Diplomarbeit, 2002
110 Seiten, Note: 1.3
1. Einleitung
1.1. Relevanz des Themas
1.2. Ziel und Aufbau der Arbeit
1.3. Literaturübersicht
2. Tourismus in Entwicklungsländern
2.1. Grundlegende Begriffe
2.2. Auswirkungen des Entwicklungsländer-Tourismus
2.2.1. Wirtschaftliche Auswirkungen
2.2.2. Soziokulturelle Auswirkungen
2.2.3. Ökologische Auswirkungen
3. Mobilität und Entwicklung
3.1. Grundlegende Begriffe
3.2. Migrationstheorien und Migrationsmodelle
3.3. Das Push-Pull-Modell
4. Methodik
4.1. Methodik der Datengewinnung
4.2. Methodik der Datenanalyse
4.3. Evaluierung der Methodik
5. Sansibar als touristische Destination
5.1. Geographische Lage und Naturraum
5.2. Sozioökonomische Situation
5.2.1. Bevölkerung
5.2.2. Politik und Wirtschaft
5.3. Tourismus in Sansibar
5.3.1. Entwicklung des Tourismus
5.3.2. Arbeitsplätze im Tourismussektor Sansibars
6. Tourismusinduzierter Mobilitätsprozess in Sansibar
6.1. Akteure des Mobilitätsprozesses
6.1.1. Demographische Merkmale der Akteure
6.1.2. Merkmale der Sozioökonomik von Akteuren und Betrieben
6.2. Determinanten des Mobilitätsprozesses
6.2.1. Individuelles Verhalten und Qualifikation der Akteure
6.2.2. Push-Faktoren in den Abwanderungsregionen
6.2.3. Pull-Faktoren in der Zuwanderungsregion
6.2.4. Intervenierende Hindernisse
6.3. Raumzeitliche Entwicklung des Mobilitätsprozesses
6.3.1. Pioniermigration
6.3.2. Sekundärmigration
6.3.3. Raumzeitliches Modell des Mobilitätsprozesses
7. Konsequenzen des tourismusinduzierten Mobilitätsprozesses
7.1. Sozioökonomische Konsequenzen
7.2. Ökologische Konsequenzen
8. Schlussfolgerung und Empfehlung
9. Deutsche und englische Zusammenfassung
9.1. Zusammenfassung
9.2. Summary
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Expansion des Tourismussektors auf Sansibar und der damit verbundenen inter- sowie intraregionalen Mobilität von Arbeitskräften. Ziel ist es, die Ursachen und Auswirkungen dieser Migrationsbewegungen auf die Herkunfts- und Zuwanderungsregionen aufzuzeigen und Strategien für eine nachhaltige Entwicklung zu diskutieren.
6.3.1. Pioniermigration
Die Migranten, die bis 1995 nach Sansibar kamen, hatten fast ausschließlich familienbezogene Gründe, wie z.B. Heirat. Mit der Eröffnung der ersten Beach Resorts an der Ostküste war die Nachfrage nach Arbeitskräften plötzlich enorm hoch und konnte aus den oben schon genannten Gründen nicht von der lokalen Bevölkerung gedeckt werden. So sind auch seit 1995 die ersten tourismusinduzierten Migrationsbewegungen von Arbeitskräften nach Sansibar festzustellen.
Die in den Jahren 1995 und 1996 Zugewanderten können der Pioniermigration zugerechnet werden, welche hauptsächlich von hochqualifizierten und risikofreudigen Personen getragen wird, die aufgrund einer hohen Schulbildung eher die Fähigkeit besitzen, auf einen wirtschaftlichen Wandel zu reagieren. So haben tatsächlich alle Pioniere des tourismusinduzierten Migrationsprozesses mindestens eine abgeschlossene Primarschulausbildung, häufiger aber eine Sekundarschulbildung. Tendenziell sind auch die Einkommen der Pionierwanderer höher, da das Einkommen stark mit der Schulbildung korrespondiert.
Die ersten zugewanderten Arbeitskräfte des Tourismusgewerbes sind bzw. waren zumindest anfangs entweder direkt für das Tourismusgewerbe (z.B. durch ein Zertifikat der Hotelmanagementschule) qualifiziert oder auf hochwertiges Kunsthandwerk wie Schnitzereien oder Malereien spezialisiert. Damit steht der Grund für eine Migration nach Sansibar hier immer im Zusammenhang mit einer tourismusspezifischen Karriere.
