Diplomarbeit, 1998
88 Seiten, Note: 2.3
1 Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Untersuchung
2 Grundlegung
2.1 Mitunternehmerschaft
2.1.1 Allgemeines
2.1.2 Voraussetzungen
2.1.2.1 Gesellschafterstellung
2.1.2.2 Mitunternehmerrisiko
2.1.2.3 Mitunternehmerinitiative
2.1.3 Umfang des Betriebsvermögens
2.2 Betriebsaufspaltung
2.2.1 Allgemeines
2.2.2 Voraussetzungen
2.2.2.1 Sachliche Verflechtung
2.2.2.2 Personelle Verflechtung
2.2.3 Rechtsfolgen
2.3 Mitunternehmerische Betriebsaufspaltung
2.3.1 Allgemeines
2.3.2 Beispiel: Mitunternehmerschaft vs. Betriebsaufspaltung
2.3.2.1 Lösung nach den Grundsätzen der Mitunternehmerschaft
2.3.2.2 Lösung nach den Grundsätzen der Betriebsaufspaltung
3 Bilanzierungskonkurrenz und mitunternehmerische Betriebs- aufspaltung
3.1 Die rechtliche Ausgangslage
3.2 Das Problem der sog. Bilanzierungskonkurrenz
3.3 Die Entwicklung der Bilanzierungskonkurrenz: Zurechnungsnorm vs. Qualifikationsnorm
3.3.1 Bisherige Rechtsprechung
3.3.2 Wandel der Rechtsprechung: Rückkehr zur Subsidiaritätstheorie?
3.3.2.1 Mitunternehmerische Betriebsaufspaltung
3.3.2.1.1 BFH v. 21996
3.3.2.1.2 Beurteilung
3.3.2.2 Grundlagenurteile: Schwestergesellschaften
3.3.2.2.1 BFH v. 11994
3.3.2.2.2 BFH v. 22.11.1994
3.3.2.2.3 Zwischenergebnis
3.3.2.2.4 Auffassung der Finanzverwaltung
3.4 Zusammenfassung
4 Darstellung der Reichweite der neuesten Rechtsprechung zur Bilanzierungskonkurrenz anhand ausgewählter Fälle
4.1 Schwesterpersonengesellschaften: Mittelbare Nutzungsüberlassung
4.1.1 Überlassung von Wirtschaftsgütern durch eine vermögensverwaltende Schwesterpersonengesellschaft
4.1.1.1 Voraussetzungen der Betriebsaufspaltung liegen nicht vor
4.1.1.2 Voraussetzungen der Betriebsaufspaltung liegen vor
4.1.2 Überlassung von Wirtschaftsgütern durch eine gewerblich tätige odergewerblich geprägte Schwesterpersonengesellschaft
4.1.3 Überlassung von Wirtschaftsgütern durch eine freiberuflich tätige Schwestergesellschaft
4.1.4 Exkurs: Mittelbare mitunternehmerische Betriebsaufspaltung
4.1.5 Zwischenergebnis
4.2 Direktüberlassung: Unmittelbare Nutzungsüberlassung
4.2.1 Überlassung von Wirtschaftsgütern durch einen nicht gewerblich tätigen Einzelunternehmer
4.2.1.1 Voraussetzungen der Betriebsaufspaltung liegen nicht vor
4.2.1.2 Voraussetzungen der Betriebsaufspaltung liegen vor
4.2.2 Überlassung von Wirtschaftsgütern durch einen gewerblich tätigen Einzelunternehmer
4.2.3 Doppelstöckige Personengesellschaft
4.2.4 Überlassung von Wirtschaftsgütern durch eine Kapitalgesellschaft
4.2.5 Zwischenergebnis
4.3 Ergebnis
5 Steuerliche Auswirkungen der neuen Rechtsprechung: Chancen und Risiken
5.1 Steuerliche Vorteile und Chancen
5.1.1 Einkommensteuer
5.1.1.1 Korrespondenzprinzip
5.1.1.2 Buchwertübertragung
5.1.1.3 Ansparabschreibung (§ 7g EStG)
5.1.1.4 Tarifbegünstigung bei der Veräußerung der Mitunternehmeranteile nach §§ 16, 34 EStG
5.1.2 Gewerbesteuer: Freibeträge, Tarifbegünstigung
5.1.3 Erbauseinandersetzungen
5.1.3.1 Vorweggenommene Erbfolge
5.1.3.2 Qualifizierte Nachfolgeklausel
5.2 Steuerliche Nachteile und Risiken
5.2.1 Einkommensteuer
5.2.1.1 Nur-Besitzgesellschafter
5.2.1.2 Sonderabschreibungen (§ 7g EStG)
5.2.2 Gewerbesteuer
