Magisterarbeit, 2008
117 Seiten, Note: 1,7
1. EINLEITUNG UND EXKURS POLEMIK
2. „DEM PUBLIKUM GEFIEL DAS, DEM KESTEN GEFIEL DAS NICHT“. DIE RHETORIK JOHNSONS IN DER AFFÄRE KESTEN
2.1. Die Situation
2.2. Der Angriff
2.3. Die Reaktion
2.4. Exkurs DDR-Vokabular
2.5. Noch nicht das Ende
3. „DENN AN DIESEM TAG GING DIE HATZ ERST GRÜNDLICH LOS, UND WER HATTE DA INS HORN GEBLASEN? DER ERFAHRENE LITERATENJÄGER HEINRICH VON BRENTANO WAR’S.“ UNTERSUCHUNG POLEMISCHER BEGLEITUMSTÄNDE
3.1. Noch einmal Kesten
3.2. Gruppe 47 als Reichsschriftumskammer: Ein fiktiver Brief Johnsons
3.3. Die Berliner Stadtbahn
3.4. Exkurs DDR-Vokabular in Johnsons Stadtbahnschriften
4. FAZIT
Die vorliegende Arbeit analysiert das Agieren Uwe Johnsons als Polemiker anhand öffentlicher Kontroversen, um dessen rhetorische Strategien und den Einsatz sprachlicher Codes im Kontext biographischer Umstände zu beleuchten.
2.2. Der Angriff
Welchen Anlass gibt es also für die Verbalattacken Hermann Kestens auf den jungen Schriftsteller Uwe Johnson?
Das Setting für den Ausgangspunkt des Streits sollte ein runder Tisch am 11.November 1961 im Circulo Turati, einem politisch links stehendem Zirkel in Mailand, sein, an dem sich zu einer Podiumsdiskussion die beiden Kontrahenten sowie u.a. auch der italienische Verleger Johnsons, Giangiacomo Feltrinelli, treffen. Geladen sind auch internationale Pressevertreter, um über die italienische Übersetzung der Mutmaßungen über Jakob zu berichten.
Hermann Kesten ist eingeladen seinen Vortrag „Neues zur neuen deutschen Literatur“ zu lesen, den er schon einmal während der traditionellen Herbsttagung 1961 der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt hielt und der schon damals von der Presse als Provokation eingeschätzt wurde. Mit Zorn und Wut sind die Ausfälle über diese Berichterstattung, die sich Kesten während und nach der Veranstaltung in Mailand erlaubt, nicht zu erklären. Angesichts der Bezeichnung Bertolt Brechts als einen „servitore“, einen Diener der Diktatur, und das vor einer Runde, die sich selbst als sozialistisch versteht, deutet Vieles daraufhin, dass Kesten nichts von der Schärfe seines Vortrags streichen wollte oder bewusst die Konfrontation mit der Runde sucht.
1. EINLEITUNG UND EXKURS POLEMIK: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, definiert den Polemik-Begriff im Kontext der Arbeit und legt die methodische Herangehensweise dar.
2. „DEM PUBLIKUM GEFIEL DAS, DEM KESTEN GEFIEL DAS NICHT“. DIE RHETORIK JOHNSONS IN DER AFFÄRE KESTEN: Die detaillierte Analyse der Kesten-Johnson-Kontroverse beleuchtet die Situation, den Angriff, die Reaktionen und die rhetorischen Besonderheiten.
3. „DENN AN DIESEM TAG GING DIE HATZ ERST GRÜNDLICH LOS, UND WER HATTE DA INS HORN GEBLASEN? DER ERFAHRENE LITERATENJÄGER HEINRICH VON BRENTANO WAR’S.“ UNTERSUCHUNG POLEMISCHER BEGLEITUMSTÄNDE: Hier werden weitere öffentliche Streitfälle wie der S-Bahn-Boykott und die Gruppe 47 untersucht, eingebettet in die "Begleitumstände" als Retrospektive.
4. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die Bedeutung des rhetorischen Aufwands im Verhältnis zur existenziellen Betroffenheit des Autors hervor.
Uwe Johnson, Hermann Kesten, Polemik, Rhetorik, Literaturstreit, Kesten-Affäre, Begleitumstände, Gruppe 47, Berliner S-Bahn, Politische Literatur, Heinrich von Brentano, deutsch-deutsches Verhältnis, Sprachcodes, Medienschelte, Literaturbetrieb
Die Arbeit untersucht Uwe Johnsons Wirken als Polemiker in verschiedenen öffentlichen Kontroversen und analysiert, wie er seine rhetorischen Mittel zur Verteidigung seiner Position und Existenz einsetzte.
Im Zentrum stehen die sogenannte Kesten-Affäre, die Auseinandersetzung um den Boykott der Berliner S-Bahn sowie Johnsons Verhältnis zur Gruppe 47 und zum CDU-Politiker Heinrich von Brentano.
Ziel ist es, Johnsons rhetorische Strategien sowie seinen Umgang mit medialer Kritik zu dekonstruieren und aufzuzeigen, wie er Literatur und politisches Statement in seinen Polemiken miteinander verknüpfte.
Die Arbeit nutzt das Modell der "polemischen Situation" von Jürgen Stenzel zur Analyse der Texte, ergänzt durch eine Untersuchung sprachlicher Codes und rhetorischer Stilmittel.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Kesten-Affäre sowie eine Untersuchung der polemischen Auseinandersetzungen rund um die Berliner S-Bahn und die Gruppe 47, jeweils unter Einbeziehung von Johnsons "Begleitumständen".
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Polemik, Rhetorik, literarischer Skandal, deutsch-deutsches Verhältnis und politische Literatur charakterisiert.
Das Tonband spielt eine zentrale Rolle, da es als unbestechlicher Beweis diente, um Kestens Anschuldigungen über Johnsons Äußerungen als falsch zu entlarven und Johnson somit in seiner Verteidigung rhetorisch zu stärken.
Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass Johnson sich sprachlich bewusst vom SED-geprägten DDR-Vokabular distanzierte, dieses jedoch in seinem literarischen Werk ironisch oder als Charakterisierungsmittel einsetzte.
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