Diplomarbeit, 2011
131 Seiten, Note: 1,1
1. Vorwort
2. Märchen
2.1. Entstehung des europäischen Volksmärchens
2.2. Merkmale des europäischen Volksmärchens
2.3. Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm
2.4. Die Bedeutung des Erzählens
2.5. Märchen in unserer Zeit
3. Das Märchen der Sozialen Arbeit...
3.1. ...und ihre Entstehung:
Die historische Entwicklung der Sozialen Arbeit
3.1.1. Armut und Armenfürsorge im mittelalterlichen Verständnis
3.1.2. Armut und Armenfürsorge zu Beginn der Neuzeit
3.1.3. Absolutismus, Aufklärung, Armut und Armenfürsorge
3.1.4. Armut und Armenfürsorge zur Zeit der Industrialisierung
3.1.5. Die Ursprünge einer modernen Sozialen Arbeit
3.2. ...auf der Suche nach sich selbst:
Das Selbstverständnis Sozialer Arbeit
3.2.1. Die Bedeutung einer beruflichen Identität
3.2.2. Was bedeutet Soziale Arbeit?
3.2.3. Die ethischen Grundlagen Sozialer Arbeit
4. Volksmärchen und ihre Bedeutung für die Soziale Arbeit
4.1. Der Weg des Märchenhelden
4.1.1. Soziale Arbeit in der Rolle von Sneewittchen
4.1.2. Soziale Arbeit in der Rolle des Aschenputtels
4.2. Die Rolle des märchenhaften Helfers
4.2.1. Sneewittchen und die Soziale Arbeit
4.2.2. Aschenputtel und die Soziale Arbeit
5. Märchenhafte Möglichkeiten für die Praxis Sozialer Arbeit
5.1. Voraussetzungen für eine märchenhafte Praxis
5.2. Die Märchenreflexion
6. Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht den potenziellen Nutzen von Märchen für das Selbstverständnis und die professionelle Praxis der Sozialen Arbeit. Ausgehend von der historischen Entwicklung der Profession und der Analyse zentraler Märchenmotive wird erforscht, wie die "Märchenbrille" als Perspektivwechsel zur Identitätsstärkung und Reflexion in der Praxis eingesetzt werden kann.
2.1. Entstehung des europäischen Volksmärchens
Aufgrund von Erkenntnissen der Sprachforschung konnte festgestellt werden, dass sich die Sprache etwa alle 400 Jahre vollständig wandelt. Daher wäre es falsch zu behaupten, dass die Märchen, welche wir heute lesen oder hören bereits vor Jahrhunderten in dieser Form erzählt wurden (Knoch 2010, 119). Zumal bekannt, dass die ursprünglich erzählten Geschichten spätestens mit ihrer schriftlichen Festhaltung verändert und angepasst wurden. Auch die Bedeutung des Wortes „Märchen“ hat sich im Laufe der Zeit durch Veränderungen in der Sprache gewandelt. „Märchen“ leitet sich aus der „Mär“, also der Kunde, dem Bericht oder der Erzählung, aber auch dem Gerücht ab und stellt die „Diminutivform“ dar. Durch eine Bedeutungsverschlechterung der Diminutiva wurde den „verkleinerten Erzählungen“ zunehmend die Bedeutung von Lügengeschichten zugesprochen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wandelte sich die Bedeutung des Begriffs erneut und das Märchen wurde zunehmend als phantastische und mündlich überlieferte Erzählung verstanden (Lange 2010, 8). Abgesehen von der Tatsache, dass Märchen heutzutage selten erzählt und meist (vor-) gelesen werden, ist dieses Verständnis von ihnen bis heute aktuell. Trotz des begrifflichen Bedeutungswandels und der sprachlichen Entwicklungen haben sich die Hauptmotive der Märchen nicht verändert und finden sich in den Erzählungen aller Kulturen wieder. Bereits altägyptische Schriften (1290 v. Chr.) thematisieren menschliche Grunderfahrungen, beispielsweise Geburt und Tod, Liebe und Hass, Misserfolg und Erfolg, in einer Form, wie sie dem Märchen zugeordnet werden kann (Knoch 2010, 120). Dabei ist eine genaue zeitliche Eingrenzung zur tatsächlichen Entstehung eines Märchens schwer zu bestimmen, da dies zunächst in mündlicher Erzählform verbreitet und meist erst viel später niedergeschrieben wurde. Die Entwicklung der Erzählung „tausendundeine Nacht“ konnte, beispielsweise, bis ins 9. Jahrhundert zurückverfolgt werden, obwohl sie erst im 16. Jahrhundert schriftlich festgehalten wurde.