Eine der ersten großen Souvenirverkäufer-/innen z.B. kam 1995 aus Moshi und baute ein Geschäft mit Schnitzereien aus ihrer eigenen Kooperative in der Kilimanjaroregion auf; heute hat sie 20 Angestellte und pendelt etwa 50 mal im Jahr zwischen ihrer Heimat und ihrem Geschäft in Sansibar-Stadt.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz des Tourismussektors als globalen Wirtschaftsmotor dar und führt in die spezifische Problemstellung der tourismusinduzierten Migration auf Sansibar ein.
2. Tourismus in Entwicklungsländern: Das Kapitel definiert den Begriff des Entwicklungslandes sowie des Tourismus und erörtert die ökonomischen, soziokulturellen und ökologischen Auswirkungen dieser Branche.
3. Mobilität und Entwicklung: Hier werden theoretische Grundlagen der Mobilität dargelegt, darunter verschiedene Migrationstheorien und das grundlegende Push-Pull-Modell nach Lee.
4. Methodik: Der Abschnitt erläutert das Vorgehen bei der Datenerhebung, insbesondere die Kombination aus Sekundärquellenanalyse, Primärerhebungen durch Interviews sowie der Beobachtung im Feld.
5. Sansibar als touristische Destination: Es wird ein Überblick über die geographischen, sozioökonomischen und touristischen Rahmenbedingungen der Insel Sansibar gegeben.
6. Tourismusinduzierter Mobilitätsprozess in Sansibar: Das Kernkapitel analysiert die Akteure, Determinanten (Push- und Pull-Faktoren) sowie die raumzeitliche Entwicklung der Migration im informellen Sektor von Sansibar.
7. Konsequenzen des tourismusinduzierten Mobilitätsprozesses: Dieses Kapitel untersucht die Auswirkungen der Arbeitsmigration auf den Zuwanderungsraum Sansibar sowie auf die verschiedenen Abwanderungsregionen.
8. Schlussfolgerung und Empfehlung: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengeführt und Handlungsempfehlungen, insbesondere zur Qualifizierung der einheimischen Bevölkerung, ausgesprochen.
Tourismus, Sansibar, Arbeitsmigration, Mobilität, Entwicklungsländer, Informeller Sektor, Push-Pull-Modell, Migration, Wirtschaftswachstum, Arbeitsplatzangebot, Sozioökonomie, Ökologische Auswirkungen, Qualifizierung, Arbeitskräfte, Tansania
Die Arbeit beschäftigt sich mit der tourismusinduzierten Arbeitsmigration auf Sansibar. Dabei wird untersucht, wie der boomende Tourismussektor als Magnet für Arbeitskräfte wirkt und welche Konsequenzen dies für die Insel sowie die Herkunftsregionen hat.
Zentrale Themen sind die Migrationsmuster, die sozioökonomische Situation der Arbeitskräfte im touristischen informellen Sektor (TIS), die Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung und der Bedarf an nachhaltigen Entwicklungsstrategien.
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Tourismus und der Mobilität von Arbeitskräften in Tansania am Beispiel Sansibar aufzuzeigen, die Ursachen zu ergründen und die daraus resultierenden Vor- und Nachteile zu bewerten.
Die Autorin verwendete einen empirischen Ansatz, bestehend aus der Auswertung von Sekundärstatistiken sowie einer Primärerhebung mit 64 mündlichen Interviews unter den im informellen Tourismussektor Beschäftigten.
Der Hauptteil analysiert die demographischen Merkmale der Akteure, die Push- und Pull-Faktoren der Migration sowie die räumliche und zeitliche Entwicklung des Mobilitätsprozesses in verschiedenen Phasen seit 1985.
Wichtige Begriffe sind Tourismus, Arbeitsmigration, Sansibar, informeller Sektor, Mobilität, Push-Pull-Modell und soziale Transformation.
Die Analyse zeigt, dass zugewanderte Arbeitskräfte oft bessere Qualifikationen besitzen und profitableren Tätigkeiten nachgehen, während die lokale Bevölkerung in Sansibar im Tourismussektor bisher unterrepräsentiert ist.
Die Phasen unterscheiden sich maßgeblich in ihren Motiven und Merkmalen: Während Pionierwanderer oft hochqualifiziert und zielgerichtet agierten, ist die Sekundärmigration breiter gefächert und umfasst häufiger die Suche nach allgemeiner Lohnarbeit.
Der Zuzug führt zu einer Belastung der natürlichen Ressourcen, insbesondere durch den Bau von informellen Unterkünften (Squatter-Siedlungen) und Probleme bei der Abwasser- und Abfallentsorgung in ökologisch sensiblen Gebieten.
Die Autorin empfiehlt verstärkte Investitionen in die Aus- und Fortbildung der lokalen Bevölkerung, etwa durch Tourismusfachschulen oder gezielte Sprachkurse, um die Wettbewerbsfähigkeit der Einheimischen zu stärken.
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