Diplomarbeit, 2000
107 Seiten, Note: 1.7
1 Problemstellung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Das natürliche Monopol
2.1.1 Stromerzeugung als natürliches Monopol?
2.1.2 Stromtransport als natürliches Monopol?
2.2 Modelle zur Deregulierung der Elektrizitätswirtschaft
2.2.1 Netzzugang auf Vertragsbasis (Negotiated Third Party Access)
2.2.2 Netzzugang auf Vertragsbasis und Einzelkäufer (Alleinkäufersystem)
2.2.3 Das Pool-Modell
2.2.4 Kriterien zur Beurteilung der Modelle
2.2.5 Beurteilung der Modelle
3 Rahmenbedingungen der deutschen Elektrizitätswirtschaft
3.1 Aufbau und Struktur der Elektrizitätswirtschaft
3.1.1 Aufbau der Elektrizitätswirtschaft
3.1.2 Struktur der Elektrizitätswirtschaft
3.2 Rechtliche Rahmenbedingungen
3.2.1 Ordnungsrahmen vor der Liberalisierung
3.2.1.1 Das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)
3.2.1.2 Das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkung (GWB)
3.2.1.3 Konzessionsabgaben
3.2.2 Ordnungsrahmen nach der Liberalisierung
3.2.2.1 Das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)
3.2.2.2 Das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkung (GWB)
3.2.2.3 Konzessionsabgaben
3.2.2.4 Verbändevereinbarung
4 Strombörsen
4.1 Voraussetzungen und Funktionen einer Strombörse
4.1.1 Voraussetzungen
4.1.2 Funktionen
4.2 Ausländische Strombörsen
4.2.1 Nord Pool ASA
4.2.1.1 Entstehungsgeschichte
4.2.1.2 Aufbau und Organisation
4.2.1.3 Märkte
4.2.1.3.1 Spotmarkt (Elspot)
4.2.1.3.2 Finanzmarkt
4.2.1.3.2.1 Future- und Forwardmarkt (Eltermin)
4.2.1.3.2.2 Optionsmarkt (Eloption)
4.2.1.3.3 Elbas
4.2.1.4 Geschäftsentwicklung
4.2.2 Amsterdam Power Exchange (APX)
4.2.2.1 Entstehungsgeschichte
4.2.2.2 Aufbau und Organisation
4.2.2.3 Märkte
4.2.2.3.1 Spotmarkt
4.2.2.3.2 Märkte in der Entwicklung
4.2.3 California Power Exchange (CalPX)
4.2.3.1 Entstehungsgeschichte
4.2.3.2 Elektrizitätsmarktstruktur in Kalifornien
4.2.3.3 Märkte
4.2.3.3.1 Spotmarkt
4.2.3.3.2 Terminmarkt
4.2.3.4 Geschäftsentwicklung
4.2.4 Ansatzpunkte für eine deutsche Strombörse
4.3 Konzepte der beiden deutschen Strombörsen
4.3.1 Frankfurt/ M.: European Energy Exchange (EEX)
4.3.1.1 Eigentümerstruktur
4.3.1.2 Zulassungsvoraussetzungen
4.3.1.3 Der EEX-Spotmarkt
4.3.1.4 Der EEX-Termimarkt
4.3.2 Leipzig: Leipzig Power Exchange (LPX)
4.3.2.1 Eigentümerstruktur
4.3.2.2 Zulassungsvoraussetzungen
4.3.2.3 Der LPX-Spotmarkt
5 Befragung von Versorgungsunternehmen
5.1 Struktur und Ziele des Fragebogens
5.2 Befragte Unternehmen und Begründung für deren Auswahl
5.3 Ergebnisse der Befragung
5.3.1 Fragenkomplex: Ausländische Strombörsen
5.3.2 Fragenkomplex: Deutsche Konzepte
5.3.3 Fragenkomplex: Vorbereitungen
5.3.4 Fragenkomplex: Erwartungen und Akzeptanz
5.3.5 Gesamtergebnis der Befragung
6 Fazit der Gesamtarbeit
Die vorliegende Arbeit beurteilt die Chancen einer Strombörse am Standort Deutschland unter Berücksichtigung der bestehenden Rahmenbedingungen und der Akzeptanz potenzieller Börsenteilnehmer. Zudem wird untersucht, welche Signalwirkungen von einer solchen Institution ausgehen und welche Lehren aus internationalen Vorbildern gezogen werden können.
