Examensarbeit, 2003
123 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen
2.1 Metatheoretische Überlegungen
2.2 Theoretischer Rahmen dieser Arbeit
3. Theoretisches Analysemodell
3.1 Erklärungsfaktoren (unabhängige Variablen)
3.1.1 Innerstaatliche Unterstützung
3.1.2 Relative Machtposition
3.1.3 Konsens oder Dissens in internationalen Organisationen
3.1.4 Zusammenfassung
3.2 Die militärische Intervention (abhängige Variable)
3.2.1 Die politische Dimension
3.2.2 Die militärische Dimension/Fünf Stufen der militärischen Intervention
3.2.3 Militärische Interventionen seit der Wiedervereinigung
3.2.4 Zusammenfassung
4. Die militärische Intervention in Afghanistan/Enduring Freedom
4.1 Aufbau der Fallstudien
4.2 Politische Dimension
4.3 Militärische Dimension
4.4 Innerstaatliche Unterstützung
4.5 Relative Machtposition
4.6 Internationaler Konsens oder Dissens
4.7 Zusammenfassung
5. Die militärische Intervention im Irak
5.1 Politische Dimension
5.2 Militärische Dimension
5.3 Innerstaatliche Unterstützung
5.4 Relative Machtposition
5.5 Internationaler Konsens oder Dissens
5.6 Zusammenfassung
6. Zusammenfassung
7. Ausblick
Die Arbeit untersucht rational begründete Entscheidungsmuster der deutschen Bundesregierung zur Beteiligung an militärischen Interventionen nach dem 11. September 2001, konkret am Beispiel der Operation Enduring Freedom in Afghanistan und der Nicht-Teilnahme am Irak-Krieg 2003.
Die politische Dimension
In Anlehnung an den politischen Interventionsbegriff wird die Intervention hier in ihrer weiten Fassung als Beeinflussung eines Herrschaftssystems von außen verstanden (Czempiel 1994). Die Intervention ist damit eine Strategie der Außenpolitik und die militärische Intervention nur eine Unterform derselbigen, nämlich der bewaffnete Eingriff eines fremden Staates mit dem Ziel der Beeinflussung eines Herrschaftssystems. Die Spannung zwischen diesem Interventionsbegriff und dem seit dem Westfälischen Frieden von 1648 herrschenden Verbot der Einmischung in innere Angelegenheiten wird von Czempiel durch die Anerkennung der Gesellschaft als eigentliche Souveränitätsträgerin aufgelöst (Czempiel 1994). Durch diese Zuweisung der Souveränität verstößt eine Beeinflussung des politischen Herrschaftssystems mit dem Ziel der Stärkung der gesellschaftlichen Herrschaft im demokratietheoretischen Verständnis nicht gegen die Souveränität eines Volkes.
Bei der Betrachtung des Zusammenhangs zwischen Politik und militärischer Intervention kommt man an der funktionalistischen Sichtweise von Carl von Clausewitz nicht vorbei. Er prägte Ende des 19. Jahrhunderts die Definition von Krieg als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln:
So sehen wir also, daß der Krieg nicht bloß ein politischer Akt, sondern ein wahres politisches Instrument ist, eine Fortsetzung des politischen Verkehrs, ein Durchführen desselben mit anderen Mitteln (von Clausewitz 1832).
Hier wird deutlich, dass die Funktion des Krieges entscheidend ist, d.h. die Möglichkeit, mit militärischen Mitteln einen Konflikt zu bearbeiten, der mit politischen und diplomatischen Mitteln nicht mehr zu lösen scheint. Unterschieden wird in der funktionalistischen Sichtweise von Clausewitz zwischen Zweck, Ziel und Mittel des Krieges. Der Zweck ist, was mit dem Krieg und das Ziel, was im Krieg erreicht werden soll. Die Mittel des heutigen Krieges sollen im nächsten Abschnitt bei der Frage nach der militärischen Dimension der abhängigen Variable erläutert werden.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Problemstellung der deutschen Sicherheitspolitik nach dem 11. September 2001 ein und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen.
2. Theoretischer Rahmen: Es werden metatheoretische Grundlagen dargelegt und die Einordnung in die szientistische Denkschule vorgenommen, um ein Theoriegerüst aus Neorealismus, Neoliberalismus und Neoinstitutionalismus zu bilden.
3. Theoretisches Analysemodell: Das Kapitel entwickelt ein Modell mit internen und externen Erklärungsfaktoren und definiert ein Fünf-Stufen-Modell zur Klassifizierung militärischer Interventionen.
4. Die militärische Intervention in Afghanistan/Enduring Freedom: Die erste Fallstudie analysiert, warum Deutschland an dieser Operation teilnahm, wobei besonders die politische Entscheidung und die unterstützenden Faktoren untersucht werden.
5. Die militärische Intervention im Irak: Die zweite Fallstudie untersucht die Gründe für die deutsche Nicht-Teilnahme am Irak-Krieg und beleuchtet die konträre Entscheidung der Bundesregierung.
6. Zusammenfassung: Die Ergebnisse der beiden Fallstudien werden zusammengeführt, kontrastiert und die aufgestellten Hypothesen kritisch geprüft.
7. Ausblick: Der abschließende Teil reflektiert die gewonnenen Erkenntnisse zur deutschen Sicherheitspolitik und schlägt weitere Forschungsansätze sowie Ländervergleiche vor.
Sicherheitspolitik, Bundeswehr, militärische Intervention, Enduring Freedom, Irak-Krieg, Afghanistan, Außenpolitik, Theorie der internationalen Beziehungen, Neorealismus, Neoliberalismus, Neoinstitutionalismus, Politische Entscheidung, Sicherheitskonzept, Machtressourcen, Konsens
Die Arbeit analysiert die deutsche Sicherheitspolitik und die Beweggründe der Bundesregierung für ihre konträren Entscheidungen bei der Teilnahme an Militäreinsätzen zwischen 2001 und 2003.
Im Zentrum stehen die drei Erklärungsfaktoren: innerstaatliche Unterstützung, relative Machtposition des Staates und der Konsens in internationalen Institutionen wie EU, NATO und UNO.
Die zentrale Frage lautet: Warum hat Deutschland 2001 an der Operation Enduring Freedom in Afghanistan teilgenommen, sich jedoch 2003 gegen die Teilnahme am Irak-Krieg entschieden?
Es wird eine qualitativ-vergleichende Analyse zweier Fälle durchgeführt, die auf der Operationalisierung der genannten Variablen und der Anwendung eines eigens entwickelten Fünf-Stufen-Modells militärischer Interventionen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Modellbildung sowie die detaillierte empirische Anwendung auf die beiden Fallstudien zu Afghanistan und zum Irak.
Die Arbeit fokussiert auf Konzepte wie Eigennutzenmaximierung politischer Akteure, relative Machtposition, Bedrohungsperzeption und die Rolle internationaler Organisationen für die deutsche Außenpolitik.
Der Autor zeigt auf, wie der Bundeskanzler außenpolitische Entscheidungen rational mit dem Ziel der Wiederwahl verknüpft hat, wobei er insbesondere in der Irak-Frage eine erfolgreiche Stimmungsführung übernahm.
Das Modell ermöglicht eine präzise qualitative und quantitative Einordnung militärischer Beiträge der Bundeswehr, basierend auf deren Gefährdungs- und Offensivpotential in multinationalen Einsätzen.
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