, Religion, Ausländerkriminalität, Sozialisation, Migrationshintergrund, ethnische Gruppen, Feldforschung, Resozialisierung, Strafhaft.
Die Arbeit untersucht das Verhalten und die Lebensumstände muslimischer Insassen im deutschen Jugendstrafvollzug unter ethnologischen Aspekten.
Zentrale Themen sind Integration, religiöse Identität, ethnische Gruppendynamiken innerhalb der Haft und der Umgang der Institution Strafvollzug mit muslimischen Bedürfnissen.
Das Ziel ist herauszufinden, ob muslimische Insassen eine in sich geschlossene, homogene Gruppe bilden und wie sich ihre kulturelle und religiöse Prägung auf den Vollzugsalltag auswirkt.
Die Arbeit basiert auf einem rein qualitativen Ansatz, bestehend aus Experteninterviews und Feldforschung in der JVA Adelsheim durch Befragung von Insassen und Personal.
Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen zu Migration und Kriminalität, stellt die empirischen Ergebnisse zu Integration und Religion dar und untersucht die internen Sozialstrukturen des Gefängnisses.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Jugendstrafvollzug, Migrationshintergrund, religiöse Identität, Gruppendynamik und Resozialisierung definiert.
Religion dient als zentrales Unterscheidungs- und verbindendes Merkmal, wobei die Arbeit kritisch zwischen dem Selbstverständnis der Insassen und der tatsächlichen religiösen Praxis unterscheidet.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Konstruktion einer geschlossenen Gruppe "der Muslime" im Strafvollzug nicht gelungen ist, da sich keine einheitlichen Strukturen oder Handlungsmuster nachweisen ließen.
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