Diplomarbeit, 2011
91 Seiten, Note: 3,0
1 Einleitung
2 Die Beziehung
2.1 Der Mensch – vor und nach seiner Geburt
2.1.1 Die Wahrnehmungsentwicklung
2.1.2 Das Selbstempfinden
2.2 Die Bindungstheorie – ein Exkurs
2.2.1 Bindungstypen
2.2.2 Bindungsthesen
2.2.3 Kritik
2.3 Die Interaktion von Mutter und Kind
2.3.1 Erkenntnisse und Verlauf
2.3.2 Aufforderung zum Tanz
2.3.3 Wirkung und Auswirkung
3 Die Krise
3.1 Psychische Störungen im Wochenbett
3.1.1 Postpartale Dysphorie
3.1.2 Posttraumatische Belastungsstörung
3.1.3 Postpartale Psychose
3.2 Die Wochenbettdepression
3.2.1 Screening und Diagnose
3.2.2 Symptomatik
3.2.3 Befunde und quantitative Ursachenforschung
3.2.4 Hypothesen und qualitative Ursachenforschung
3.2.5 Ein neuer Ansatz
3.3 Die Interaktion in der Depression
3.3.1 Unmittelbare Auswirkungen auf das Kind
3.3.2 Langzeitfolgen
4 Die Therapie
4.1 Therapeutische Angebote
4.1.1 Erste Hilfen
4.1.2 Psychopharmakologische und physische Therapie
4.1.3 Psychotherapie
4.2 Musiktherapie
4.2.1 Musiktherapie nach Schwabe
4.3 Musiktherapeutisches Rahmenkonzept zur Behandlung der Wochenbettdepression
4.3.1 Die Mutter – erste Phase
4.3.2 Das Kind – zweite Phase (Zwischenphase)
4.3.3 Mutter und Kind – dritte Phase
5 Schlussbemerkungen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen einer Wochenbettdepression auf die Mutter-Kind-Beziehung und entwickelt ein musiktherapeutisches Rahmenkonzept, um diese Interaktionsstörungen zu behandeln und die Mutter-Kind-Bindung zu fördern.
2.1 Der Mensch – vor und nach seiner Geburt
Das Wissen darüber, wie ein Mensch entsteht, welche Entwicklungen er vollzieht und welche Einflüsse ihn prägen hat sich in den letzten dreißig Jahren enorm erweitert. Immer feinere technische Verfahren ermöglichen es uns, immer früher in die Lebenswelt eines Ungeborenen einzutauchen. Besonders die Hirnforschung konnte den höchst individuellen Zusammenhang von Umweltreizen und der Entwicklung des Nervensystems nachweisen. Und dies wiederum macht bereits den Embryo zu einer Person mit eigenen Entwicklungen und eigenen Erfahrungen. Die Vorstellung des Unfertigen oder gar Minderwertigen scheint damit überholt. Im Gegenteil sind wir nach der Empfängnis eher die Essenz unseres späteren Selbst – radikal ursprünglich und nachhaltig beeindruckbar. Oder wie es der Embryologe Erich Blechschmidt formuliert:
„Ein Mensch wird nicht Mensch, sondern ist Mensch und verhält sich von Anfang an als ein solcher. Und zwar in jeder Phase seiner Entwicklung von der Befruchtung an.“
Die Körperstrukturen des Menschen bilden sich nicht nur einfach heraus, sondern werden zeitgleich auch in ihren Funktionen erprobt. So kann man noch während der Entwicklung der Arme schon deren Greifbewegungen erkennen. Und weil dies natürlich auch für die Entwicklung von Nervenzellen und damit den psychischen Funktionen gilt, geht beispielsweise der Embryologe Jaap van der Wal davon aus, dass die Körperbildung auch ein psychischer Prozess ist und damit menschliches Verhalten.
1 Einleitung: Vorstellung des Themas, der Relevanz der Wochenbettdepression und der Zielsetzung der Arbeit unter Verwendung eines hermeneutischen Ansatzes.
2 Die Beziehung: Erläuterung der Grundlagen einer gesunden Mutter-Kind-Beziehung, inklusive frühkindlicher Wahrnehmung, Bindungstheorie und Interaktionsdynamiken.
3 Die Krise: Detaillierte Darstellung psychischer Störungen im Wochenbett, speziell der Wochenbettdepression, sowie deren Auswirkungen auf die Mutter-Kind-Interaktion.
4 Die Therapie: Überblick über therapeutische Ansätze und Entwicklung eines musiktherapeutischen Rahmenkonzepts zur Behandlung von Mutter und Kind.
5 Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Betrachtung der Bedeutung interpersoneller Begegnung für die Entwicklung und die Rolle der Musiktherapie als heilsamer Zugang.
Wochenbettdepression, Mutter-Kind-Beziehung, Musiktherapie, Bindungstheorie, Postpartale Depression, Interaktion, Frühkindliche Entwicklung, Selbstempfinden, Christoph Schwabe, Psychische Störungen, Mutter-Kind-Therapie, Postpartale Psychose, Früherkennung, Handlungsansatz.
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen von Wochenbettdepressionen auf die Beziehung zwischen Mutter und Kind und wie musiktherapeutische Ansätze einen Weg aus dieser Krise ebnen können.
Die zentralen Themen sind die Grundlagen der frühkindlichen Entwicklung, die Bindungstheorie, die verschiedenen psychischen Störungen im Wochenbett und die Möglichkeiten der therapeutischen Intervention.
Das primäre Ziel ist die Entwicklung eines theoretischen, musiktherapeutischen Rahmenkonzepts zur kombinierten Behandlung von Mutter und Kind bei depressionsbedingten Interaktionsstörungen.
Die Arbeit nutzt einen hermeneutischen Zugang, um aktuelle Forschungsergebnisse und Hypothesen zu erläutern und in eine theoretische Konzeption zu überführen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der gesunden Mutter-Kind-Beziehung, eine detaillierte Analyse der Wochenbettdepression und ihrer Auswirkungen sowie die Vorstellung therapeutischer Ansätze, insbesondere der Musiktherapie nach Schwabe.
Schlüsselwörter sind unter anderem Wochenbettdepression, Musiktherapie, Mutter-Kind-Bindung, Interaktion und frühkindliche Entwicklung.
Das "Einschwingen" in den ersten sechs Monaten ist eine Phase der reinen Interaktion, in der die Basis für das gegenseitige Bezogensein und die spätere gesunde Entwicklung des Kindes gelegt wird.
Es bietet ein ganzheitliches Verständnis, das den therapeutischen Prozess als Handlung versteht und soziale, interaktionelle sowie biografisch-traumatische Aspekte in die Musiktherapie einbezieht.
Die Diagnose ist aufgrund des schleichenden Beginns der Erkrankung und der Überlagerung durch Anpassungsprozesse nach der Geburt oft schwer von normalen Stimmungsschwankungen abzugrenzen.
Sie ermöglicht es, durch aktives oder rezeptives musikalisches Handeln, depressionsbedingte Blockaden zu bearbeiten, die Wahrnehmung zu differenzieren und die Interaktion zwischen Mutter und Kind zu regulieren.
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