Magisterarbeit, 2003
106 Seiten, Note: 2,0
2 Einleitung
3 Die Borderline-Persönlichkeitsstörung
3.1 Die Borderline-Persönlichkeitsstörung im DSM IV
3.1.1 Die Systematik des DSM
3.1.2 Die Kriterien der Borderline-Persönlichkeitsstörung im DSM IV
3.2 Die emotional-instabile Persönlichkeit im ICD-10
3.2.1 Die Systematik des ICD
3.2.2 Die Kriterien der emotional-instabilen Persönlichkeit im ICD-10
3.3 Verlauf, Differentialdiagnostik und Epidemiologie
3.3.1 Verlauf
3.3.2 Differentialdiagnostik
3.3.3 Epidemiologie
4 Erklärungsansätze der Borderline–Persönlichkeitsstörung
4.1 Tiefenpsychologischer Ansatz
4.1.1 Symbiotische Phase
4.1.2 Phasen der Loslösung und Individuation
4.1.3 Borderline-typische Abwehrmechanismen
4.2 Dialektisch-behavioraler Ansatz
4.3 Humanistischer Ansatz
4.4 Das Vulnerabilitäts-Stress-Modell
5 Die dialektisch-behaviorale Therapie
5.1 Überblick über das Behandlungskonzept der DBT
5.2 Die Therapiestruktur der DBT
5.3 Behandlungsstrategien
5.3.1 Basisstrategien
5.3.2 Spezifische Strategien
6 Die Sporttherapie
6.1 Begriffsbestimmung der Sporttherapie
6.2 Ziele der Sporttherapie
6.3 Methoden der Sporttherapie
7 Erhebung zur Sporttherapie für Borderline-Patienten
7.1 Vorstellung des Fragebogens
7.1.1 Fragebogen
7.1.2 Erläuterung der Fragen
7.2 Darstellung der Untersuchungsgruppe
7.3 Darstellung und Auswertung der Ergebnisse
7.4 Fazit:
8 Formulierung der Therapieziele
8.1 Bewegungs- und sporttherapeutische Ziele
8.2 Differentielle Ziele und Themen in den Therapiephasen
9 Vermittlung der Therapieziele
9.1 Methoden und Techniken
9.2 Inhalte und Methoden
9.2.1 Funktionelle Gymnastik
9.2.2 Spielformen
9.2.3 Gymnastik/Tanz
9.2.4 Tanz/Improvisation/Bewegungstheater
9.2.5 Naturerlebnis – Wandern - Orientierung
9.2.6 Achtsamkeit
9.2.7 Atemübungen
9.2.8 Entspannung
10 Vorstellung des Konzeptes
10.1 Aspekte der Therapiegestaltung
10.1.1 Gruppenzusammensetzung
10.1.2 Gruppengröße
10.1.3 Zeitliche Dauer/Häufigkeit
10.1.4 Räumlichkeit
10.1.5 Inhalte
10.1.6 Rituale
10.1.7 Struktur der Therapieeinheiten
10.1.8 Der Therapeut
10.2 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die aktuelle Situation der stationären bewegungs- und sporttherapeutischen Versorgung von Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) in deutschen Kliniken und entwickelt auf dieser Basis ein fachspezifisches Therapiekonzept.
Spaltung
Laut DULZ stellt die Spaltung den Hauptabwehrmechanismus der Borderline-Patienten dar.
„Wenn jemand entweder nur gut ist oder nur böse, dann ist er einzuordnen, dann sind die Verhältnisse klar, dann gibt es keine Irritation, dann nimmt die Angst ab.“ (DULZ, 1993, S. 35)
KERNBERG (1998, S. 48/49) sieht in den Spaltungsprozessen eine Hauptursache der „Ich-Schwäche“.
Die inneren Bilder von Selbst und Objekt werden in „gut“ oder „böse“ aufgeteilt. Während diese „Ich-Zustände“ wirken, dienen sie primär der Abwehr von Angst. Die Einteilung in „gut und böse“ dient dem „Ich“ zur Strukturierung seiner, unter dem Einfluss libidinöser und aggressiver Triebe entstandenen Innenbilder. Während sich bei einem gesunden Entwicklungsverlauf diese gespaltenen Innenbilder unter zunehmendem Wirken des Realitätsprinzips integrieren und zur angemessen Beurteilung von Situationen eingesetzt werden können, ist dies bei einer Borderline-Entwicklung nicht der Fall. Da es für Borderline-Patienten zu gefährlich erscheinen kann, bestimmte Anteile des Objektes als „böse“ zu werten, weil er dann abgelehnt werden oder die Zuneigung verlieren könnte, verschiebt sich das Bild in die „gute“ Dimension. Somit wird das „böse“ Teilbild aus dem Bewusstsein gedrängt und der Konflikt, welcher die existentiell wichtige Beziehung gefährden könnte, umgangen (vgl. KERNBERG, 1998, S. 45). Besonders ausgeprägt zeigt sich dieser Abwehrmechanismus bei engen Bezugspersonen.
