Diplomarbeit, 2003
173 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Qualitätswissenschaft – die Wissenschaft von der Qualität
2.1 Der Begriff „Wissenschaft"
2.1.1 Definition des Begriffes „Wissen“
2.1.2 Allgemeine Definitionen des Wissenschaftsbegriffes
2.1.3 Klassifizierung von Wissenschaften
2.1.4 Paradigma-Theorie von KUHN
2.2 Das Phänomen Qualität
2.2.1 Qualität – Ein theoretischer Begriff
2.2.2 Qualität – Ein moderner technisch-ökonomischer Begriff
2.2.2.1 Qualität in der Umgangs- und Fachsprache
2.2.2.2 Partialanalytisches Qualitätsverständnis von Garvin
2.2.2.3 Subjektive, teleologische und objektive Auffassung von Qualität
2.2.3 Historischer Rückblick der Qualitätskonzeptionen
2.2.3.1 Qualität von Anfang an
2.2.3.2 Qualität im 20. Jahrhundert
2.2.4 Résumé
2.3 Rekonstruktion der Qualitätswissenschaft
2.4 Inhalte und Teilgebiete der Qualitätswissenschaft
3 Institutionalisierung des Qualitätsmanagements
3.1 Institutionalismus und Resource Mobilization Theory
3.2 Social Movement Organizations in der QM- Bewegung
3.3 Verankerung der Qualitätsmanagementkonzepte in der Gesellschaft
3.4 Résumé
4 Angebotsanalyse der Lehr- und Forschungseinrichtungen der Qualitätswissenschaft in Deutschland
4.1 Lehrangebot der deutschen Hochschulen
4.2 Forschungsaktivitäten
4.2.1 Forschungsschwerpunkte der deutschen Hochschulen
4.2.2 Forschungsprojekte der FQS (DGQ)
4.3 Résumé
5 Die Europäische Kommission
5.1 Die Lissabon-Strategie
5.2 Das Grünbuch der EU-Kommission
5.3 Soziale Verantwortung der Unternehmen (CSR) in Deutschland
5.4 Bewertung, Kritik und Vorschläge
5.5 Bedeutung der CSR für die Qualitätswissenschaft
6 Abgrenzung der Qualitätswissenschaft
6.1 Erneute Rekonstruktion der Qualitätswissenschaft
6.2 Kernkompetenzen der Qualitätswissenschaft
7 Exkurs – Globalisierung und Nachhaltigkeit
8 Zusammenfassung und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, zu analysieren, ob und inwieweit zu Recht von einer eigenständigen Disziplin "Qualitätswissenschaft" gesprochen werden kann, indem ihre theoretischen Grundlagen, ihre Institutionalisierung sowie ihre strategische Ausrichtung in Deutschland kritisch untersucht werden.
Qualität – Ein theoretischer Begriff
Um ein Verständnis davon zu erlangen, was der Begriff Qualität aussagt, haben sich die Menschen schon immer bemüht. Schon seit Jahrtausenden ist er im Sprachgebrauch eines jeden, und doch gibt es bis heute noch kein einheitliches Verständnis dafür. „Qualität“ ist ein Begriff, der in vielen Wissenschaften Einzug gefunden hat. Aus der Praxis kam das Verlangen, ihn zu normen, was sogar international gelang (z. B. DIN ISO 9000er Reihe). In diesem Abschnitt wird der begriffliche Wandel aufgezeigt.
Bereits bei der Betrachtung der Wortherkunft von Qualität zeigt sich die Ambivalenz des Begriffs: Im Lateinischen bedeutet „Qualis“ Beschaffenheit, während „Qualitas“ das Verhältnis zu Dingen ausdrückt. Das Wortstamm Qualis fragt nach der Art und Weise der Beschaffenheit, Qualitas bezieht sich sowohl auf die Eigenschaftlichkeit als auch auf ein Verhältnis zu Dingen oder Prozessen. Demzufolge trägt Qualität eine substantielle und prozessuale Dimension in sich.
Eine historische Rekonstruktion soll den Wandel des Qualitätsbegriffs deutlich machen und die verschiedenen Perspektiven, d. h. was im Laufe der Zeit unter Qualität verstanden wurde, aufzeigen. Dabei gilt es im Bewusstsein zu halten, dass die historischen Episteme jeweils kulturspezifische Bedingungen definieren, unter denen das jeweilige Wissen von Qualität möglich war. Episteme der untersuchten Epochen sind die im alltäglichen Wissen von Qualität zugrundeliegenden, kognitiven, diskontinuierlichen Ordnungsstrukturen.
