Diplomarbeit, 2008
206 Seiten, Note: 1,30
1 Einleitung
1.1 Wissenschaftliche Fragestellung
1.2 Methodisches Vorgehen
1.2.1 Experteninterviews
1.2.1.1 Auswahlverfahren der Experten
1.2.1.2 Analysemethoden
1.2.1.3 Transkription
1.2.1.4 Darstellung der Datenaufbereitung und Auswertung
1.2.2 Fragebögen
1.2.2.1 Befragung der Berufsfeuerwehrleute
1.2.2.2 Befragung der Bewerber/-innen
1.2.2.3 Auswertung der Fragebögen
1.2.3 Zusammenfassung
1.3. Aktueller Stand der Veröffentlichungen über Frauen in Feuerwehren
2 Grundlagendokumente und deren Relevanz für die Berufsfeuerwehr
2.1 Gesetzesgrundlagen
2.1.1 Das Grundgesetz
2.1.2 Das Bayerische Gleichstellungsgesetz
2.1.3 Gleichstellungssatzung der Landeshauptstadt München
2.1.4 Dienstanweisung- Gleichstellungsstelle für Frauen der Landeshauptstadt München
2.1.5 Zusammenfassung der Gesetzesgrundlagen
2.2 Umsetzung des Gleichstellungsgebotes in der Berufsfeuerwehr München
2.3 Status Quo der aktuellen Personallage der Berufsfeuerwehren
2.3.1 Die Personalsituation der Berufsfeuerwehren im Bundesländer- Vergleich
2.3.2 Das Personalpotenzial der Feuerwehren in Bayern
2.3.3 Bewerbungen und Einstellungen in der Berufsfeuerwehr München in den Jahren 2004 bis 2008
2.3.3.1 Bewerbungen für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst von 2004 bis 2008
2.3.3.2 Bewerbungen für den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst von 2004 bis 2008
2.3.3.3 Bewerbungen für den höheren feuerwehrtechnischen Dienst von 2004 bis 2008
2.3.3.4 Zusammenfassung
3 Theorien geschlechtsspezifischer Segregation und deren Anwendung auf die Berufsfeuerwehr
3.1 Die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung – eine theoretische Einführung
3.2 Ungleichheiten der Geschlechterverteilung in den Erwerbsbereichen
3.3 Ausgewählte Theorien zur Erklärung der geschlechtsspezifischen Segregation auf dem Arbeitsmarkt und der Berufsfeuerwehr
3.3.1 Die geschlechtsspezifische Typisierung von Berufen
3.3.1.1 Grundaussagen dieser Theorie
3.3.1.2 Die geschlechtsspezifische Typisierung der Berufsfeuerwehr
3.3.2 Die strukturtheoretischen Ansätze
3.3.2.1 Grundaussagen dieser Theorie
3.3.2.2 Geschlechtsspezifische Segregation bei der Berufsfeuerwehr unter strukturtheoretischer Sichtweise
3.3.3 Die Segmentierungstheorie
3.3.3.1 Grundaussagen dieser Theorie
3.3.3.2 Die Berufsfeuerwehr unter Betrachtung der Segmentierungstheorie
3.3.4 Theorien Sozialer Schließung und Herstellung von Geschlechtergrenzen
3.3.4.1 Öffnungs- und Schließungsprozesse
3.3.4.2 Soziale Schließung in der Berufsfeuerwehr
3.4 Strukturelle Ursachen und Mechanismen der geschlechtsspezifischen Segregation
3.4.1 Männerbünde und männerbündnische Kulturen
3.4.1.1 Die Bedeutung von Männerbünden auf die Erwerbstätigkeit der Frauen
3.4.1.2 Die Berufsfeuerwehr- ein Männerbund?
3.4.2 Frauenquotierungen
3.4.2.1 Sind Frauenquotierungen gerecht?
3.4.2.2 Frauenquotierung in der Berufsfeuerwehr
3.4.3 Der Elitebegriff
3.4.3.1 Der Elitebegriff als soziologische Kategorie
3.4.3.2 Leistungswissen und Berufsstruktur
3.4.3.3 Die Berufsfeuerwehr- eine Elite?
3.4.3.4 Einfluss elitärer Strukturen auf die Berufswahl von Frauen
4 Abschlussbetrachtung
4.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
4.2 Ausblick und Maßnahmen
4.3 Schlussbewertung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für die marginale Repräsentanz von Frauen in Berufsfeuerwehren am Beispiel der Berufsfeuerwehr München. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Gründe für das geringe Interesse von Frauen an diesem Beruf sowie für die hohe Durchfallquote bei Einstellungsverfahren zu identifizieren und konkrete Maßnahmen zur Steigerung des Frauenanteils zu erarbeiten.
1 Einleitung
„Sechzehn Feuerwehrfrauen sind zu wenig! Die Stadt Frankfurt am Main strebt an, den Anteil von Frauen in diesem Bereich zu erhöhen. Über Bewerbungen von Frauen freuen wir uns daher besonders“ (o.V. 2008 a). Diese Aufforderung, welche die Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main auf ihrer Informationsseite zum Einstellungsverfahren für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst platziert hat, zeigt auf, dass Frauen als eine neue und interessante Ressource in der Nachwuchsgewinnung für den Feuerwehrberuf in Deutschland gesehen werden können.
