Diplomarbeit, 2000
113 Seiten, Note: 1
Vorwort
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Was ist MP3?
2.1.1 Historie
2.1.2 Verlustfreie und verlustbehaftete Codierung
2.1.3 Audiodateien in MP3
2.1.4 Audio-Streaming in MP3
2.2 Wie funktioniert die Komprimierung?
2.2.2 Digitaltechnische Grundlagen
2.2.3 Funktion der MP3-Codierung
2.2.4 Funktion der Decodierung
2.2.5 Komprimierung in Stereo
3 Praxis
3.1 Encoder
3.1.1 MP3-Software-Encoder
3.1.2 MP3-Hardware-Encoder
3.2 Decoder
3.2.1 MP3-Software-Decoder
3.2.1 MP3-Hardware-Decoder
4 Hörtest
4.1 Beschreibung des Hörtests
4.2 Der Fragebogen
4.3 Durchführung des Hörtests
4.3.1 Bedingungen, unter denen der Hörtest vorbereitet wurde
4.3.2 Bedingungen, unter denen der Hörtest stattfand
4.4 Auswertung des Hörtests
4.4.1 Allgemeines
4.4.2 Statistische Grundlagen
4.4.3 Entscheidungsgrundlagen
4.5 Ergebnisse
4.5.1 Allgemeines
4.5.2 Teilnehmer
4.5.3 Reliabilität
4.5.4 Validität
4.5.5 Die Ergebnisse im Einzelnen
4.6 Schlüsse aus dem Hörtest
5 Anwendungen
5.1 MP3 beim Rundfunk
5.1.1 Audiodateien auf den File-Servern
5.1.2 Audio-Streaming via ISDN
5.1.3 Digitales Satelliten-Radio
5.2 MP3 im Internet
5.2.1 Audiodateien zum Download
5.2.2 Audio-Streaming
6 Anhang
6.1 Quellenverzeichnis
6.1.1 Literatur
6.1.2 Internet
6.2 Urliste des Hörtests
6.3 Kommentare der Versuchsteilnehmer
Die Diplomarbeit untersucht das MP3-Verfahren hinsichtlich seiner Funktionsweise und stellt verschiedene Encoder sowie Decoder in der Praxis vor. Das Kernstück bildet ein Hörtest, der analysiert, unter welchen Bedingungen die durch die Komprimierung entstandenen Artefakte für den menschlichen Hörer wahrnehmbar werden, um so eine wissenschaftliche Einordnung der Qualität des MP3-Formats zu ermöglichen.
2.2.1.2 Verdeckung
Als Verdeckung bezeichnet man den Effekt, wenn ein Ton aufgrund des Vorhandenseins eines anderen Tons (Maskierer) nicht mehr wahrnehmbar ist.
Von spektraler Verdeckung spricht man, wenn bei gleichzeitig erklingenden Tönen ein Ton andere verdeckt. In Abbildung 2-2 verdeckt ein schmalbandiges Rauschen jeweils einen ganzen Bereich der Hörfläche. Die eingezeichneten Kurven stellen jeweils die Mithörschwelle dar. Jede Information unterhalb dieser Mithörschwelle bleibt für das menschliche Ohr unhörbar.
Von Vor- bzw. Nachverdeckung spricht man, wenn ein Ton, der nach bzw. vor einem anderen Ton erklingt, diesen verdeckt. In Abbildung 2-3 ist dargestellt, welcher Bereich vor und nach einem Maskierer verdeckt wird, also der Bereich, in dem andere Schallereignisse nicht wahrgenommen werden können.
Das menschliche Gehör teilt Schallereignisse in einzelne Frequenzgruppen ein, innerhalb derer die Intensitäten der auftretenden Schwingungen integriert werden. Unterhalb einer Frequenz von 500 Hz besitzen die Frequenzgruppen eine konstante Breite von jeweils 100 Hz. Oberhalb 500 Hz nimmt die Breite der Frequenzgruppen zu, sie beträgt jeweils 20% der Mittenfrequenz.
1 Einleitung: Vorstellung des Themas MP3 als dominierendes Format im Internet und Definition der zentralen Forschungsfrage des Hörtests.
2 Grundlagen: Erläuterung der technischen und psychoakustischen Prinzipien, die der MP3-Komprimierung zugrunde liegen, inklusive Filterbänken und Quantisierung.
3 Praxis: Überblick über existierende Hard- und Software-Lösungen zur Codierung und Decodierung von MP3-Signalen.
4 Hörtest: Detaillierte Beschreibung der Versuchsbedingungen, statistischen Methoden und Ergebnisse der durchgeführten Hörtests mit verschiedenen Signaltypen.
5 Anwendungen: Analyse der Einsatzmöglichkeiten von MP3 in Rundfunkanstalten sowie bei Internet-Downloads und Streaming-Diensten.
6 Anhang: Bereitstellung der Quellenverzeichnisse, Urlisten der Testergebnisse und der gesammelten Kommentare der Versuchsteilnehmer.
MP3, Audiokomprimierung, Psychoakustik, Hörtest, Datenrate, Filterbank, MDCT, Quantisierung, Bitstrom, Signal-to-Noise-Ratio, Artefakte, MP3-Encoder, Rundfunk, Internet, Digital Audio
Die Arbeit analysiert das MP3-Komprimierungsverfahren und seine Wahrnehmbarkeit für das menschliche Gehör durch einen umfangreichen Hörversuch.
Die zentralen Themen sind die technischen Grundlagen von MP3, die psychoakustischen Mechanismen, eine Marktübersicht von Software und Hardware sowie die statistische Auswertung der Hörbarkeit von Kompressionsartefakten.
Das Ziel ist es zu untersuchen, wann und unter welchen spezifischen Bedingungen eine MP3-Komprimierung für Hörer bei unterschiedlichen Signaltypen wahrnehmbar wird.
Es wurde ein empirischer Hörversuch mit 51 Teilnehmern durchgeführt, dessen Daten mittels statistischer Methoden (Ordinalniveau, Signifikanzgrenzen, Median, Quartile) ausgewertet wurden.
Der Hauptteil umfasst die technische Funktionsweise des Encodings (FFT, Filterbank, MDCT), die Beschreibung der Testreihenfolge und die detaillierte Ergebnispräsentation der verschiedenen Musikstile und Testsignale.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Psychoakustik, Datenreduktion, Kompressionsverhältnis, Artefakte und digitale Signalverarbeitung charakterisiert.
Das Signal wurde gewählt, um zu prüfen, ob spezifische Artefakte wie das Verschwinden von Rauminformationen bei der Stereokomprimierung im praktischen Höralltag wahrnehmbar sind.
Artefakte wie Vor-Echos, Verzerrungen oder das Verschwinden von Ambiente dienen als Indikatoren für die Grenzen der verlustbehafteten Codierung bei niedrigen Datenraten.
Die Arbeit empfiehlt für hochwertige Übertragungen eine Bündelung von Kanälen, um eine Datenrate von 192 kBit/s zu ermöglichen, da 128 kBit/s bei kritischem Material nicht immer unhörbar bleiben.
Nein, die Ergebnisse widerlegen das Vorurteil, dass MP3 generell für klassische Musik oder Jazz ungeeignet sei, da die Komprimierung bei moderaten Datenraten in allen untersuchten Stilen unhörbar blieb.
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