Examensarbeit, 2000
65 Seiten, Note: 3
1 Einleitung
1.1 Motivation zum Thema
1.2 Strukturierung der Arbeit
2 Überlegungen zum Begriff der geistigen Behinderung
3 Zur Legitimation des Computereinsatzes in der Schule für Geistigbehinderte
3.1 Kritikpunkte zum Computereinsatz
3.2 Positive Argumente für den Computereinsatz
3.3 Zusammenfassung und Anmerkungen
4 Einsatzmöglichkeiten des Computers im Unterricht der Schule für Geistigbehinderte
4.1 Der Computer als Unterrichtgegenstand
4.2 Der Computer als Unterrichtsmedium
4.3 Computerspiele / Spielen am PC
4.4 Zusammenfassung
5 Aspekte zum Computereinsatz in der Vor- und Unterstufe
5.1 Förderschwerpunkte und Ziele des Unterrichts der verschieden Schulstufen
5.2 Einsatzfaktoren für den PC in der Vor- und Unterstufe
5.3 Erkenntnisse
6 Computereinsatz in der Praxis der Vor- und Unterstufe: Vergleich zweier Klassen
6.1 Vorgehensweise
6.2 A-Schule B-Stadt
6.2.1 Rahmenbedingungen
6.2.2 Der Computereinsatz im Unterricht
6.2.3 Gespräch mit dem Klassenlehrer
6.3 D-Schule E-Stadt
6.3.1 Rahmenbedingungen
6.3.2 Der Computereinsatz im Unterricht
6.3.3 Gespräch mit dem Klassenlehrer
6.4 Vergleichende Zusammenfassung
7 Reflexion
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern der Einsatz des Computers als Medium für Spiel- und Lernprozesse bereits in der Vor- und Unterstufe an Schulen für Geistigbehinderte sinnvoll und realisierbar ist, um die individuelle Lebensbewältigung der Schüler zu unterstützen.
3.1 Kritikpunkte zum Computereinsatz
Da auch in der neueren Literatur (z.B. STUDER/LUDER6) zu diesem Thema immer wieder auf die Kritikpunkte von HAGEMANN7 verwiesen wird, sollen diese hier vorgestellt werden. Es folgt zunächst eine Zusammenfassung der von HAGEMANN aufgestellten Kritikpunkte, aufgeteilt in drei Ebenen. Danach werden die einzelnen Punkte näher erläutert und mit dem jetzigen Stand des Computereinsatzes bei Menschen mit einer geistigen Behinderung verglichen.
Grundsätzliche Kritik:
Der Computer ist behindertenfeindlich.
Der Computer geht an den Bedürfnissen geistig behinderter Schüler vorbei.
Alles, was der Schüler mit dem Computer lernen kann, kann er auch ohne ihn lernen.
Kritik an Art und Form des Einsatzes:
Die Programme, die bisher entwickelt wurden, sind unzulänglich.
Die Eingabegeräte sind für einen geistig behinderten Schüler zu kompliziert in der Anwendung.
Ohne pädagogische Konzepte lässt sich keine Einsatzform rechtfertigen.
Kritik von Seiten der Theorie:
Ohne eine wissenschaftstheoretische Überprüfung und Verwurzelung bleibt die Stellung des Computers im sonderpädagogischen Förderkanon unklar.
Der Computereinsatz entspricht nicht dem ganzheitlichen Förderansatz und kommt nur vordergründig dem Normalisierungsprinzip nach.“8
Auf der Ebene der grundsätzlichen Kritik wird der Sinn des Einsatzes im Allgemeinen in Frage gestellt. Die ersten beiden Kritikpunkte der Computer sei behindertenfeindlich und er würde an den Bedürfnissen der Schüler vorbeigehen, können nach heutigem Stand wohl ohne weitgehende Erklärungen entkräftet werden. Einerseits ist er eher behindertenfreundlich, da er sich als unendlich geduldiger Übungspartner erweißt und andererseits können die Bedürfnisse und Fähigkeiten von Schülern mit einer geistigen Behinderung gar nicht so genau bestimmt werden, dass sich eine Aussage erübrigt, was an den Bedürfnissen vorbei geht und was nicht.
1 Einleitung: Motivation, Zielsetzung der Arbeit und Strukturierung des Vergleichs zweier Schulklassen.
2 Überlegungen zum Begriff der geistigen Behinderung: Definition des Begriffs und Einordnung des Menschenbildes als Grundlage für die Arbeit.
3 Zur Legitimation des Computereinsatzes in der Schule für Geistigbehinderte: Auseinandersetzung mit kritischen Argumenten und positiven Aspekten des Medieneinsatzes.
4 Einsatzmöglichkeiten des Computers im Unterricht der Schule für Geistigbehinderte: Kategorisierung des Computers als Unterrichtsgegenstand, Medium und Sonderanfertigung sowie Vorstellung verschiedener Softwaretypen.
5 Aspekte zum Computereinsatz in der Vor- und Unterstufe: Analyse entwicklungsspezifischer Voraussetzungen wie Kognition, Motorik und Wahrnehmung.
6 Computereinsatz in der Praxis der Vor- und Unterstufe: Vergleich zweier Klassen: Empirische Darstellung und Vergleich der Schulsituationen, Unterrichtsgestaltung und Lehrererfahrungen.
7 Reflexion: Zusammenführende Betrachtung der theoretischen und praktischen Erkenntnisse mit Blick auf zukünftige Perspektiven.
Geistige Behinderung, Computereinsatz, Sonderpädagogik, Vor- und Unterstufe, Lernsoftware, Unterrichtsmedium, Elementare Förderung, Kulturtechniken, Motivation, Medienkompetenz, Praxisvergleich, Inklusion, Spielendes Lernen, Förderung, Schulentwicklung
Die Arbeit untersucht den pädagogischen Einsatz des Computers an Schulen für Geistigbehinderte mit einem besonderen Fokus auf die Vor- und Unterstufe.
Zentral sind die theoretische Legitimation, die technischen Einsatzmöglichkeiten sowie die praktische Umsetzung in Form eines Klassenvergleichs.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Computer bereits bei jüngeren Schülern mit geistiger Behinderung sinnvoll zur individuellen Förderung und Lebensbewältigung eingesetzt werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einem vergleichenden, praxisorientierten Hospitationsbericht an zwei verschiedenen Sonderschulen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Diskussion von Pro- und Contra-Argumenten, die Darstellung technischer Möglichkeiten und einen detaillierten Praxisbericht.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Geistige Behinderung, Computereinsatz, Sonderpädagogik, Elementare Förderung und Medienkompetenz.
Die A-Schule ermöglicht einen Wechsel zwischen Gruppen- und Einzelarbeit, während die D-Schule aufgrund einer anderen Klassensituation fast ausschließlich in der Kleingruppenarbeit am Computer arbeitet.
Computerspiele werden nicht nur als Freizeitbeschäftigung gesehen, sondern als motivierendes Instrument zur Förderung von Konzentration, Wahrnehmung und sozialen Fähigkeiten in den Vor- und Unterstufen.
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