Diplomarbeit, 2003
110 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
Exkurs nationalsozialistischer Definitionen
II. Realität
1. Belarus
a) Die Geschichte der Region bis 1941
· BSSR bis 1939
· Die Östlichen Gebiete bis 1939
· 1939-1941
b) Bevölkerungsentwicklung bis 1941
2. Deutsche Besatzungspolitik 1941 – 1944
a) Deutsche Entscheidungsträger und Verwaltung
b) Belarusen und ihre Stellung in der deutschen Verwaltung
· Weißruthenische Lokalverwaltung
· Polizei, Schutzmannschaften und Heimatwehr
· Weißruthenisches Selbsthilfewerk
c) Deutsche Interessen, Pläne und deren Durchführung
· Hungerplan
· Agrarordnung
· Arbeitskräftepolitik
· Kulturpolitik
3. Reale Behandlung der Belarusischen Bevölkerung
III. Propaganda
1. ‘Volksaufklärung’ und Propaganda im III. Reich
a) Presse
b) Propaganda, Sprache und Untersuchungsmethoden
2. Minsker Zeitung
a) Untersuchte Teilfragen
· Freund und Feind
· Deutsche, Vertrauen und Dank
· Weissruthenen, Sprache und Bauernvölker
· Agrarordnung
b) Untersuchungsergebnis der Minsker Zeitung
3. Propagandistische Einstufung der Belarusischen Bevölkerung
III. Ergebnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen der nationalsozialistischen Propaganda und der tatsächlichen Besatzungspolitik in Belarus zwischen 1941 und 1944. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob und wie die deutsche Führung die belarusische Bevölkerung bewusst als "Hilfsvolk" konstruierte und welche Rolle dies für die ökonomische Ausbeutung des Landes spielte.
Exkurs nationalsozialistischer Definitionen
Das Gesetz des Lebens ist der Kampf ums Dasein. Diese darwinistische Grundformel machten sich die Nationalsozialisten zu eigen. Es geht nicht mehr um „Schlacht im kriegerischen Sinn, sondern um Kampf im biologischen Sinn“, um eine Selektion des Stärksten und die Bewahrung der am besten angepassten Rasse. Die staatliche und biologische Idee der Reinheit der Rasse löste schließlich den Kampf der Rassen ab. Im Nationalsozialismus sollte schließlich der Staatsrassismus den biologischen Rassenschutz garantieren.
Die einzelnen Rassen wurden in der NS-Ideologie u.a. durch die Art ihres Kampfes unterschieden. Fischer, ein Anthropologe nationalsozialistischer Couleur, definierte Rassen als Gruppen von Menschen mit bestimmten, bei ihnen reinerbig vorhandenen Erbanlagen, die anderen Rassen fehlen würden. Drei Typen wurden nun unterschieden in Kuli- oder Fellachenrassen, Parasiten sowie die Herren- und Kriegerrassen, deren bedeutendste Form die nordische Rasse sei und die „ein Recht darauf [hat], die Welt zu beherrschen“.
I. Einleitung: Einführung in die Thematik der nationalsozialistischen Besatzungspolitik und Propaganda in Belarus sowie Darlegung der Arbeitshypothese.
II. Realität: Analyse der historischen Ausgangslage von Belarus vor 1941, der deutschen Verwaltungsstrukturen und der wirtschaftlichen Ausbeutung durch die Besatzer.
III. Propaganda: Untersuchung der propagandistischen Strategien des NS-Regimes, insbesondere der "Minsker Zeitung", sowie deren Bezug zur realen Behandlung der Bevölkerung.
III. Ergebnis: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Bestätigung der Hypothese, dass die "Hilfsvolk"-Konstruktion eine rein pragmatische Reaktion der deutschen Besatzungspolitik war.
Nationalsozialismus, Belarus, Besatzungspolitik, Propaganda, Minsker Zeitung, Hilfsvolk, Untermenschen, Rassenlehre, Agrarpolitik, Kriegswirtschaft, Kolaboration, Partisanenkampf, Sprachregelung, Vernichtungskrieg, Identitätskonstruktion
Die Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen nationalsozialistischer Propaganda und der tatsächlich durchgeführten Besatzungspolitik in Belarus während des Zweiten Weltkriegs.
Zentrale Themen sind die historische Analyse der Region, die Struktur der deutschen Zivilverwaltung, die ökonomische Ausbeutung sowie die diskursanalytische Untersuchung von Propaganda in der "Minsker Zeitung".
Es soll geklärt werden, ob die Einstufung der belarusischen Bevölkerung als "Hilfsvolk" eine bewusste ideologische Strategie oder eine rein pragmatische Reaktion auf die Kriegsumstände darstellte.
Die Autorin nutzt eine Kombination aus historischer Forschung, Diskursanalyse von Primärquellen (wie der "Minsker Zeitung") und der Auswertung zeitgenössischer NS-Dokumente und Archivmaterialien.
Im Hauptteil werden zunächst die realen machtpolitischen Verhältnisse und die wirtschaftliche Ausbeutung dargestellt, bevor diese den theoretischen Propagandamodellen und deren Umsetzung im Pressewesen gegenübergestellt werden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Besatzungspolitik, Hilfsvolk-Konstruktion, NS-Propaganda, ökonomische Ausbeutung und diskursive Instrumentalisierung definieren.
Die "Minsker Zeitung" dient als empirisches Fallbeispiel, um die propagandistische Konstruktion der belarusischen Identität ("Bauernvolk") im Gegensatz zur rassenideologischen Praxis zu untersuchen.
Sie kommt zu dem Schluss, dass diese Einstufung nicht auf rassischer Anerkennung basierte, sondern eine rein pragmatische und zweckgerichtete Konstruktion war, um die kriegswirtschaftliche Ausbeutung der Region zu sichern.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

