Diplomarbeit, 1999
116 Seiten, Note: 1.5
1 EINFÜHRUNG
1.1 Zielsetzung
1.2 Methodische Vorgehensweise
1.3 Aufbau der Arbeit
2 SOZIALE DIENSTLEISTUNGSPRODUKTION IM STRUKTURWANDEL DER ARBEITSGESELLSCHAFT
2.1 Die Erosion der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung
2.2 Theorien zur Dienstleistungsgesellschaft und soziale Dienstleistungsproduktion
2.3 Barrieren formeller Dienstleistungsproduktion in Deutschland
3 NONPROFIT-ORGANISATIONEN: SOZIALE DIENSTLEISTUNGSPRODUKTION IM INTERMEDIÄREN BEREICH
3.1 Was sind Nonprofit-Organisationen? Ein Überblick
3.2 Exkurs: Zu Erklärungsmodellen von Nonprofit-Organisationen
3.3 Nonprofit-Organisationen im Welfare Mix – ein Analyserahmen
3.4 Der Nonprofit-Sektor in Deutschland
3.5 Zusammenfassung
4 SOZIOLOGISCHE ANALYSEN EINER NONPROFIT-ORGANISATION: DER VEREIN „FRAUEN FÜR FRAUEN“ IM BLICKFELD
4.1 Das Untersuchungsobjekt
4.2 Organisationsgründung als alternativer Dienstleistungsproduzent
4.3 Organisationsstabilisierung im Third-Party-Government
4.4 Zielverschiebungen und die Assimilation marktlicher und staatlicher Organisationsformen
4.5 Die Organisationsgenese im Überblick: Schlußfolgerungen
5 RESÜMEE UND AUSBLICK
5.1 Soziale Dienstleistungsproduktion im intermediären Bereich als große Hoffnung der Arbeitsgesellschaft?
5.2 Neue Arbeitsformen durch Nonprofit-Organisationen?
5.3 Fazit
Die Arbeit untersucht das Potenzial und die Rahmenbedingungen von Nonprofit-Organisationen für die soziale Dienstleistungsproduktion im Wandel der Arbeitsgesellschaft. Anhand einer Einzelfallanalyse des Vereins „Frauen für Frauen“ wird erforscht, wie diese Organisationen als „intermediäre“ Akteure zwischen Staat, Markt und privaten Haushalten agieren und ob sie neue Beschäftigungsformen ermöglichen können.
1.1 Zielsetzung
Obwohl sich Nonprofit-Organisationen in der Diskussion um den Strukturwandel der Arbeitsgesellschaft zunehmender Beachtung erfreuen können, bewegt sich nicht nur der öffentliche, sondern auch der wissenschaftliche Diskurs über den zukünftigen Stellenwert von Nonprofit-Organisationen auf einer unsicheren Basis mit allerlei spekulativen, zumeist hoffnungsvollen Einschätzungen. Einerseits haben sich Erklärungsmodelle für die Existenz von Nonprofit-Organisationen herausgebildet, die aber nicht nur empirischen Bezug vermissen lassen, sondern vielfach bei näherer Betrachtung auch theoretische Unzulänglichkeiten aufweisen. Andererseits wurden verschiedene Untersuchungen durchgeführt, die einen quantitativ-empirischen Überblick über den Nonprofit-Sektor, teilweise in international vergleichender Perspektive bieten, die jedoch im Hinblick auf die Diskussion über den Stellenwert von Nonprofit-Organisationen für die Zukunft der Arbeitsgesellschaft nicht mehr als ein zwar wichtiges, aber dennoch erst grundlegendes Fundament darstellen. Die Ergänzung von Theorie und Empirie auf qualitativer Ebene ist rar, auf enge Problemfelder, wie die Entwicklung der freien Wohlfahrtspflege, Personal- und Organisationsentwicklung oder Steuerung und Kontrolle in Nonprofit-Organisationen, beschränkt und kaum in den Rahmen der Diskussion um den Wandel der Arbeitsgesellschaft integriert.