1. Vorwort: Dieses Kapitel erläutert die Motivation der Autorin, die Bedeutung von Märchen für die Soziale Arbeit zu erforschen, angestoßen durch die fachliche Debatte nach Bruno Bettelheim.
2. Märchen: Es werden die Entstehung, die wesentlichen Merkmale des europäischen Volksmärchens sowie die Bedeutung des Erzählens als lebenswichtige Tätigkeit thematisiert.
3. Das Märchen der Sozialen Arbeit...: Dieses umfangreiche Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Sozialen Arbeit von der mittelalterlichen Armenfürsorge bis zur modernen Sozialpolitik nach und analysiert deren Selbstverständnis sowie ethische Grundlagen.
4. Volksmärchen und ihre Bedeutung für die Soziale Arbeit: Anhand konkreter Analysen der Rollen von Helden und Helfern in bekannten Märchen wie "Sneewittchen" und "Aschenputtel" wird die Relevanz dieser Geschichten für die professionelle Identitätsbildung herausgearbeitet.
5. Märchenhafte Möglichkeiten für die Praxis Sozialer Arbeit: Hier werden praktische Voraussetzungen und konkrete Methoden der Märchenreflexion vorgestellt, basierend auf Erfahrungen aus pädagogischen Begleitseminaren.
6. Schlusswort: Das Fazit fasst zusammen, dass Märchen durch einen Perspektivwechsel die Identität und Sicherheit in der professionellen Praxis Sozialer Arbeit stärken können.
Soziale Arbeit, Volksmärchen, Armenfürsorge, berufliche Identität, Selbstverständnis, Märchenreflexion, Identitätsentwicklung, Geschichte der Sozialen Arbeit, Professionalität, Märchenhelden, Helferrolle, ethische Grundlagen, pädagogische Praxis, Sozialpädagogik, Praxisreflexion
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Märchen, als Reflexionsinstrument zur Stärkung des beruflichen Selbstverständnisses von Sozialarbeitern zu dienen.
Zu den Kernbereichen gehören die historische Genese der Sozialen Arbeit, die Analyse der Märchenstruktur sowie die praktische Anwendung von Märchen in pädagogischen Kontexten.
Die Arbeit geht der Frage nach, welchen Nutzen Märchen für das Selbstverständnis und die konkrete Praxis der Profession Soziale Arbeit bieten können.
Es erfolgt eine fundierte Literatur- und Theorieanalyse der historischen Entwicklung sowie eine interpretative Analyse von Märchenmotiven in Bezug auf die Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Sozialen Arbeit, eine theoretische Einbettung der Märchenkunde und eine exemplarische Anwendung von Märchenrollen auf professionelles Handeln.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Soziale Arbeit, berufliche Identität, Märchenreflexion, historische Entwicklung der Armenfürsorge und Praxisreflexion.
Während viele Werke den Nutzen von Märchen für Kinder beschreiben, liegt der Fokus hier spezifisch auf der Reflexion der eigenen beruflichen Rolle von Fachkräften der Sozialen Arbeit.
Die Zwerge dienen als Symbol für eine professionelle Helferrolle, die Struktur, Sicherheit und Orientierung bietet, während sie gleichzeitig die Grenzen der Unterstützung durch den Märchenhelfer aufzeigt.
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