Masterarbeit, 2011
109 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Erklärung der wesentlichen Begrifflichkeiten
2.1 Der Strafvollzug in Deutschland
2.2 Strafvollzugsziel "Resozialisierung"
2.2.1 Resozialisierung - Begriffliche Erläuterung
2.2.2 Resozialisierung im Strafvollzug durch Soziale Arbeit
3 Die besonderen Problemlagen im Strafvollzug
3.1 Exkurs: Situation zu Beginn der Haftzeit
3.2 Die finanzielle Situation vor und während der Haftzeit
3.3 Diverse Konflikte bei ausländischen Strafgefangenen
4 Häftlinge mit einer Drogenproblematik
4.1 Gesundheitsfürsorge im Vollzug
4.1.1 Umfang der Gesundheitsfürsorge im Vollzug
4.1.2 Rechtliche Strukturen der Gesundheitsfürsorge
4.2 Gesundheitsfürsorge des Strafvollzugs im Bereich der Drogensucht
4.2.1 Allgemeine Probleme bei der Gesundheitsfürsorge in dem Bereich
4.2.2 Gesundheitsfürsorge am Beispiel der fehlenden Legalisierung der Spritzenvergabe im Vollzug
5. Resozialisierung bei Sexualstraftätern
5.1 Ist eine Definition für Sexualstraftäter vorhanden?
5.2 Mögliche Erklärungsansätze für sexualstraffälliges Verhalten
5.3 Folgen des sexuellen Missbrauchs für das Opfer
5.4 Die Behandlungsmöglichkeiten bei Sexualstraftätern
5.4.1 Sozialtherapie in sozialtherapeutischen Anstalten
5.4.2 Sozialtherapie der sozialtherapeutischen Anstalt Hohenasperg
5.5 Die Wirksamkeit der Behandlung von Sexualstraftätern
6 Ambulante Maßnahmen
6.1 Die Bewährungshilfe
6.2 Die Führungsaufsicht
6.3 Die Freie Straffälligenhilfe
7 Probleme der Privatisierung von Strafanstalten
8 Fazit
Die Arbeit untersucht aus sozialpädagogischer und rechtlicher Perspektive die Maßnahmen der Resozialisierung im Strafvollzug sowie bei ambulanten Diensten, um das Spannungsfeld zwischen pädagogischer Betreuung und rechtlichen Rahmenbedingungen aufzuzeigen und Verbesserungspotenziale zu identifizieren.
3.1 Exkurs: Situation zu Beginn der Haftzeit
Im Gefängnis prallen verschiedene Personen mit unterschiedlichen Delikten, Süchten, sozioökonomischem Hintergrund und kultureller Herkunft aufeinander. Durch die Überbelegung und das mangelnde Personal bietet sich wenig Hilfsspielraum. Die Haftbedingungen bilden deshalb weiteres Potential, das soziale und gesundheitliche Befinden der Insassen zu verschlechtern und bauen die personellen Ressourcen der Gefangenen ab. Die Situation zu Beginn der Haftzeit ist für viele Gefangene nicht einfach zu bewältigen, da sie aus ihrem gewohnten Umfeld herausgenommen werden und sich in ein neues, geschlossenes System eingliedern müssen.
Im Strafvollzug angekommen verlieren sie ihren bisherigen sozialen Status und erleben durch die haftinternen Bedingungen einen starken Verlust ihrer persönlichen Sicherheit. Neue Insassen sind am stärksten gefährdet, Opfer von Übergriffen und Unterdrückung zu werden. Sie befinden sich von vornherein in der Bedrängnis, sich einen Rangplatz in der Gefangenenhierarchie zu suchen. Um einen hohen Rang zu erzielen, benötigt man physische Stärke, soziale und intellektuelle Kompetenzen, eine hohe Deliktebene, Haftdauer und viele Hafterfahrungen sowie Zugangsmöglichkeiten zu illegalen Gütern und einflussreichen Mitgefangenen.