In der vorliegenden Arbeit sollen anhand der Einzelfallanalyse einer Organisationsgenese die Rahmenbedingungen und Potentiale zur sozialen Dienstleistungsproduktion durch Nonprofit-Organisationen im Strukturwandel der Arbeitsgesellschaft exploriert werden.
1 EINFÜHRUNG: Dieses Kapitel legt die Problemstellung dar, definiert das Ziel der Untersuchung und erläutert die methodische Vorgehensweise der Einzelfallanalyse.
2 SOZIALE DIENSTLEISTUNGSPRODUKTION IM STRUKTURWANDEL DER ARBEITSGESELLSCHAFT: Es wird der Wandel der Arbeitsgesellschaft beleuchtet, insbesondere die Erosion der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung und die Transformation informeller in formelle Dienstleistungen.
3 NONPROFIT-ORGANISATIONEN: SOZIALE DIENSTLEISTUNGSPRODUKTION IM INTERMEDIÄREN BEREICH: Der Nonprofit-Sektor wird als intermediäre Sphäre zwischen Staat, Markt und Haushalt verortet und theoretisch in den „Welfare Mix“ eingebettet.
4 SOZIOLOGISCHE ANALYSEN EINER NONPROFIT-ORGANISATION: DER VEREIN „FRAUEN FÜR FRAUEN“ IM BLICKFELD: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die Genese, die Professionalisierung und die Zielkonflikte des Vereins „Frauen für Frauen“.
5 RESÜMEE UND AUSBLICK: Die Ergebnisse der Untersuchung werden reflektiert und das Potenzial von Nonprofit-Organisationen für neue Arbeitsformen kritisch bewertet.
Arbeitsgesellschaft, Nonprofit-Organisationen, Soziale Dienstleistungsproduktion, Welfare Mix, Einzelfallanalyse, geschlechtsspezifische Arbeitsteilung, Frauen für Frauen, Dritter Sektor, Third-Party-Government, Sozialstaat, Strukturwandel, Haushaltsnahe Dienstleistungen, Subsidiarität, Professionalisierung, Organisationsgenese.
Die Arbeit untersucht die Rolle von Nonprofit-Organisationen bei der Erbringung sozialer Dienstleistungen innerhalb einer sich wandelnden Arbeitsgesellschaft.
Die zentralen Felder sind der Strukturwandel der Arbeitsgesellschaft, die Bedeutung informeller versus formeller Dienstleistungsproduktion und die Funktion von Nonprofit-Organisationen im sogenannten „Welfare Mix“.
Das Ziel ist es, anhand einer konkreten Einzelfallanalyse zu explorieren, unter welchen Bedingungen Nonprofit-Organisationen soziale Dienstleistungen produzieren und welche Potenziale für neue Beschäftigungsformen sie bieten.
Der Autor verwendet den Forschungsansatz der qualitativen Einzelfallanalyse, unterstützt durch Literaturrecherche und persönliche Interviews mit zentralen Akteuren des untersuchten Vereins.
Im Hauptteil wird der Verein „Frauen für Frauen“ detailliert untersucht: von der Organisationsgründung über die institutionelle Einbindung bis hin zu Zielverschiebungen und Assimilationsprozessen in staatliche Strukturen.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Nonprofit-Organisation, intermediärer Bereich, soziale Dienstleistung, Wohlfahrtsdreieck, Third-Party-Government und Organisationsgenese.
Der Verein ist als eingetragener, gemeinnütziger Verein organisiert, der speziell auf die Bedürfnisse von Frauen (insbesondere „Problemgruppen“) zugeschnittene Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekte anbietet.
Dies ist eine Theorie, die die Zusammenarbeit zwischen Staat und Nonprofit-Organisationen beschreibt, bei der der Staat die Ressourcen bereitstellt und die Organisationen als dezentrale Dienstleistungsproduzenten agieren.
Die Analyse zeigt, dass die Abhängigkeit von öffentlichen Fördermitteln und der Druck zur Anpassung an bürokratische und wirtschaftliche Effizienzkriterien zu einer Verschiebung der ursprünglichen emanzipatorischen Ziele hin zu professionalisierten Dienstleistungsstrukturen führte.
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