Diplomarbeit, 2011
72 Seiten, Note: 10
Vorwort
I. Theoretische Grundlagen
I.1. Der Labyrinth-Mythos
I.2. Dürrenmatts ästhetisches Credo
II. Umdeutung des Mythos bei Dürrenmatt: Das Spiegellabyrinth
II.1. Widerspiegelungen
II.2. Indentitätsproblematik
II.3. Rebellion
II.4. Flucht aus dem Labyrinth
III Zusammenfassung/Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spiegellabyrinth-Motiv in Friedrich Dürrenmatts Ballade "Minotaurus". Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Dürrenmatt das klassische Labyrinth-Mythos in einen paradoxen, unüberwindbaren Raum umdeutet, um damit erkenntnis- und metaphysikkritische Fragen sowie die existenzielle Lage des modernen Menschen darzustellen.
II.1. Widerspiegelungen
Die Wörter des Apostels Paulus - übertragen von Eco ins Bereich der Semiotik illustrieren ein Erkenntnismittel, dessen Grundlage in der platonischen Ontologie zu finden ist, nämlich in der Ansicht, dass die menschliche Welt eine irreführende Reflexion der transzendenten Welt der Ideen, einer wahren, tieferen Wirklichkeit hinter dem Schein ist.
Die Ballade Minotaurus von Dürrenmatt - um das Spiegellabyrinthmotiv ausgerichtet - stellt das Thema der reflexiven Erkenntnis zur Diskussion bzw. inwieweit die Reflexivität (heute noch) ihre Gültigkeit für die Erkenntnis der Welt und für die Selbsterkenntnis beanspruchen kann.
Um das abstrakte philosophische Denken in literarischer Form zu verkleiden, assoziierte Dürrenmatt die Metapher des Spiegels als Instrument zum Erkennen und Offenbaren der tieferen Wahrheit mit der des Labyrinths als Sinnbild der Orientierungslosigkeit und der Selbstsuche. Demgemäß übernimmt das Spiegellabyrinth, in dem der Minotaurus eingeschlossen ist, die Rolle eines ästhetischen Ausdrucksmittels von Erkenntnis- und Metaphysikkrtitik.
Als Reflexion des antiken Mythos stellt die Dürrenmattsche Ballade einen Versuch dar, die Existenz des Menschen in seiner immer mehr komplexeren Welt in Form eines Gleichnisses neu zu denken, die Grenzen der menschlichen Erkenntnisformen zu berichtigen und die Monstrosität des Minotaurus bzw. des Menschen aus einer neuen Perspektive zu betrachten.
Vorwort: Einführung in die zentrale Bedeutung des Labyrinth-Motivs bei Dürrenmatt und die interdisziplinäre Herangehensweise an die Untersuchung der Ballade "Minotaurus".
I. Theoretische Grundlagen: Erläuterung des Labyrinth-Mythos in der Postmoderne und Darstellung von Dürrenmatts ästhetischem Credo, das Literatur, Philosophie und Wissenschaft verbindet.
II. Umdeutung des Mythos bei Dürrenmatt: Das Spiegellabyrinth: Detaillierte Analyse des Hauptteils, in dem die Umwandlung des Labyrinths in einen reflexiven Raum untersucht wird, inklusive Identität, Rebellion und Fluchtmöglichkeiten.
III Zusammenfassung/Ausblick: Zusammenführung der Ergebnisse, welche die Komplexität der Ballade als philosophischen Text und deren Bedeutung für die moderne Erkenntniskritik unterstreichen.
Friedrich Dürrenmatt, Minotaurus, Spiegellabyrinth, Labyrinth-Mythos, Postmoderne, Erkenntniskritik, Metaphysikkritik, Identitätsproblematik, Existentialismus, Kierkegaard, Platon, Reflexivität, Alterität, Welt-Gegenwelt, Groteske.
Die Diplomarbeit analysiert das Spiegellabyrinth-Motiv in Friedrich Dürrenmatts Text "Minotaurus. Eine Ballade" als eine philosophische Weiterentwicklung des klassischen Labyrinth-Mythos.
Zentrale Themen sind die Erkenntnis- und Metaphysikkritik, die Konstruktion von Identität, das Verhältnis von Mensch und Tier sowie das Scheitern von Flucht- und Erkenntnisversuchen in einer als Labyrinth empfundenen Welt.
Ziel ist es zu untersuchen, welche neuen Facetten des Mythos Dürrenmatts Verwandlung des Labyrinths in ein Spiegellabyrinth hervorbringt und inwieweit das Motiv am Ende des 20. Jahrhunderts noch Aktualität besitzt.
Die Arbeit verfolgt eine interdisziplinäre Methode, die Literaturwissenschaft mit Philosophie (insbesondere Platon und Kierkegaard), Semiotik und bildender Kunst verknüpft.
Im Hauptteil wird das Spiegellabyrinth in vier Unterkapiteln analysiert: Widerspiegelungen, Identitätsproblematik, Rebellion und die Frage nach der Fluchtmöglichkeit aus dem Labyrinth.
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Spiegellabyrinth, Erkenntniskritik, Existentialismus, Identitätskonstruktion, Paradoxon und "der Einzelne" nach Kierkegaard charakterisieren.
Der Minotaurus gilt als Unwesen, weil er sich in einer ontologischen Zwischenstellung befindet – weder Mensch, noch Tier, noch Gott –, was ihn zur Unfähigkeit verurteilt, sich als stabile Identität zu begreifen.
Die Maske symbolisiert die Identität zwischen Theseus und Minotaurus. Da Theseus zur Tötung des Minotaurus dessen Rolle/Maske übernehmen muss, zeigt dies das Scheitern der klassischen Opposition zwischen Held und Monster auf.
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