5.2.2.1 Verlustsituation
5.2.2.2 Dauerschulden und Dauerschuldzinsen
5.2.3 Investitionszulage, Fördergebietsgesetz
5.3 Zusammenfassung
6 Gestaltungsempfehlungen
6.1 Mittelbare Nutzungsüberlassung
6.2 Unmittelbare Nutzungsüberlassung
6.3 Abgabenordnung: Mißbrauchsvorschrift des § 42 AO
7 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der bilanziellen Zurechnung von Wirtschaftsgütern bei der mitunternehmerischen Betriebsaufspaltung im Kontext der Konkurrenzsituation zwischen Eigenbetriebsvermögen und Sonderbetriebsvermögen. Ziel ist es, den durch neuere BFH-Rechtsprechung ausgelösten Wandel in der Zuordnung von Wirtschaftsgütern zu analysieren, die Auswirkungen auf die steuerliche Behandlung aufzuzeigen und praxisrelevante Gestaltungsempfehlungen unter Berücksichtigung der Mißbrauchsvorschrift zu formulieren.
1.1 Problemstellung
Gegenstand der vorliegenden Untersuchung ist das Problem der bilanziellen Zurechnung von Wirtschaftsgütern im allgemeinen und bei der mitunternehmerischen Betriebsaufspaltung im besonderen. Hierbei kann es zu einer Konkurrenzsituation kommen, wenn ein Wirtschaftsgut sowohl zum Eigenbetriebsvermögen (= Betriebsaufspaltung) als auch zum Sonderbetriebsvermögen (= Mitunternehmerschaft) hinzugerechnet werden kann1. Um diese Frage zu erörtern, muß auf die Reichweite des § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz 1 Hs. 2 EStG abgestellt werden, da diese Vorschrift den Umfang der Einkünfte aus Gewerbebetrieb regelt. Zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb gehören neben dem Gewinnanteil auch die Vergütungen, die der Gesellschafter von der Gesellschaft für die Überlassung von Wirtschaftsgütern bekommt.
Kommt § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz 1 Hs. 2 EStG nur subsidiär zur Anwendung, so wird der Bilanzierung im Eigenbetriebsvermögen Vorrang eingeräumt. Die Finanzverwaltung ging lange Zeit davon aus, daß § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz1 Hs. 2 EStG nur eine Qualifikationsnorm sei, die folglich nur dann zur Anwendung kommt, wenn die Vergütungen nicht ohnehin als gewerbliche Einkünfte anzusehen sind2. Nach dieser Ansicht kommt § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz 1 Hs. 2 EStG nur noch dann zur Anwendung, wenn die Leistung aus einem nicht gewerblichen Betriebsvermögen erfolgt3.
Dieser Qualifikationsnorm ist die Zurechnungsnorm gegenüberzustellen4. Wird dieser Vorrang eingeräumt, so kommt § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz 1 Hs. 2 EStG selbst dann zur Anwendung, wenn sich das Wirtschaftsgut schon im eigenen Betriebsvermögen befindet. Diese Sichtweise kann im allgemeinen als die ständige Rechtsprechung des BFH bei der Zuordnung von Wirtschaftsgütern angesehen werden5. Diese gefestigte Rechtsprechung des BFH ist aber durch die Urteile zu den Schwesterpersonengesellschaften6 etwas aufgeweicht und führt bei dem neuen BFH-Urteil vom 23.4.19967 zu einem generellen Wandel bei der Anwendung des Sonderbetriebsvermögens.
1 Einführung: Die Arbeit thematisiert die Zurechnungskonflikte von Wirtschaftsgütern zwischen Eigen- und Sonderbetriebsvermögen und erläutert den Aufbau der Untersuchung zur Analyse des Rechtsprechungswandels.
