Examensarbeit, 2006
71 Seiten, Note: 1
Die vorliegende wissenschaftliche Hausarbeit befasst sich mit der Problematik der gesellschaftlichen Differenzierung und deren Auswirkungen auf das deutsche Bildungssystem. Sie analysiert, wie soziale Ungleichheit und Benachteiligung die Bildungsbeteiligung von Kindern unterschiedlicher gesellschaftlicher Schichtzugehörigkeit beeinflussen. Die Arbeit untersucht dabei die historischen Entwicklungen des Bildungssystems, die Auswirkungen sozialer Benachteiligung auf verschiedene Lebensbereiche und die Mechanismen, die zu ungleichen Bildungschancen führen.
Die Einleitung führt in die Thematik der gesellschaftlichen Differenzierung und deren Auswirkungen auf das Bildungssystem ein. Sie stellt die Relevanz des Themas dar und skizziert den Aufbau der Arbeit.
Das erste Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung des deutschen Bildungssystems. Es werden die wichtigsten Etappen und Ereignisse der schulgeschichtlichen Entwicklung dargestellt, um die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen, ihre Ergebnisse und Auswirkungen sowie die politische Funktionalisierung von schulischer Bildung und Selektion in bestimmten Zeitabschnitten aufzuzeigen.
Das zweite Kapitel befasst sich mit den Auswirkungen von sozialer Benachteiligung auf verschiedene Lebensbereiche. Es werden die Folgen von Armut, sozialer Segregation und familiärer Benachteiligung für den Gesundheitszustand, die räumliche Konzentration und den familiären Umgang von Kindern untersucht.
Das dritte Kapitel analysiert die sozialen Mechanismen, die die Bildungschancen von Kindern beeinflussen. Es werden Faktoren innerhalb der Familie, wie der schichtspezifische Sprachgebrauch und Boudons Ansatz zur Erklärung schichtspezifischer Bildungsungleichheiten, betrachtet.
Das vierte Kapitel untersucht die Rolle des deutschen Bildungssystems bei der Reproduktion sozialer Ungleichheit. Es werden die Kriterien der Übergangsempfehlungen, die Rolle des Lehrers und die Bedeutung von Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund beleuchtet.
Das fünfte Kapitel diskutiert die Konsequenzen für das Bildungssystem. Es werden die Kritik an der zu frühen Selektion, die Wertminderung der Schulabschlüsse und die Notwendigkeit einer gerechteren Bildungslandschaft thematisiert.
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen die gesellschaftliche Differenzierung, soziale Ungleichheit, Bildungsbeteiligung, Bildungssystem, Selektion, soziale Benachteiligung, Armut, Migrationshintergrund, Sprachförderung, Inklusion und Schulentwicklung.
Trotz der theoretischen Offenheit unserer Schichtgesellschaft hängen Bildungserfolge stark von sozioökonomischen Faktoren ab. Kinder aus privilegierten Schichten erhalten oft mehr Unterstützung, was zu ungleichen Startbedingungen führt.
Dieser Begriff beschreibt Unterschiede in der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit je nach sozialer Herkunft. Da Schulen oft einen elaborierten Sprachcode voraussetzen, haben Kinder aus bildungsfernen Schichten häufiger Schwierigkeiten, dem Unterricht zu folgen.
Die Aufteilung nach der vierten Klasse auf verschiedene Schulformen festigt soziale Ungleichheiten. Zu diesem frühen Zeitpunkt hängen die Empfehlungen oft mehr vom familiären Hintergrund als vom tatsächlichen Potenzial des Kindes ab.
Armut führt oft zu einer Kumulation von Nachteilen: schlechterer Gesundheitszustand, räumliche Segregation in Bezirken mit niedrigem Sozialindex und weniger kulturelle Ressourcen im Elternhaus erschweren den Bildungserfolg massiv.
Kinder mit Migrationshintergrund stehen oft vor der zusätzlichen Hürde mangelnder sprachlicher Frühförderung. Wenn das Schulsystem diese Defizite nicht auffängt, führt dies zu einer geringeren Beteiligung an höheren Bildungsabschlüssen.
Boudon unterscheidet zwischen primären Herkunftseffekten (Leistungsunterschiede durch das Elternhaus) und sekundären Herkunftseffekten (Bildungsentscheidungen der Eltern trotz gleicher Leistung). Letztere führen dazu, dass Arbeiterkinder bei gleicher Note seltener ein Gymnasium besuchen.
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