Magisterarbeit, 2011
69 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung
1.1 Einleitung und Problemstellung
1.2 Grundgedanke und Vorgehen
2. Grundbegriffe
2.1 Modelle der Abgrenzung
2.2 Begriffsdefinitionen
2.2.1 Beat, Puls und tactus
2.2.2 Rhythmus
2.2.3 Metrum
2.3 Zwischenbetrachtung
3. Metrumwahrnehmung in frühester Kindheit
3.1 Theoretische Grundlagen
3.1.1 Kognitive Entwicklungspsychologie
3.1.2 Der Entwicklungsbegriff
3.2. Methoden und Fragestellungen der aktuellen Forschung
3.3 Die Entwicklung vom pränatalen Stadium bis zum Ende des 1. Lebensjahres
3.3.1 Pränatal
3.3.2 Postnatal
3.4 Multisensorische Erfahrungen
3.5 Angeborenheit und Enkulturation
3.6 Die Rolle der Metrumwahrnehmung in der Entwicklung
4. Diskussion und Ausblick
5. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht, ob die Wahrnehmung von Metrum eine genetische Prädisposition des Menschen darstellt und als angeborener Teil des Rhythmusvermögens eine grundlegende Voraussetzung für die Musikalität bildet. Dabei steht insbesondere die pränatale Phase und das erste Lebensjahr im Fokus, um den Einfluss von biologischen Anlagen und kultureller Sozialisation auf die Entwicklung metrischer Fähigkeiten zu analysieren.
3.3.1 Pränatal
Werden die Untersuchungen ausschließlich auf Neugeborene und Säuglinge fokussiert, ist es fast unmöglich die individuellen Anfänge der musikalischen Wahrnehmung zu erforschen, da schon der Fetus im Mutterleib eine gefilterte Version der auditiven Ereignisse in der äußeren Umwelt hört. Smotherman und Robinson betonen, wie entscheidend schon diese frühe Phase der Entwicklung für die Herausbildung von Strukturen und Fähigkeiten ist:
“Viewing fetal behaviour under […] naturalistic conditions has revealed that the fetus is more than a passive passenger during gestation, it is an active organism responsive to changes within its intrauterine environment. Certain features of the fetal environment can facilitate the expression of organized behaviour, other features constrain or inhibit behavioural production. Further, the behaviour expressed by the fetus can have functional consequences. […] These facts imply that the behaviour of the fetus is inextricably connected to the environment in which it has developed, to the environment in which it currently exists, and to the succession of predictable environments that will follow in the course of its life history.” (Smotherman und Robinson (1990) in Parncutt 2009; 8)
Die erste Wahrnehmung führt also bereits zu einer Interaktion mit der Umwelt und daraufhin wieder zu anderen Erlebnissen, wobei sich dieses adaptive Verhalten auf einen Lernvorgang auswirkt. Es ist somit unabdingbar Physiologie und Reaktion im pränatalen Stadium zu berücksichtigen. Die Untersuchung der pränatalen auditiven Entwicklung ist ein relativ junges Forschungsfeld und wurde durch die oben genannten neueren Methoden teilweise erst ermöglicht.
1. Einführung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Rhythmus als zentrales Element der Musik dar und formuliert die Grundthese, dass Metrumwahrnehmung eine genetische Prädisposition des Menschen ist.
2. Grundbegriffe: Das Kapitel definiert essentielle Begriffe wie Beat, Puls, Rhythmus und Metrum und grenzt sie voneinander ab, um eine einheitliche Grundlage für die musikpsychologische Analyse zu schaffen.
3. Metrumwahrnehmung in frühester Kindheit: Dieser zentrale Teil untersucht die kognitive Entwicklung, pränatale sowie postnatale Lernprozesse und die Rolle der Enkulturation und multisensorischer Erfahrungen für die Metrumwahrnehmung.
4. Diskussion und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse der zitierten Studien kritisch hinterfragt und die Schwierigkeiten bei der Erforschung der kindlichen Rhythmuswahrnehmung sowie zukünftige Forschungsnotwendigkeiten aufgezeigt.
5. Zusammenfassung: Dieses Kapitel resümiert die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit hinsichtlich der Ursprünge und der Entwicklung der Metrumperzeption im ersten Lebensjahr.
Rhythmus, Metrum, Puls, Musikalität, Frühkindliche Entwicklung, Angeborenheit, Enkulturation, Kognitionspsychologie, Pränatale Entwicklung, Auditive Wahrnehmung, Multisensorik, Embodiment, Synchronisation, Musikvermögen, Ontogenese.
Die Arbeit untersucht die Ursprünge und die Entwicklung der Rhythmus- und Metrumwahrnehmung bei Ungeborenen und Säuglingen im ersten Lebensjahr.
Die Arbeit beleuchtet das Zusammenspiel von biologischer Anlage (Angeborenheit), kognitiver Reifung und kultureller Prägung (Enkulturation) bei der Wahrnehmung von Metrik in Musik.
Das Ziel ist zu klären, ob die Fähigkeit zur Metrumwahrnehmung eine angeborene genetische Prädisposition des Menschen ist oder ob sie primär durch Lernprozesse in der frühen Kindheit erworben wird.
Es handelt sich um eine musikpsychologische Literaturarbeit, die Erkenntnisse aus der kognitiven Entwicklungspsychologie, der Neurowissenschaft und der Verhaltensforschung analysiert und kritisch interpretiert.
Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen, Methoden der aktuellen Forschung, die auditive Entwicklung vom pränatalen Stadium an sowie die Rolle von Enkulturation und multisensorischen Erfahrungen wie der Kopplung von Bewegung und Hören.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Metrum, Rhythmus, Angeborenheit, Enkulturation, frühkindliche Entwicklung und auditive Perzeption.
Die Autorin argumentiert, dass das Gehör schon pränatal funktionsfähig ist und der Fetus erste Erfahrungen mit internen und externen akustischen Rhythmen sammelt, die als Basis für spätere musikalische Strukturen dienen könnten.
Die Arbeit stützt sich auf neuere Studien, die zeigen, dass die Verbindung zwischen dem Gleichgewichtssinn (vestibulär) und dem Gehör entscheidend für die Erfassung von Metrum und die Synchronisation zur Musik sein könnte.
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