Diplomarbeit, 1999
140 Seiten, Note: 1.1
1. Wirtschaftsstandort China: Rahmenbedingungen für den Markteintritt
1.1 Bevölkerung
1.1.1 Bevölkerungszahl
1.1.2 Bevölkerungsgruppen
1.1.3 Einkommen
1.2 Geographie und Klima
1.3 Entwicklung des politischen Systems
1.3.1 Staatsorgane, Verfassung
1.3.2 Kommunistische Partei Chinas (KPCh)
1.3.3 People's Liberation Army (PLA)
1.3.4 Menschenrechte
1.4 Entwicklung des Wirtschaftssystems
1.4.1 1949 – 1957: Aufbauphase
1.4.2 1958 – 1962: Maos "Großer Sprung nach Vorne"
1.4.3 1962 – 1965: Erholung vom "Großen Sprung nach Vorne"
1.4.4 1966 – 1971: Kulturrevolution unter Mao
1.4.5 1972 – 1978: Wiederaufbau
1.4.6 1978 – 1997: Reformen unter Deng Xiaoping
1.4.7 1997 bis heute: Weiterführung der Reformen
1.4.8 Entwicklung des Außenwirtschaftssystems
1.5 Infrastruktur
1.6 Sektorale und regionale Wirtschaftsstruktur
1.6.1 Sektorale Wirtschaftsstruktur
1.6.2 Regionale Wirtschaftsstruktur
1.7 Außenwirtschaftsbeziehungen
2. Allgemeine Markteintrittsbarrieren
2.1 Kulturelle Barrieren
2.1.1 Kultur und Mentalität
2.1.2 Sprach- und Kommunikationsbarrieren
2.1.3 Beziehungen/ guanxi
2.2 Barrieren durch reale Ordnungspolitik
2.2.1 Wirtschaftssystem
2.2.2 rechtlicher Rahmen für die Wirtschaft
2.3 Barrieren durch monetäre Ordnungspolitik
2.3.1 Fiskalpolitik
2.3.2 Bankensystem
2.3.3 ungelöste Probleme im Finanzwesen
2.3.4 Devisenmarkt
2.3.5 Abwertung des RMB
3. Markteintrittsbarrieren gegenüber Direktinvestitionen
3.1 Begriff und Arten der Direktinvestitionen
3.1.1 Equity Joint Venture (EJV)
3.1.2 Cooperative/ Contractual Joint Venture (CJV)
3.1.3 Wholly Foreign Owned Enterprise (WFOE)
3.1.4 Änderung der Unternehmensform
3.2 Rechtliche Barrieren
3.2.1 Gründung einer Gesellschaft
3.2.2 Einschränkung der Sektoren
3.2.3 Rechtsunsicherheiten
3.2.4 Gesetzesauslegung durch lokale Behörden
3.2.5 Geistiges Eigentum an Technologietransfer
3.2.6 Einschränkung der Eigentumsrechte des Investors
3.3 Abgabentechnische Barrieren
3.3.1 Steuern
3.3.2 Zölle
3.4 Monetäre und finanzielle Barrieren
3.4.1 Finanzierung
3.4.2 Devisenbilanzausgleich
3.4.3 Gewinn- und Kapitaltransfer
3.5 Praktische Barrieren
3.5.1 Partnerfindung
3.5.3 Rohstoffversorgung
3.6 Differenzierung der Barrieren
3.6.1 Differenzierung nach Branchen
3.6.2 Differenzierung nach Regionen und Sonderwirtschaftszonen
4. Besonderheiten des chinesischen Marktes
4.1 Marktpotential
4.1.1 Marktforschung
4.1.2 Kaufkraft
4.2 Anpassungserfordernisse für Produkte
4.3 Vertrieb und Distribution
4.4 Werbung
5. Entwicklung der Direktinvestitionen in China
5.1 Entwicklungsphasen
5.1.1 Anfangsphase 1979-1986
5.3 Sektorale Verteilung
5.5 Investitionsschutzabkommen
6.3.1 Europäische Union (EU)
Die Arbeit untersucht die spezifischen Markteintrittsbarrieren für ausländische Unternehmen in der Volksrepublik China. Dabei stehen Faktoren im Fokus, die den Zufluss von Direktinvestitionen hemmen könnten, wobei der Schwerpunkt auf den rechtlichen, abgabentechnischen, monetären und praktischen Hindernissen sowie kulturellen Besonderheiten liegt.
2.1.3 Beziehungen/ guanxi
Bei einem Investitionsvorhaben in der VR China wird sich ein ausländischer Investor bald Problemen wie Lizenzbeschaffungen, Rohstoffversorgung und ähnlichem gegenübergestellt sehen. In einem Land wie China, das teilweise nur über knappe oder nach Plan verteilte Resourcen verfügt, sind dann gute "guanxi" gefragt.
