Magisterarbeit, 1999
129 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Auswahl des Untersuchungsmaterials
2.1. Erläuterung zur Quellenlage
2.2. Geographische Eingrenzung Italiens
3. Die Deutschen reisen / Italien: Reiseziel Nr. 1
4. Der Schlager
5. Filme mit Italien als Handlungsschauplatz
5.1. Chronologische Auflistung der in Gattungen eingeteilten Filme
5.2. Das Italienbild in den Musikfilmen
5.2.1. Operettenfilme
5.2.2. Revuefilme
5.2.3. Musikalische Lustspiele
5.3. Zusammenfassung
6. Das Italienbild in Filmen ohne Italien-Komplex
6.1. Italien als Thema des Dialogs
6.2. Italienische Personen
6.3. Italien als Lebensstil in Deutschland
7. Entwicklungstendenzen des Italienbildes in den deutschen Filmen bis heute
8. Bella Italia, brutta Italia – das verlorene Paradies
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht die Darstellung Italiens im deutschen Spielfilm der 1950er und beginnenden 1960er Jahre. Ziel ist es, den Ursprung und die Standardisierung der klischeehaften Italienbilder zu ergründen, die in dieser Ära der ausgeprägten Italiensehnsucht das gesellschaftliche Bewusstsein und die Medienlandschaft prägten.
1. Einleitung
Blonde Fräulein sitzen in einem kleinen Boot auf dem Meer bei strahlender Sonne und werden dabei besungen von einem liebeshungrigen Italiener mit schwarzem Haar und rot-weißem Ringel-T-Shirt: dieses Bild zählt zu den besonders klischeehaften Vorstellungen über Italien. Weitere Assoziationen sind Venedig und die Gondeln, Capri und die blaue Grotte, die Riviera mit ihren langen Stränden und immerwährender Sonnenschein über tiefblauem Meer. Das Leben ist heiter und unbeschwert, kein Wölkchen trübt den Himmel. Und wenn dann doch eines droht, dann wird es von den musikalischen Einwohnern tapfer besungen, so daß die Wolke nicht dazu kommt, den ganzen Horizont zu verdunkeln, sondern bald wieder azurblauem Himmel Platz macht. Romantische Liebesabenteuer mit glutäugigen Italienern machen den Italien-Aufenthalt zusätzlich erstrebenswert.
Was dem Deutschen das Sauerkraut, sind dem Italiener die Spaghetti: Stereotype Vorstellungen bezüglich Lebensgewohnheiten, Aussehen und Mentalität pressen die verschiedenen Nationalitäten in vorurteilsbeladene Schemata, die selten genauer hinterfragt werden. Thema dieser Arbeit ist es, nach dem Ursprung dieser Bilder zu forschen. Italien bietet sich hier explizit an, da kaum ein anderes Land einen derartig hohen Stellenwert bei den Deutschen erlangt hat.
1. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die tief verwurzelten Italienklischees der 50er Jahre und definiert die Forschungsfrage nach deren Ursprung im Film.
2. Auswahl des Untersuchungsmaterials: Dieses Kapitel erläutert die methodische Vorgehensweise bei der Filmauswahl sowie die Herausforderungen der Quellenbeschaffung.
3. Die Deutschen reisen / Italien: Reiseziel Nr. 1: Ein historischer Abriss über die Entwicklung des modernen Massentourismus und die Etablierung Italiens als Sehnsuchtsort.
4. Der Schlager: Die Rolle der deutschen Unterhaltungsmusik bei der Konstruktion und Festigung eines exotischen Italienbildes wird analysiert.
5. Filme mit Italien als Handlungsschauplatz: Eine tiefgehende Analyse der narrativen Nutzung Italiens in verschiedenen Gattungen wie Musikfilmen und Operetten.
6. Das Italienbild in Filmen ohne Italien-Komplex: Dieses Kapitel untersucht, wie Italien selbst in Filmen als Motiv präsent ist, die inhaltlich nicht im Land spielen.
7. Entwicklungstendenzen des Italienbildes in den deutschen Filmen bis heute: Ein Ausblick auf die Veränderung der Wahrnehmung Italiens im Film bis in die 1990er Jahre.
8. Bella Italia, brutta Italia – das verlorene Paradies: Das Fazit fasst den Wertewandel und das verschwindende Ideal des einst unberührten italienischen Paradieses zusammen.
Italiensehnsucht, deutscher Film, 50er Jahre, Musikfilm, Schlager, Klischees, Stereotype, Tourismusgeschichte, Filmforschung, Wirtschaftswunder, Italienbild, Massenmedien, Unterhaltungskultur, Reisekultur.
Die Arbeit untersucht das Bild Italiens im deutschen Spielfilm der 1950er und beginnenden 1960er Jahre und wie dieses Bild durch Massenmedien geprägt wurde.
Zentral sind die Themen Reisekultur, die Rolle des Schlagers, die Darstellung des Landes als "Traumparadies" und der Wertewandel in der öffentlichen Wahrnehmung.
Ziel ist es, den Ursprung der verbreiteten Italien-Klischees aufzudecken und zu zeigen, wie der Film das Italienbild der Deutschen aktiv mitgestaltet hat.
Es wird eine inhaltliche Analyse des Filmmaterials durchgeführt, ergänzt durch eine Auswertung zeitgenössischer Quellen und Statistiken zur Tourismusgeschichte.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Filmen mit Italien als Schauplatz, die Analyse von Musikfilmen und die Untersuchung italienischer Motive in Filmen ohne expliziten Italien-Komplex.
Begriffe wie Italiensehnsucht, Wirtschaftswunder, Schlagerfilm und Stereotype definieren den Kern der wissenschaftlichen Untersuchung.
Das Bild wandelte sich weg vom unberührten Paradies hin zu einer realistischeren, teils kritischeren Wahrnehmung, bedingt durch den zunehmenden Massentourismus.
Koproduktionen wurden exkludiert, um eine unverfälschte Analyse der "deutschen Sichtweise" zu gewährleisten, die bei Koproduktionen durch Einflüsse anderer Nationen verzerrt werden könnte.
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