Der Abwehrmechanismus der Spaltung wird im Stationsalltag schnell deutlich. Teile des Teams werden als „gut“ besetzt, andere Teile des Teams bekommen den „bösen“ Part. Bei der Besetzung der Teammitglieder mit „gut“ oder „böse“ spielen dabei häufig nicht einmal deren reale Verhaltensweisen eine Rolle. DULZ führt als Beispiel an, dass bestimmte Bewegungen des Doktors X an Gesten des Vaters erinnern, um von dem Patienten als „böse“ eingestuft zu werden.
Diese Verhaltensweise der Patienten erfordert eine spezielle Schulung des Teams, damit es nicht zu Problemen innerhalb desselben kommt, wenn sich einzelne Teammitglieder als von den Patienten bevorzugt bzw. abgelehnt fühlen und dadurch eine Zwei-Klassen-Gesellschaft aufzukommen droht.
Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Versorgungslücke bei BPS-Patienten in der Sporttherapie und setzt sich zum Ziel, ein therapeutisches Konzept auf Basis aktueller Erhebungen und theoretischer Modelle zu erstellen.
Die Borderline-Persönlichkeitsstörung: Dieses Kapitel erläutert das Störungsbild anhand der Klassifikationssysteme DSM-IV und ICD-10 sowie die klinischen Besonderheiten und epidemiologischen Daten.
Erklärungsansätze der Borderline–Persönlichkeitsstörung: Es werden verschiedene theoretische Perspektiven wie die Tiefenpsychologie, die Dialektisch-behaviorale Therapie und der humanistische Ansatz sowie das Vulnerabilitäts-Stress-Modell dargestellt.
Die dialektisch-behaviorale Therapie: Das Kapitel führt in das DBT-Modell nach Linehan ein, das als theoretische Basis für das Sporttherapiekonzept dient, und erklärt dessen Therapiestruktur und Strategien.
Die Sporttherapie: Hier werden Definitionen und Ziele der Sporttherapie im psychiatrischen Kontext dargelegt sowie ihre methodischen Grundlagen beschrieben.
Erhebung zur Sporttherapie für Borderline-Patienten: Die empirische Analyse der stationären Versorgungssituation in deutschen Kliniken wird vorgestellt, inklusive der Auswertung von Fragebogendaten zur Praxis der Sporttherapie bei BPS-Patienten.
Formulierung der Therapieziele: Auf Basis der diagnostischen Erkenntnisse werden bewegungs- und sporttherapeutische Ziele sowie deren differentielle Anwendung in den verschiedenen Therapiephasen abgeleitet.
Vermittlung der Therapieziele: Dieses Kapitel beschreibt konkrete Methoden, Techniken und Übungsformen (von Gymnastik bis Achtsamkeit), die zur Umsetzung der Therapieziele für BPS-Patienten geeignet sind.
Vorstellung des Konzeptes: Abschließend werden praktische Empfehlungen für die Gestaltung eines speziellen sporttherapeutischen Konzeptes hinsichtlich Rahmenbedingungen, Inhalten, Ritualen und Therapeuteneigenschaften gegeben.
Borderline-Persönlichkeitsstörung, BPS, Sporttherapie, Bewegungstherapie, Dialektisch-behaviorale Therapie, DBT, Stationäre Versorgung, Psychische Erkrankungen, Emotionsregulation, Spaltung, Therapiekonzept, Empirische Untersuchung, Rehabilitation, Körperwahrnehmung, Achtsamkeit
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle der Bewegungstherapie bei Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung in einem stationären Kliniksetting und der Entwicklung eines spezifischen Behandlungskonzepts.
Im Fokus stehen die aktuelle Versorgungssituation in deutschen Psychiatrien, die theoretischen Erklärungsansätze der Borderline-Störung sowie die Anwendung der Dialektisch-behavioralen Therapie im Bereich der Sporttherapie.
Das Ziel ist die Erhebung der aktuellen stationären Versorgungssituation und die Vorstellung eines wissenschaftlich fundierten, praxisorientierten bewegungstherapeutischen Konzeptes für BPS-Patienten.
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung sowie ein Telefoninterview mit Sporttherapeuten aus 100 deutschen Kliniken zur empirischen Datenerhebung.
Der Hauptteil umfasst die diagnostischen Kriterien der BPS, tiefenpsychologische und behaviorale Erklärungsmodelle, die Strukturen der DBT sowie detaillierte Vorschläge zur praktischen Umsetzung sporttherapeutischer Einheiten.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Borderline-Persönlichkeitsstörung, Sporttherapie, Dialektisch-behaviorale Therapie, Emotionsregulation und stationäre Psychiatrie charakterisieren.
Dissoziative Zustände sind bei BPS-Patienten häufige Begleiterscheinungen, die insbesondere während Entspannungs- und Spielphasen auftreten können und daher bei der Konzeption von Therapieeinheiten besonders berücksichtigt werden müssen.
Aufgrund der spezifischen psychischen Instabilität und der Tendenz zu dissoziativen Zuständen benötigen BPS-Patienten eine klare, strukturierte therapeutische Umgebung und eine feste Gruppenzusammensetzung, die in allgemeinen, diagnosegemischten Gruppen oft nicht gewährleistet werden kann.
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