Wer eine hohe Statusposition einnehmen kann, wird auch weniger häufig Opfer von Übergriffen. Insassen, die wegen bestimmten Eigenschaften, wie beispielsweise durch körperliche Schwäche oder fehlendem Durchsetzungsvermögen, auffallen, werden häufig zu Opfern degradiert. Einige Insassen haben durch ihre begangenen Delikte von vornherein keine Möglichkeiten in der Hierarchie zu wandern. Das trifft vor allem für Sexualstraftäter und transsexuelle Gefangene zu. Die Gewalt, die diese von den anderen Häftlingen erleiden, dient nicht zur Bestimmung der Rangordnung, sondern vielmehr zur Kenntlichmachung der Ausgrenzung. Es kommt auch zur Bildung bzw. zum Anschluss der Gefangenen zu informellen Subsystemen. Kennzeichnend für das Verhalten in Subkulturen sind die illegalen Kauf- und Tauschgeschäfte, eine Tätowierung, welche typisch für die Subkultur ist, und ferner auch ein teilweise verschlüsselter Sprachgebrauch, um sich von den anderen zu unterscheiden.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung des Strafvollzugs hin zur Resozialisierung und thematisiert das mediale Spannungsfeld sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2 Erklärung der wesentlichen Begrifflichkeiten: Dieses Kapitel definiert den Strafvollzug in Deutschland, das Vollzugsziel Resozialisierung sowie die Rolle der Sozialen Arbeit.
3 Die besonderen Problemlagen im Strafvollzug: Es werden die spezifischen Herausforderungen wie Verschuldung, Anfangsschwierigkeiten in der Haft und die Situation ausländischer Gefangener analysiert.
4 Häftlinge mit einer Drogenproblematik: Das Kapitel behandelt die medizinische Versorgung und die Problematik des Drogenkonsums im Vollzug, exemplarisch dargestellt an der Spritzenvergabe.
5. Resozialisierung bei Sexualstraftätern: Fokus auf Definitionen, Erklärungsansätze und Behandlungsmöglichkeiten (Sozialtherapie) für Sexualstraftäter.
6 Ambulante Maßnahmen: Untersuchung von Bewährungshilfe, Führungsaufsicht und Freier Straffälligenhilfe als ergänzende Resozialisierungsinstrumente.
7 Probleme der Privatisierung von Strafanstalten: Kritische Auseinandersetzung mit Formen, rechtlichen Problemen und Risiken einer Privatisierung des Vollzuges.
8 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Resozialisierungspraxis mit Empfehlungen zur systemischen Verbesserung und interdisziplinären Vernetzung.
Resozialisierung, Strafvollzug, Sexualstraftäter, Drogensucht, Bewährungshilfe, soziale Integration, Privatisierung, Rückfallprävention, Sozialarbeit, Stigmatisierung, Haftbedingungen, Gesundheitsfürsorge, Forensik, Substitutionsbehandlung, Delinquenz.
Die Arbeit analysiert die verschiedenen Ansätze und Maßnahmen zur Resozialisierung von Straftätern im deutschen Justizvollzug sowie durch ambulante Dienste.
Die Schwerpunkte liegen auf der Gesundheitsfürsorge bei Drogensüchtigen, der Behandlung von Sexualstraftätern, den Problemen von Straffälligen durch Überschuldung und Migration sowie der kritischen Diskussion zur Privatisierung von Haftanstalten.
Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem rechtlichen Resozialisierungsauftrag und der realen Umsetzung im Vollzug aufzudecken, um Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturrecherche, die kriminologische, sozialpädagogische und rechtliche Quellen zusammenführt, um die aktuelle Praxis kritisch zu hinterfragen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, spezielle Problembereiche wie Sucht und Sexualstraftaten, ambulante Unterstützungsangebote und die Problematik der Privatisierung.
Resozialisierung, Strafvollzug, Sexualstraftäter, Soziale Arbeit, Rückfallprävention und Privatisierung sind die tragenden Konzepte der Analyse.
Die Arbeit zeigt auf, dass der Fokus auf Abstinenz oft mit der Realität der Suchterkrankung kollidiert, was zu Unterversorgung, hohen Rückfallrisiken und einer Gefährdung durch fehlende Infektionsprophylaxe (z.B. Spritzenvergabe) führt.
Die Autorin bemängelt, dass die Führungsaufsicht oft als repressive Zusatzmaßnahme fungiert und eine ineffektive Doppelbetreuung zur Bewährungshilfe darstellt, ohne nennenswerte Qualitätsvorteile für die Resozialisierung zu bieten.
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