Examensarbeit, 2007
85 Seiten, Note: 1,5
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
I. Planung
1. Fachwissenschaftliche Grundlage
1.1. Die Bedeutung von Hermann Hesse für die Literatur
1.2. Die Erzählung „Unterm Rad“ im räumlichen und zeitlichen Kontext
2. Methodisch – didaktische Analyse
2.1. Was ist handlungsorienterter Unterricht?
2.2. Stellung im Bildungsplan
2.3. Unterrichtsziele
2.4. Klassensituation
2.5. Methodisch – didaktische Vorgehensweise
2.6. Stundenübersicht
II. Durchführung
1. Stunden 1 bis 3
2. Stunden 4 – 7
3. Stunde 8
4. Stunden 9 – 11
5. Exkursion
6. Stunden 12 und 13
7. Leistungskontrolle
III. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein handlungsorientiertes Unterrichtskonzept für die 9. Klasse am Gymnasium zu entwickeln, das Hermann Hesses Erzählung „Unterm Rad“ in ihren räumlichen und zeitlichen Kontext einbettet, um so das Textverständnis der Schüler zu vertiefen und die literarische Auseinandersetzung lebendig zu gestalten.
1.1. Die Bedeutung von Hermann Hesse für die Literatur
„Wenn ich als Dichter vom Wald oder vom Fluß, vom Wiesental, vom Kastanienschatten oder Tannenduft spreche, so ist es der Wald um Calw, ist es die Calwer Nagold, sind es die Tannenwälder und Kastanien von Calw, die gemeint sind, und auch Marktplatz, Brücke und Kapelle, Bischofsstraße und Ledergasse, Brühl und Hirsauer Wiesenweg sind überall in meinen Büchern wiederzuerkennen, denn alle diese Bilder haben einst dem Knaben als Urbilder Hilfe geleistet…[...]… Diesen Bildern bin ich zeitlebens treu und dankbar geblieben, sie haben mich und mein Weltbild formen helfen und sie leuchten mir heute noch inniger und schöner als je in der Jugendzeit. (Hermann Hesse 1949)
Hermann Hesse, 1877 in der schwäbischen Schwarzwaldstadt Calw geboren, gehört zu den erfolgreichsten Autoren der Weltliteratur. Mehr als 100 Millionen Exemplare seiner Bücher wurden mittlerweile gedruckt und in alle Welt verkauft. Hesse wurde in über 50 Sprachen übersetzt, die deutschsprachigen Ausgaben machen davon noch immer ein gutes Viertel aus. Von der deutschen Literaturwissenschaft anfangs wenig anerkannt und der Unterhaltungsliteratur zugeordnet, erlebte die Hesserezeption seit den 1960er Jahren im Ausland einen regelrechten Boom, allen voran Amerika, wo der Autor auch an den Hochschulen begeistert aufgenommen wurde.
I. Planung: Der erste Teil legt die theoretischen Grundlagen dar, definiert den handlungsorientierten Ansatz und beschreibt die methodisch-didaktische Konzeption der Unterrichtseinheit.
1. Fachwissenschaftliche Grundlage: Dieser Abschnitt erörtert die Bedeutung Hesses für die Literatur sowie die Relevanz des räumlichen und zeitlichen Kontexts für das Verständnis seiner Werke.
1.1. Die Bedeutung von Hermann Hesse für die Literatur: Biographische Einordnung Hesses und Darstellung seines Einflusses auf die Weltliteratur und die deutschsprachige Rezeption.
1.2. Die Erzählung „Unterm Rad“ im räumlichen und zeitlichen Kontext: Analyse der autobiographischen Bezüge und der Notwendigkeit, den literarischen Text durch seine historischen und geographischen Rahmenbedingungen zu erschließen.
2. Methodisch – didaktische Analyse: Herleitung des gewählten Unterrichtsmodells, unter Berücksichtigung von Lehrplanvorgaben, Zielsetzungen und der spezifischen Klassensituation.
2.1. Was ist handlungsorienterter Unterricht?: Theoretische Fundierung des handlungsorientierten Lehrens und Lernens basierend auf reformpädagogischen Ansätzen und aktuellen didaktischen Standards.