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Problemstellung, die Zielsetzung sowie den Aufbau der Diplomarbeit und definiert den wissenschaftlichen Rahmen der Untersuchung.
2 Qualitätswissenschaft – die Wissenschaft von der Qualität: Hier werden der Wissenschaftsbegriff, die philosophischen Wurzeln des Qualitätsbegriffs und die theoretische Fundierung der Qualitätswissenschaft analysiert.
3 Institutionalisierung des Qualitätsmanagements: Dieses Kapitel untersucht mithilfe der Resource Mobilization Theory, wie sich Qualitätsmanagement als soziale Bewegung in Deutschland etabliert hat.
4 Angebotsanalyse der Lehr- und Forschungseinrichtungen der Qualitätswissenschaft in Deutschland: Es folgt eine empirische Ist-Analyse der Lehr- und Forschungslandschaft an deutschen Hochschulen im Bereich Qualitätsmanagement.
5 Die Europäische Kommission: Dieses Kapitel analysiert die strategische Rolle der EU-Politik, insbesondere der Lissabon-Strategie und des Grünbuchs zu Corporate Social Responsibility (CSR), für die Qualitätswissenschaft.
6 Abgrenzung der Qualitätswissenschaft: Hier wird die Qualitätswissenschaft auf wissenschaftstheoretischer Basis erneut rekonstruiert und ihre spezifischen Kernkompetenzen werden herausgearbeitet.
7 Exkurs – Globalisierung und Nachhaltigkeit: Dieser Abschnitt erweitert den Blickwinkel auf die globale Herausforderung der Nachhaltigkeit und die Rolle, die die Qualitätswissenschaft hierbei spielen kann.
8 Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel resümiert die gewonnenen Erkenntnisse und leitet Handlungsempfehlungen für die Zukunft ab.
Qualitätswissenschaft, Qualitätsmanagement, Institutionalismus, Resource Mobilization Theory, Wissenschaftstheorie, Paradigma, Corporate Social Responsibility, CSR, Europäische Kommission, Kernkompetenzen, Nachhaltigkeit, Globalisierung, Lehre und Forschung, Zertifizierung, Standardisierung.
Die Arbeit analysiert kritisch den Status der „Qualitätswissenschaft“ als eigenständige wissenschaftliche Disziplin, insbesondere unter Berücksichtigung ihrer theoretischen Fundierung und ihrer institutionellen Entwicklung.
Die zentralen Felder umfassen Wissenschaftstheorie, historische Qualitätskonzeptionen, die Institutionalisierung des Qualitätsmanagements als soziale Bewegung, hochschulische Lehre und Forschung sowie strategische Einflüsse durch die EU-Politik.
Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob eine theoretisch saubere Trennung und Begründung für den Begriff „Qualitätswissenschaft“ existiert oder ob dieser primär als Praxiskonstrukt im Qualitätsmanagement zu verstehen ist.
Die Arbeit nutzt einen wissenschaftstheoretischen Ansatz, kombiniert mit einer historischen Rekonstruktion und einer institutionalistischen Analyse ("Resource Mobilization Theory"), um die Entwicklung und Etablierung des Qualitätsmanagements nachzuzeichnen.
Der Hauptteil analysiert die begriffliche Genese von Wissenschaft und Qualität, die institutionalistischen Treiber der Qualitätsbewegung (wie DGQ oder DIN), eine Ist-Analyse des Lehrangebots an Hochschulen sowie die strategische Bedeutung von CSR-Initiativen der Europäischen Kommission.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Qualitätswissenschaft, Institutionalismus, Wissenschaftstheorie, Corporate Social Responsibility, Paradigma-Theorie nach Kuhn und Kernkompetenzen charakterisiert.
Der Autor argumentiert, dass in der Praxis beide Begriffe häufig unpräzise vermischt werden, was die wissenschaftliche Abgrenzung erschwert. Eine präzise Trennung ist notwendig, um zu entscheiden, ob die Qualitätswissenschaft als eigenständige Disziplin existiert oder eine angewandte Management-Teildisziplin darstellt.
Die Europäische Kommission fungiert als maßgeblicher „Social Movement Entrepreneur“, der durch die Etablierung von Normen wie der ISO 9000er Reihe und der Förderung von CSR-Strategien die Institutionalisierung und Professionalisierung des Qualitätsmanagements in Europa massiv vorangetrieben hat.
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