1 Problemstellung
Mit in Kraft treten des neuen Energiewirtschaftsgesetz am 28. April 1998 entstand für die Elektrizitätswirtschaft eine neue Situation. Die geschlossenen Versorgungsgebiete, die den Energieversorgern die Abschöpfung von Monopolrenten ermöglichten, fielen weg und aus dem ehemals monopolistisch organisierten Elektrizitätsmarkt wurde ein Konkurrenzmarkt. Die Folge davon ist, dass die langfristigen Lieferverträge, Verträgen mit kürzeren Laufzeiten weichen müssen. Es werden heute keine Lieferverträge mehr mit Laufzeiten über 20 Jahre abgeschlossen, wie es vor der Liberalisierung üblich war. Die Kontrakte, die heute unterschrieben werden, haben maximal die Laufzeit von einem Jahr, mit fallender Tendenz. Dieser Markt zeichnet sich im Moment noch dadurch aus, dass es ein Käufermarkt ist, da die Konkurrenzsituation zunimmt, der Markt nur schwach wächst und die Erzeugung unter Überkapazitäten leidet. Eine Hauptrolle in der deregulierten Stromwirtschaft nimmt dabei, wie auch in anderen europäischen Ländern, deren Deregulierung bereits weiter vorangeschritten ist, der Stromhandel ein.
Zu Zeiten vor der Liberalisierung gab es ausschließlich bilaterale, d.h. auf individuelle Bedürfnisse zugeschnittene Stromlieferungsverträge. Bei einer Betrachtung der weltweiten Elektrizitätsmärkte stellt man allerdings fest, dass auf allen Märkten, die liberalisiert wurden, neben dem bilateralen Handel auch ein institutioneller Handel, in Form von Spot- oder Terminbörsen, entstanden ist (vgl. Kraus 1998a). Strombörsen auf diesen liberalisierten Märkten haben sich als eigentliche Katalysatoren des Wettbewerbs erwiesen. So sorgen sie durch ihre standardisierten Produkte am Spotmarkt für eine Preistransparenz, indem der Börsenkurs für den gesamten Markt zum Maßstab wird. Preisaufschläge wie zu Zeiten geringerer Markttransparenz entfallen. Weiter besteht die Möglichkeit über den Terminmarkt, sich gegen Preisschwankungen abzusichern (vgl. Kraus 1999a).
1 Problemstellung: Einführung in die Situation des liberalisierten deutschen Elektrizitätsmarktes und die wachsende Bedeutung des institutionellen Stromhandels als Wettbewerbskatalysator.
2 Theoretische Grundlagen: Analyse des natürlichen Monopols im Strombereich sowie Diskussion von Deregulierungsmodellen wie NTPA und dem Pool-Modell.
3 Rahmenbedingungen der deutschen Elektrizitätswirtschaft: Überblick über die historische Entwicklung und die rechtlichen Rahmenbedingungen der Energiewirtschaft in Deutschland vor und nach der Liberalisierung.
4 Strombörsen: Vorstellung internationaler Strombörsen (Nord Pool, APX, CalPX) und deren Übertragbarkeit auf die geplanten deutschen Börsenkonzepte EEX und LPX.
5 Befragung von Versorgungsunternehmen: Darstellung der Ergebnisse einer Befragung zur Akzeptanz und den Erwartungen der Branche an die EEX und LPX.
6 Fazit der Gesamtarbeit: Abschließende Einschätzung der Chancen einer deutschen Strombörse, mit einer klaren Präferenz für das Konzept der EEX.
Strombörse, Elektrizitätswirtschaft, Deregulierung, natürliches Monopol, Netzzugang, EEX, LPX, Stromhandel, Spotmarkt, Terminmarkt, Wettbewerb, Preisbildung, Versorgungsunternehmen, Liberalisierung, Energiewirtschaftsgesetz.
Die Arbeit untersucht die Chancen einer Strombörse mit Standort in Deutschland unter den neuen, liberalisierten Rahmenbedingungen des Strommarktes.
Die Themen umfassen wettbewerbstheoretische Grundlagen, rechtliche Rahmenbedingungen wie das Energiewirtschaftsgesetz, internationale Börsenmodelle sowie die spezifischen deutschen Konzepte EEX und LPX.
Das Ziel ist es, auf Basis der regulatorischen Rahmenbedingungen und der Akzeptanz durch potenzielle Teilnehmer zu beurteilen, welche Erfolgsaussichten ein deutscher Strombörsenstandort hat.
Neben der theoretischen Literaturanalyse wird eine qualitative Befragung unter sechs ausgewählten deutschen Energieversorgungsunternehmen durchgeführt, um deren Einschätzungen und Vorbereitungen zu evaluieren.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Analyse der deutschen Rahmenbedingungen, eine Vorstellung ausländischer Börsenmodelle und die konkrete Ausarbeitung der deutschen Börsenkonzepte.
Strombörse, Liberalisierung, EEX, LPX, Wettbewerb und Strommarkt sind die zentralen Begriffe der Arbeit.
Die Ergebnisse der Befragung deuten darauf hin, dass die Befragten dem Konzept der European Energy Exchange (EEX) in Frankfurt größere Chancen einräumen als der Leipzig Power Exchange (LPX).
Als wesentliche Gründe werden die Kombination aus Auktionsverfahren und kontinuierlichem Handel (Continous Trade) sowie die frühe Einbindung potenzieller Teilnehmer in den Entwicklungsprozess der EEX genannt.
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