Guanxi bedeutet wörtlich Beziehungen, es steckt jedoch wesentlich mehr dahinter, eine Art soziales Netzwerk, das Ederer (1996) mit einem einfachen Modell beschreibt. "Werfen wir nun zwei Steine nicht weit voneinander entfernt ins Wasser, überschneiden sich die Kreise. Werfen wir 1,2 Milliarden Steine ins Wasser, dann haben wir Milliarden Berührungspunkte, ein Netz von sich begegnenden Kreisen, haben Milliarden von Beziehungsnetzen. Das ist China."
Guanxi wird dadurch charakterisiert, daß es sich um eine gegenseitige, auf Vertrauen und Langfristigkeit begründete Beziehung handelt, von der beide Seiten in Hinsicht auf persönliche oder geschäftliche Beziehungen profitieren. Luo (1997) bezeichnet guanxi auch als ein "Schmiermittel", um durchs Leben zu kommen; Tang (1995) betrachtet es als eine Art Zukunftsinvestition.
Es gibt verschiedene Grundlagen für guanxi: Einerseits kann guanxi auf einer Gemeinsamkeit begründet sein wie Herkunft aus der gleichen Familie oder dem gleichen Ort, gemeinsamer Schulbesuch o.ä.. Bei Personen ohne die genannten Gemeinsamkeiten können guanxi auch durch Einführung über einen Vermittler geschaffen werden. "The China market is like a pond full of hidden delicious food. A new fish in the pond can starve to death because he doesn't know how to locate the food. Your intermediary is an old fish who knows where every plant and plankton is. He can show you the precise location of this food so you can eat to your heart's satisfaction.". Diese zweite Art von guanxi ist besonders für ausländische Investoren ohne nähere Verbindungen zu China wichtig, da so Tore und Türen geöffnet werden können.
1. Wirtschaftsstandort China: Rahmenbedingungen für den Markteintritt: Ein Überblick über die demografischen, geografischen, politischen und wirtschaftlichen Grundlagen der Volksrepublik China.
2. Allgemeine Markteintrittsbarrieren: Analyse kultureller Hindernisse sowie der Barrieren durch reale und monetäre Ordnungspolitik im chinesischen Kontext.
3. Markteintrittsbarrieren gegenüber Direktinvestitionen: Untersuchung der spezifischen rechtlichen, abgabentechnischen, monetären und praktischen Hürden für Direktinvestitionen.
4. Besonderheiten des chinesischen Marktes: Auseinandersetzung mit Marktpotential, Produktanpassungen, Vertrieb und Werbemaßnahmen.
5. Entwicklung der Direktinvestitionen in China: Dokumentation der historischen Phasen der ausländischen Direktinvestitionen und der Investitionsschutzabkommen.
Direktinvestitionen, Volksrepublik China, Markteintrittsbarrieren, Joint Venture, WFOE, guanxi, Wirtschaftssystem, Währung, Fiskalpolitik, Rechtssicherheit, Technologietransfer, Sonderwirtschaftszonen, Marktforschung, Kaufkraft, Außenhandel
Die Arbeit analysiert die vielfältigen Barrieren, mit denen sich ausländische Unternehmen bei einem Markteintritt in der Volksrepublik China konfrontiert sehen.
Die Untersuchung umfasst kulturelle Einflüsse, die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen, rechtliche und finanzielle Aspekte sowie praktische Herausforderungen bei der Umsetzung von Investitionsprojekten.
Ziel ist es, die Faktoren zu identifizieren, die den Zufluss von Direktinvestitionen negativ beeinflussen, um ausländischen Unternehmen ein tieferes Verständnis für die Hindernisse zu vermitteln.
Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturrecherche, der Auswertung statistischer Daten sowie der Einbeziehung von Praxisberichten und Fallstudien basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung allgemeiner Markteintrittsbarrieren (Kultur, Politik), investitionsspezifische Barrieren (Recht, Finanzen, Steuern) und die Besonderheiten der Marktbearbeitung (Marketing, Distribution).
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Direktinvestitionen, guanxi, Joint Venture, Markteintrittsbarrieren, Wirtschaftsreformen und Sonderwirtschaftszonen beschreiben.
Sonderwirtschaftszonen dienen als kontrollierte Experimentierfelder, die ausländischen Investoren Privilegien einräumen, um so gezielt Investitionen und den Transfer von Technologie und Wissen zu fördern.
Guanxi werden als essenzielles soziales Netzwerk und "Schmiermittel" bezeichnet, das besonders in der Anfangsphase eines Projekts hilfreich ist, um bürokratische Hürden und Ressourcenknappheit zu überwinden.
Der Autor stuft die Rechtsunsicherheit aufgrund der häufig mangelnden Durchsetzung von Gesetzen und der Abhängigkeit des Rechts von der Politik als erhebliches Investitionshindernis ein.
Der Autor sieht das deutsche Engagement in China derzeit als unterrepräsentiert an und empfiehlt, durch die verstärkte Nutzung vorhandener Förderinstrumente und Kooperationen das Potenzial besser auszuschöpfen.
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