Noch vor wenigen Jahren bestanden die Berufsfeuerwehren in Deutschland nur aus Feuerwehrmännern. Seit Ende der 1980er Jahre werden Frauen für den aktiven Berufsfeuerwehrdienst zugelassen und eingestellt. Die Anzahl der weiblichen Berufsfeuerwehrleute in Deutschland betrug im Jahre 2005 rund 200 Berufsfeuerwehrfrauen (vgl. Feuerwehrjahrbuch 2006/07 des DFV, S. 266). Betrachtet man den Umstand, dass in den vergangenen 15 Jahren der Anteil weiblicher Berufsfeuerwehrleute in Deutschland auf einen Anteil von nur ca. 0,7 Prozent (vgl. Feuerwehrjahrbuch 2006/07 des DFV eigene Berechnungen) gewachsen ist, zeigt dies auf, dass eine Integration von Frauen in den Feuerwehrberuf möglicherweise noch nicht in dem vom Gleichstellungsgrundsatz geforderten Maße erreicht worden ist.
Die folgende Arbeit wurde in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsstelle für Frauen der Landeshauptstadt München erstellt. Die Gleichstellungsstelle für Frauen setzt sich u.a. mit der Umsetzung des im Grundgesetz verankerten Gleichstellungsgrundsatzes in den innerstädtischen Einrichtungen und Betrieben auseinander. Auch die Berufsfeuerwehr München fällt in den Zuständigkeitsbereich der Gleichstellungsstelle. Aus diesem Grund ist die Gleichstellungsstelle daran interessiert, die Einstellung und Integration von Frauen in der Berufsfeuerwehr München zu überwachen und zu verstärken.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Unterrepräsentanz von Frauen bei der Berufsfeuerwehr und definiert die wissenschaftliche Fragestellung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2 Grundlagendokumente und deren Relevanz für die Berufsfeuerwehr: Dieses Kapitel analysiert gesetzliche Gleichstellungsvorgaben und deren Anwendung bei der Berufsfeuerwehr München sowie die aktuelle Personalsituation.
3 Theorien geschlechtsspezifischer Segregation und deren Anwendung auf die Berufsfeuerwehr: Es werden soziologische Erklärungsansätze für die Arbeitsteilung und Geschlechtersegregation vorgestellt und auf die spezifischen Strukturen der Berufsfeuerwehr übertragen.
4 Abschlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Untersuchungsergebnisse zusammen und leitet daraus notwendige Maßnahmen für eine verbesserte Integration von Frauen ab.
Berufsfeuerwehr, Frauenanteil, Geschlechtersegregation, Gleichstellung, Arbeitsmarktsegmentation, Einstellungsverfahren, Männerbund, Feuerwehrfrauen, Laufbahnvorschriften, Soziologie, Personalpolitik, Nachwuchsgewinnung, Sozialisation, Strukturtheorie, Chancengleichheit.
Die Diplomarbeit untersucht, warum Frauen in Berufsfeuerwehren, hier exemplarisch bei der Berufsfeuerwehr München, unterrepräsentiert sind und welche strukturellen Ursachen dafür verantwortlich sind.
Zu den Schwerpunkten zählen gesetzliche Gleichstellungsrichtlinien, die Anwendung soziologischer Theorien zur geschlechtsspezifischen Segregation sowie die Analyse von Bewerbungs- und Einstellungshürden.
Das Ziel ist es, die Gründe für die Marginalität von Frauen im Feuerwehrberuf zu identifizieren und konkrete personalpolitische Vorschläge zur Förderung ihrer Integration zu entwickeln.
Die Autorin verwendet qualitative Experteninterviews zur detaillierten Datengewinnung sowie ergänzende, nicht-repräsentative Befragungen von Feuerwehrleuten und Bewerbern, um die Ergebnisse zu untermauern.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der rechtlichen Grundlagen, eine detaillierte Auswertung der Bewerberdaten sowie die Anwendung theoretischer Ansätze zur Berufstypisierung und sozialen Schließung auf die Feuerwehrstrukturen.
Die Arbeit fokussiert sich maßgeblich auf Begriffe wie Berufsfeuerwehr, Geschlechtersegregation, Gleichstellung, Männerbund und Chancengleichheit.
Diese Voraussetzung wird als wesentliche Zugangsbarriere für Frauen analysiert, da sie den Pool der potenziellen Bewerberinnen künstlich verkleinert und somit eine der Ursachen für die Unterrepräsentanz darstellt.
Die Autorin verdeutlicht, dass die aktuellen Anforderungen ein auf männlichem Leistungspotenzial basiertes sportliches Niveau voraussetzen, welches für Frauen eine hohe Hürde darstellt, ohne zwingend die tatsächliche berufliche Eignung abzubilden.
Das Konzept der männerbündnischen Kultur wird genutzt, um die informellen Strukturen und die männliche Dominanz innerhalb der Berufsfeuerwehr zu erklären, die eine Integration von Frauen erschweren.
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