2.2. Stellung im Bildungsplan: Einbettung der Unterrichtseinheit in die Vorgaben des Bildungsplans von 1994 für die neunjährige Gymnasialstufe.
2.3. Unterrichtsziele: Definition von Lernzielen, die über das formale Textverständnis hinaus die methodische Kompetenz und die lebensweltliche Reflexion der Schüler fördern.
2.4. Klassensituation: Beschreibung der Lerngruppe und deren Lernvoraussetzungen sowie des Leistungsniveaus für die geplante Unterrichtseinheit.
2.5. Methodisch – didaktische Vorgehensweise: Darstellung der strukturierten Vorgehensweise in aufeinander aufbauenden Blöcken mit vielfältigen Sozialformen.
2.6. Stundenübersicht: Tabellarische Übersicht des zeitlichen und inhaltlichen Verlaufs der gesamten Unterrichtseinheit.
II. Durchführung: Detaillierte Dokumentation der konkreten Unterrichtsphasen von der ersten bis zur letzten Stunde.
1. Stunden 1 bis 3: Einstieg in die Lektüre, inhaltliche Sicherung und Erarbeitung der formalen Merkmale.
2. Stunden 4 – 7: Gruppenarbeitsphase zur Erarbeitung verschiedener thematischer Schwerpunkte der Erzählung.
3. Stunde 8: Präsentationen der Ergebnisse sowie thematische Anbindung einer GFS zu Hesses Leben.
4. Stunden 9 – 11: Durchführung einer Internetrecherche zur Verortung der Handlungsorte und Vorbereitung der Exkursion.
5. Exkursion: Aktives Erleben des Klosters Maulbronn als realer Bezugspunkt der literarischen Vorlage.
6. Stunden 12 und 13: Nachbereitung der Exkursion und kreative Aufarbeitung durch Briefe an die Romanfiguren und Rezensionen.
7. Leistungskontrolle: Zusammenfassende Überprüfung des erworbenen Wissens und der Analysefähigkeit in einer Klassenarbeit.
III. Schlussbetrachtung: Reflexion über den Erfolg des Konzepts, die Schüleraktivierung und die Übertragbarkeit der Methode auf andere literarische Werke.
Hermann Hesse, Unterm Rad, handlungsorientierter Unterricht, Literaturunterricht, Kloster Maulbronn, Calw, Schülerorientierung, Gruppenarbeit, Bildungsplan, autobiographische Bezüge, Medienkompetenz, Exkursion, literarische Analyse, Identitätsfindung, kreatives Schreiben.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Erprobung eines handlungsorientierten Unterrichtskonzepts für die Lektüre von Hermann Hesses „Unterm Rad“ in einer 9. Klasse am Gymnasium.
Neben der literarischen Analyse stehen die Verknüpfung mit dem zeitlichen und räumlichen Kontext sowie die lebensweltliche Einordnung der Probleme des Protagonisten durch die Schüler im Zentrum.
Das Ziel ist es, durch methodische Vielfalt und Einbeziehung außerschulischer Orte wie Maulbronn das Textverständnis zu vertiefen und die Schüler für Literatur zu begeistern.
Die Arbeit stützt sich auf die Didaktik des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts nach Vertretern wie Hilbert Meyer und anderen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Planungsphase mit theoretischer Fundierung und eine durchgehende Dokumentation der einzelnen Unterrichtsschritte, inkl. Reflexionen.
Wesentliche Begriffe sind Handlungsorientierung, Schüleraktivierung, biographische Kontextualisierung, Mediennutzung und die Einbettung in den Deutschunterricht der Sekundarstufe.
Die Exkursion nach Maulbronn dient dazu, die Abstraktion des Textes aufzubrechen und durch den Besuch der historischen Schauplätze einen „Wiedererkennungseffekt“ zu erzielen.
Sie dient der Verortung des Geschehens in der Realwelt, der wissenschaftlichen Arbeitsweise und der Förderung eigenständiger Überlegungen zur Übertragbarkeit der Erzählung.
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