Bachelorarbeit, 2011
54 Seiten, Note: 1,6
1 Aufbau und Ziele der Arbeit
2 Die freiberuflichen nichtärztlichen Heilmittelerbringer im deutschen Gesundheitswesen
2.1 Rechtliche Rahmenbedingungen
2.2 Aufgaben der freiberuflichen nichtärztlichen Heilmittelerbringer
2.3 Die Position der freiberuflichen nichtärztlichen Heilmittelerbringer im deutschen Gesundheitswesen
3 Veränderte Bedingungen am Gesundheitsmarkt und deren Einflüsse auf die freiberuflichen nichtärztlichen Heilmittelerbringer
4 Spezialisierung, Diversifizierung, Kooperation als Möglichkeiten zur Stabilisierung und Stärkung der freiberuflichen nichtärztlichen Heilmittelerbringer am Gesundheitsmarkt
4.1 Spezialisierung
4.1.1 Primärspezialisierung
4.1.2 Problemspezialisierung
4.1.3 Zielgruppenspezialisierung
4.1.4 Chancen und Risiken der Spezialisierung
4.1.5 Auswirkungen einer Spezialisierung auf das Praxismanagement einer freiberuflichen nichtärztlichen Einrichtung im deutschen Gesundheitswesen
4.2 Diversifizierung
4.2.1 Diversifizierungstheorie
4.2.2 Der ressourcentheoretische Ansatz
4.2.3 Chancen und Risiken der immateriell verbundenen Diversifizierungsstrategie für die freiberuflichen nichtärztlichen Heilmittelerbringer am Beispiel einer logopädischen Praxis
4.2.4 Auswirkungen der immateriell verbundenen Diversifizierung auf das Praxismanagement der freiberuflichen nichtärztlichen Heilmittelerbringer
4.3 Kooperation
4.3.1 Kooperationstheorie
4.3.2 Chancen und Risiken von Kooperationen für die freiberuflichen nichtärztlichen Heilmittelerbringer
4.3.3 Chancen und Risiken der horizontalen Kooperation
4.3.4 Chancen und Risiken der diagonalen Kooperation
4.3.5 Kooperation und deren Einfluss auf das Praxismanagement der freiberuflichen nichtärztlichen Heilmittelerbringer
5 Spezialisierung, Diversifizierung, Kooperation – drei zukunftsweisende Strategien zum langfristigen Erhalt der nichtärztlichen Heilmittelerbringer am Gesundheitsmarkt?
5.1 Die Spezialisierungsstrategie und ihre Optionen zur Gewinnmaximierung, Existenzsicherung, Verbesserung der Wettbewerbsposition und praxisnahen Implementierung
5.2 Die Diversifizierungsstrategie und ihre Optionen zur Gewinnmaximierung, Existenzsicherung, Verbesserung der Wettbewerbsposition und praxisnahen Implementierung
5.3 Die Kooperationsstrategie und ihre Optionen zur Gewinnmaximierung, Existenzsicherung, Verbesserung der Wettbewerbsposition und praxisnahen Implementierung
6 Fazit
7 Ausblick
Die Arbeit untersucht, wie nichtärztliche Heilmittelerbringer (wie Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden) durch strategische Managementinstrumente langfristig im deutschen Gesundheitswesen bestehen können. Dabei wird analysiert, inwieweit Spezialisierung, Diversifizierung und Kooperation zur Stabilisierung ihrer Praxen beitragen können.
4.2.3 Chancen und Risiken der immateriell verbundenen Diversifizierungsstrategie für die freiberuflichen nichtärztlichen Heilmittelerbringer am Beispiel einer logopädischen Praxis
Der Deutsche Berufsverband für Logopädie empfiehlt seinen Mitgliedern, sich neben der klassischen Logopädie weitere Geschäftsfelder zu erschließen, sprich – zu diversifizieren. Da die Diversifikationstheorie besagt, dass eine immateriell verbundene Diversifizierungssstrategie die größte Aussicht auf Erfolg hat, gilt es zunächst einmal zu prüfen, ob die freiberuflichen Einrichtungen über strategisch wertvolle, immaterielle Ressourcen verfügen. Greift man auf die Definition von Moldaschl (2007: 20) zu immateriellen Ressourcen zurück, ist u. a. das besondere Know-how im Umgang mit den Patienten und das Wissen der freiberuflichen nichtärztlichen Heilmittelerbringer eine immaterielle Ressource. Aber besitzen diese Ressourcen die Eigenschaften Heterogenität, Relevanz, Knappheit, begrenzte Imitierbarkeit, begrenzte Mobilität und begrenzte Substituierbarkeit?
Das Wissen der Einrichtungsbetreiber und deren Mitarbeiter bestehen zum einen aus explizitem Fachwissen. Das explizite Fachwissen ist jedermann zugänglich, imitierbar und handelbar. Es entspricht demnach nicht den gewünschten Anforderungen einer besonders wertvollen Ressource. Zum anderen beruht es aber auch auf implizitem Wissen, das auf Erfahrungen und Intuition baut (vgl. Gerckens 2007: 9). Die Verbindung zwischen dem expliziten Fachwissen und dem impliziten Wissen, macht diese Ressource zu einer wertvollen Ressource. Implizites Wissen gekoppelt mit explizitem Wissen kann nicht auf einem Markt erworben werden, ist nicht austauschbar, steht Mitanbietern nicht im gleichen Maß zur Verfügung und ist eng mit der Einrichtung verbunden. So ist es für jede Praxis möglich auf eine, für sie individuelle, wertvolle, immaterielle Ressource zurückzugreifen, die sich von anderen Anbietern auf dem Gesundheitsmarkt unterscheidet.
