Bachelorarbeit, 2009
62 Seiten, Note: 1,0
1 Einführung
2 Begriff der Versorgung
3 Alltagsmanagement privater Haushalte – divergierende Hilfebedarfe in prekären Lebenslagen
3.1 Theoretische Grundlagen des Alltagsmanagements
3.2 Haushalte in prekären Lebenslagen
3.3 Probleme im Alltagsmanagement von Haushalten in prekären Lebenslagen
3.4 Anforderungen der Haushaltstypen an die Hilfestufen der Armutsbewältigung
4 Aufsuchende Familienhilfen in der Sozialen Arbeit
4.1 Begriffsbestimmungen
4.2 Allgemeiner Sozialdienst
4.3 Sozialpädagogische Familienhilfe
4.4 Familienpflege
5 Resümee: Rolle von Versorgung in aufsuchenden Familienhilfen
6 Reformansätze
6.1 HOT – Das HaushaltsOrganisaionsTraining der Familienpflege
6.2 Das Konzept „Frühe Hilfen“
6.3 Das Projekt „Hauswirtschaftliche Beratung für verschuldete Familien“ in München
7 Diskussion
8 Zusammenfassung
Die Bachelor-Thesis untersucht die Bedeutung des Begriffs „Versorgung“ im Kontext aufsuchender Familienhilfen, insbesondere für Haushalte in prekären Lebenslagen, und analysiert, wie alltagspraktische Unterstützung in die bestehenden Strukturen der Sozialen Arbeit integriert werden kann.
3.2 Haushalte in prekären Lebenslagen
Die folgenden Ausführungen entstammen den Erkenntnissen des Gießener Forschungs-projektes „Haushaltsführung im Versorgungsverbund – Stärkung von Haushaltsführungskompetenzen durch Aufzeigen von Handlungsalternativen“, im Rahmen dessen durch die Analyse am Projekt teilnehmender Haushalte und der dort praktizierten Muster alltäglicher Haushalts- und Lebensführung eine Typologie von Armutshaushalten entwickelt wurde (vgl. Meier/Preuße/Sunnus 2003: 13).
Wie der 2008 erschienene dritte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung zeigt, ist die Armutsrisikoquote in Deutschland in den letzten Jahren (1998-2005) kontinuierlich angestiegen und liegt derzeit bei 13 %. Das Risiko einkommensarm zu leben, wird nach Konzept der relativen Einkommensarmut definiert und bezeichnet den „Anteil der Personen in Haushalten, deren bedarfsgewichtetes Nettoäquivalenzeinkommen weniger als 60 % des Mittelwertes (Median) aller Einkommen beträgt“ (BMAS 2008: 20). Besonders von (Einkommens-) Armut gefährdete Personengruppen sind u. a. Arbeitslose (Armutsrisikoquote 43 %) und Alleinerziehende (24 %) (vgl. BMAS 2008: 20 ff.).
1 Einführung: Die Einleitung führt in die Problematik des Versorgungsbegriffs innerhalb der Haushaltswissenschaften und die spezifische Relevanz für prekäre Lebenslagen ein.
2 Begriff der Versorgung: Dieses Kapitel definiert Versorgung als zentralen Aspekt der Haushaltsführung und grenzt private von institutionalisierten Versorgungsformen ab.
3 Alltagsmanagement privater Haushalte – divergierende Hilfebedarfe in prekären Lebenslagen: Es beleuchtet die komplexen Herausforderungen in Armutshaushalten und stellt eine Typologie zur Klassifizierung der Hilfebedarfe vor.
4 Aufsuchende Familienhilfen in der Sozialen Arbeit: Das Kapitel analysiert die institutionellen Rahmenbedingungen und Aufgaben von ASD, SPFH und Familienpflege.
5 Resümee: Rolle von Versorgung in aufsuchenden Familienhilfen: Hier werden die Erkenntnisse der vorangegangenen Kapitel gebündelt und die Rolle der Versorgung in den Hilfeangeboten bewertet.
6 Reformansätze: Drei Projekte (HOT, Frühe Hilfen, Münchener Beratungsmodell) werden als Beispiele für eine notwendige Neuausrichtung vorgestellt.
7 Diskussion: Dieser Teil reflektiert die theoretische Abgrenzung der Versorgungsarbeit und leitet Forderungen für die Praxis ab.
8 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer knappen Synthese der Ergebnisse und einem Plädoyer für eine verstärkte Kooperation zwischen Hilfeinstanzen.
Versorgung, Alltagsmanagement, Prekäre Lebenslagen, Soziale Arbeit, Familienhilfe, Armutsprävention, Sozialpädagogische Familienhilfe, Familienpflege, Daseinskompetenzen, Haushaltsführung, Armutsrisiko, Beratung, Krisenintervention, Haushaltstypologie, Versorgungsverbund.
Die Arbeit analysiert die Rolle und Bedeutung von haushaltsbezogener Versorgung in der aufsuchenden Familienhilfe und wie diese zur Stabilisierung von Haushalten in prekären Lebenslagen beitragen kann.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Versorgung, der Analyse von Alltagsmanagement in Armutshaushalten sowie der Untersuchung der Arbeitsweisen von Sozialpädagogischer Familienhilfe und Familienpflege.
Das Ziel ist es, die derzeitige Vernachlässigung haushaltsbezogener Versorgung in der Sozialen Arbeit aufzuzeigen und Ansätze zu identifizieren, diese als präventives Mittel zur Armutsbewältigung zu stärken.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Ergebnissen aus Forschungsprojekten zur Haushaltsführung, um eine Typologie von Armutshaushalten und deren Hilfebedarf abzuleiten.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Grundlegung des Versorgungsbegriffs, der Typologisierung prekärer Haushalte und einer detaillierten Darstellung relevanter Institutionen wie dem ASD, der SPFH und der Familienpflege.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Versorgung, Alltagsmanagement, Prekäre Lebenslagen, Familienpflege, Sozialpädagogische Familienhilfe und Armutsprävention.
Während die SPFH primär auf die erzieherische und beziehungsorientierte Arbeit mit der Familie fokussiert ist, setzt die Familienpflege klassischerweise bei der praktischen Weiterführung des Haushalts in Krisensituationen an.
HOT ist ein modulares Programm der Familienpflege, das darauf abzielt, Familien in prekären Lebenslagen durch gezieltes Training haushaltsnaher Kompetenzen zur Selbsthilfe und eigenständigen Alltagsbewältigung zu befähigen.
Frühe Hilfen stellen einen präventiven Ansatz dar, der durch ein "soziales Frühwarnsystem" bereits frühzeitig Risikofaktoren in Familien erkennt und passgenaue Unterstützung anbietet, um Kindesvernachlässigung zu verhindern.
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