2 Grundlegung: Es werden die steuerrechtlichen Grundlagen der Mitunternehmerschaft und der Betriebsaufspaltung sowie deren Voraussetzungen und Rechtsfolgen definiert.
3 Bilanzierungskonkurrenz und mitunternehmerische Betriebs- aufspaltung: Das Kapitel analysiert das Konkurrenzproblem zwischen Zurechnungs- und Qualifikationsnorm und arbeitet den Wandel der BFH-Rechtsprechung hin zur Subsidiaritätstheorie heraus.
4 Darstellung der Reichweite der neuesten Rechtsprechung zur Bilanzierungskonkurrenz anhand ausgewählter Fälle: Die Reichweite der Rechtsprechung wird anhand von Fallbeispielen für mittelbare und unmittelbare Nutzungsüberlassungen bei verschiedenen Gesellschaftsformen detailliert untersucht.
5 Steuerliche Auswirkungen der neuen Rechtsprechung: Chancen und Risiken: Es werden die Vor- und Nachteile sowie Chancen und Risiken der mitunternehmerischen Betriebsaufspaltung im Vergleich zur bisherigen Handhabung bei Einkommen- und Gewerbesteuer analysiert.
6 Gestaltungsempfehlungen: Aufbauend auf den Ergebnissen werden praktische Empfehlungen für die Gestaltung von Nutzungsüberlassungen gegeben, wobei auch die Mißbrauchsvorschrift des § 42 AO beleuchtet wird.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit resümiert die aktuelle diffizile Lage der Bilanzierungskonkurrenz und wagt einen Ausblick auf die künftige Bedeutung der Rechtsprechung.
Mitunternehmerische Betriebsaufspaltung, Bilanzierungskonkurrenz, Sonderbetriebsvermögen, Eigenbetriebsvermögen, Zurechnungsnorm, Qualifikationsnorm, BFH-Rechtsprechung, Schwesterpersonengesellschaften, Nutzungsüberlassung, Gewerbesteuer, Einkommensteuer, Betriebsvermögen, Personengesellschaft, Subsidiaritätstheorie, § 15 EStG
Die Arbeit befasst sich mit dem steuerrechtlichen Problem der bilanziellen Zuordnung von Wirtschaftsgütern, wenn diese gleichzeitig Merkmale für eine Zuordnung zum Eigenbetriebsvermögen und zum Sonderbetriebsvermögen aufweisen.
Zentral sind die Abgrenzung der Mitunternehmerschaft von der Betriebsaufspaltung, die Bilanzierungskonkurrenz, die neue BFH-Rechtsprechung zu Schwesterpersonengesellschaften und deren Auswirkungen auf die Steuerbelastung.
Das Ziel besteht darin, den Rechtsprechungswandel bei der Zurechnung von Wirtschaftsgütern zu analysieren und zu klären, unter welchen Bedingungen die neue Rechtsprechung Anwendung findet, um daraus Gestaltungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten.
Die Untersuchung basiert auf einer juristisch-dogmatischen Analyse, welche die Rechtsprechung des BFH, einschlägige Kommentarliteratur sowie steuerliche Verwaltungsanweisungen auswertet und auf konkrete Fallbeispiele überträgt.
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen erläutert, die historische Entwicklung der Rechtsprechung zur Bilanzierungskonkurrenz nachgezeichnet und die Auswirkungen der neueren Rechtsprechung anhand von Fallgruppen (mittelbare und unmittelbare Nutzungsüberlassung) analysiert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie mitunternehmerische Betriebsaufspaltung, Bilanzierungskonkurrenz, Sonderbetriebsvermögen, Qualifikationsnorm und die neuere Rechtsprechung zum Vorrang der Betriebsaufspaltung geprägt.
Die Finanzverwaltung versuchte lange Zeit, durch eine restriktive Auslegung und das Festhalten an der Qualifikationsnorm des § 15 EStG die Zuordnung zum Sonderbetriebsvermögen zu sichern, steht jedoch zunehmend im Widerspruch zur aktuelleren Rechtsprechung des BFH.
Der Autor schlägt spezifische Gestaltungen vor, wie etwa die Gründung von gewerblich geprägten Besitzgesellschaften, um durch die steuerliche Einordnung als Gewerbebetrieb die Nachteile des Sonderbetriebsvermögens zu umgehen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