Für eine erfolgreiche Diversifizierung ist die zweite Determinante die Verbundenheit. D. h., die freiberuflichen Praxisinhaber sollten in Geschäftsfelder diversifizieren, die ihrem Kerngeschäft nah stehen. Z. B. könnten die freiberuflichen Logopäden Präventivangebote schaffen, um Sprachstörungen zu reduzieren oder Stimmstörungen im Sprechberuf zu vermeiden. Hierbei handelt es sich um eine Diversifizierung auf den sogenannten zweiten Gesundheitsmarkt. Dieser ist gekennzeichnet durch privat finanzierte Produkte und Dienstleistungen rund um die Gesundheit (vgl. Goldschmidt, Hilbert 2009: 29).
1 Aufbau und Ziele der Arbeit: Einführung in das Thema und Erläuterung des Wandels im deutschen Gesundheitssystem sowie der Zielsetzung der Arbeit.
2 Die freiberuflichen nichtärztlichen Heilmittelerbringer im deutschen Gesundheitswesen: Definition der betroffenen Berufsgruppen und Beschreibung der rechtlichen sowie strukturellen Rahmenbedingungen ihrer Tätigkeit.
3 Veränderte Bedingungen am Gesundheitsmarkt und deren Einflüsse auf die freiberuflichen nichtärztlichen Heilmittelerbringer: Analyse des zunehmenden Ökonomisierungsdrucks und der Auswirkungen von Gesundheitsreformen auf die Ertragssituation der Praxen.
4 Spezialisierung, Diversifizierung, Kooperation als Möglichkeiten zur Stabilisierung und Stärkung der freiberuflichen nichtärztlichen Heilmittelerbringer am Gesundheitsmarkt: Detaillierte theoretische Auseinandersetzung mit drei strategischen Ansätzen und deren Auswirkungen auf das Praxismanagement.
5 Spezialisierung, Diversifizierung, Kooperation – drei zukunftsweisende Strategien zum langfristigen Erhalt der nichtärztlichen Heilmittelerbringer am Gesundheitsmarkt?: Kritische Gegenüberstellung der Strategien hinsichtlich ihrer Eignung zur Gewinnmaximierung und Existenzsicherung.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Strategien unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse von Praxisinhabern.
7 Ausblick: Diskussion zukünftiger Entwicklungen, insbesondere der Akademisierung der Gesundheitsfachberufe als Lösungsansatz für Kompetenz- und Qualitätssicherungsfragen.
Gesundheitsmarkt, Heilmittelerbringer, Spezialisierung, Diversifizierung, Kooperation, Praxismanagement, Existenzsicherung, Gesundheitsreform, Wettbewerb, Integrierte Versorgung, Logopädie, Physiotherapie, Ergotherapie, Ressourcenmanagement, Akademisierung.
Die Arbeit analysiert, wie freiberufliche, nichtärztliche Heilmittelerbringer wie Physiotherapeuten, Logopäden und Ergotherapeuten ihre Praxen im sich wandelnden deutschen Gesundheitsmarkt langfristig erhalten und stärken können.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die drei strategischen Handlungsoptionen Spezialisierung, Diversifizierung und Kooperation sowie deren Einfluss auf das Praxismanagement und die ökonomische Stabilität der Einrichtungen.
Ziel ist es zu prüfen, inwieweit die genannten betriebswirtschaftlichen Theorien auf die spezifische Situation der Heilmittelerbringer übertragbar sind und welche Strategie am besten geeignet ist, um Wettbewerbsnachteile auszugleichen.
Es erfolgt eine fundierte Literatur- und Theorieanalyse, ergänzt um die betriebswirtschaftliche Bewertung der strategischen Instrumente, die durch Praxisbeispiele und eigene Erfahrungen der Autorin reflektiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Rahmenbedingungen, die Analyse der Marktveränderungen und eine tiefergehende Untersuchung der drei Strategien (Spezialisierung, Diversifizierung, Kooperation) inklusive ihrer Chancen, Risiken und managementbezogenen Auswirkungen.
Die zentralen Begriffe sind Gesundheitsmarkt, Heilmittelerbringer, Spezialisierung, Diversifizierung, Kooperation und Praxismanagement.
Die Diversifizierung bietet laut Arbeit die meisten Optionen zur Problemlösung, da sie den Zugang zum privaten "zweiten Gesundheitsmarkt" ermöglicht und die Abhängigkeit vom restriktiven ersten Gesundheitsmarkt reduziert.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Empfehlungen der Verbände (wie die Forderung nach Spezialisierung oder Kooperation) nicht widersprüchlich sind, sondern je nach individueller Ausrichtung der Praxis und dem persönlichen Wunsch nach Arbeitszufriedenheit unterschiedlich stark gewichtet werden müssen.
Die Akademisierung wird als langfristiger Lösungsansatz diskutiert, um die Kompetenzprobleme der Fachberufe zu lösen, eine Loslösung von der ärztlichen Profession zu erreichen und die Qualität der Patientenversorgung zu erhöhen.
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