Bachelorarbeit, 2011
88 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Die Biografie von John Galliano
2.1 Das Kind
2.2 Der Student
2.3 Der Designer
3 Kurze Geschichte der Modeschauen
4 Modeinszenierungen
4.1 Allgemeine Definition einer Modeinszenierung
4.2 Die Bedeutung von geschichtlichen Bezügen in Modeinszenierungen
4.3 Die geschichtliche Thematik in Gallianos Inszenierungen
5 Das Frankreich Ende des 18. Jahrhunderts
5.1 Der geschichtliche Hintergrund
5.2 Der kunstgeschichtliche Hintergrund
5.3 Die Inszenierungen
5.3.1 Inszenierung John Galliano “Les Incroyables” 1984
5.3.1.1 Beschreibung
5.3.1.2 Analyse
5.3.2 Inszenierung Christian Dior Spring 2006
5.3.2.1 Beschreibung
5.3.2.2 Analyse
6 Die Beziehung Frankreich und Englands Ende des 18. Jahrhunderts
6.1 Der geschichtliche Hintergrund
6.2 Der kunstgeschichtliche Hintergrund
6.3 Inszenierung John Galliano Spring 2009
6.3.1 Beschreibung
6.3.2 Analyse
7 Die Belle Époque Ende des 19. Jh. Und die Rolle der Femme fatale
7.1 Der geschichtliche Hintergrund
7.2 Der kunstgeschichtliche Hintergrund
7.3 Der Typus der Femme fatale
7.4 Die Inszenierungen
7.4.1 Inszenierung Christian Dior Spring 2008
7.4.1.1 Beschreibung
7.4.1.2 Analyse
7.4.2 Inszenierung Christian Dior Spring 1997
7.4.2.1 Beschreibung
7.4.2.2 Analyse
8 Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Modeschauen des Designers John Galliano im Hinblick auf deren kunstgeschichtliche Bezüge und analysiert, wie diese als Modeinszenierungen zur Rekonstruktion historischer Kulturgeschichte und zur Reflexion aktueller gesellschaftlicher Strömungen genutzt werden.
5.3.1.2 Analyse
Mit dem Titel „Les Incroyables“ legt Galliano die geschichtliche Thematik auf die Epoche Ende des 18. Jahrhunderts in Frankreich fest. Galliano rekonstruiert in seiner Inszenierung den Zustand in Frankreich zu jener Zeit nach der Revolution.
Offensichtlich möchte Galliano die damalige Aufruhrstimmung nach der Revolution wiedergeben. Beispiele hierfür sind die überschwänglichen Bewegungen der Models. Insbesondere die Gestik der ausgestreckten Arme und die außer Acht gelassene Choreographie unterstützen diese These. Die Stöcke in den Händen der Models als Accessoires sollen die revolutionäre Stimmung betonen und an die Stürmung der Schlösser zu jener Zeit erinnern. Die rockige Musik betont in der Inszenierung die damals vorherrschende Anarchie.
Die medialen Aspekte, wie Beleuchtungstechnik und Dekoration, sind in der Inszenierung gering. Die Begründung liegt darin, dass diese Modenschau Gallianos Abschlussarbeit ist und im universitären Rahmen stattfindet. Den Bezug zu dem Frankreich im 18. Jahrhundert stellt er, neben der Gestik der Models und der lauten Musik, anhand des Designs der Kleidungsstücke her.
Zur Verwirklichung der damaligen Modetraditionen entnimmt Galliano die Schnittmuster für die Kleidungsstücke aus Gemälden und Karikaturen, die aus der Zeit jener Epoche stammen. An dem Gemälde „Madame Récamier auf einer Recamiere“ (Abb. 4) von Jacques-Louis David lässt sich sehr gut die Parallele zu Gallianos Kollektion aufzeigen. Madame Récamier trägt auf dem Gemälde ein Chemisenkleid, das der damaligen Modetradition entspricht. Definiert waren diese Kleider durch die Naht unter der Brust, die knappen Ärmel und den hauchdünnen, weißen Stoff. In der Kollektion ist ein solches Chemisenkleid (Abb. 5) vorhanden, mit dem Unterschied, dass die nackte Haut durchschimmert und das Kleid zerrissen wirkt.
1 Einleitung: Definition des Themas und Zielsetzung der Bachelorarbeit zur Untersuchung kunstgeschichtlicher Bezüge in den Modeinszenierungen von John Galliano.
2 Die Biografie von John Galliano: Darstellung des Lebensweges von der Kindheit über das Studium bis hin zum beruflichen Erfolg als Modedesigner.
3 Kurze Geschichte der Modeschauen: Historischer Abriss der Entwicklung der Modepräsentation von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis zur modernen Laufstegshow.
4 Modeinszenierungen: Theoretische Abgrenzung der Modeinszenierung von der klassischen Modenschau und Erläuterung der Bedeutung geschichtlicher Kontexte.
5 Das Frankreich Ende des 18. Jahrhunderts: Analyse der politischen und kunstgeschichtlichen Hintergründe der Französischen Revolution und deren Umsetzung in zwei spezifischen Kollektionen.
6 Die Beziehung Frankreich und Englands Ende des 18. Jahrhunderts: Untersuchung der historischen Spannungen und Versöhnungsgedanken zwischen beiden Ländern und deren Reflexion in einer Galliano-Inszenierung.
7 Die Belle Époque Ende des 19. Jh. Und die Rolle der Femme fatale: Analyse des gesellschaftlichen Wandels der Belle Époque und des Frauenbildes im Fin de Siècle sowie deren Darstellung in zwei Dior-Inszenierungen.
8 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der These, dass Galliano Kunstgeschichte nutzt, um aktuelle gesellschaftliche Themen dekonstruktivistisch zu inszenieren.
John Galliano, Modeinszenierung, Kunstgeschichte, Französische Revolution, Belle Époque, Femme fatale, Dekonstruktivismus, Christian Dior, Kulturgeschichte, Modetradition, Ästhetik, Inspiration, gesellschaftlicher Wandel, Epochen, Inszenierungsstil.
Die Arbeit untersucht, wie der Modedesigner John Galliano kunstgeschichtliche und historische Ereignisse als Basis für seine aufwendigen Modeinszenierungen verwendet.
Die zentralen Themen sind das Zusammenspiel von Mode und Kunst, die Rekonstruktion historischer Epochen wie der Französischen Revolution und der Belle Époque sowie die mediale Gestaltung einer Modeschau.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie und warum Galliano systematisch Bezug auf bildende Künstler und vergangene Epochen nimmt, um seine aktuelle Mode zu kontextualisieren.
Die Arbeit nutzt die Analyse von Modeinszenierungen (mediale Elemente wie Musik, Beleuchtung, Choreografie) und vergleicht diese mit kunstgeschichtlichen Referenzen und historischem Hintergrundwissen.
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Epochenanalysen: das Frankreich Ende des 18. Jahrhunderts, das Verhältnis zwischen Frankreich und England Ende des 18. Jahrhunderts sowie die Belle Époque und die Rolle der Femme fatale.
Die wichtigsten Begriffe sind Modeinszenierung, Kunstgeschichte, John Galliano, Dekonstruktivismus, Historische Bezüge und Belle Époque.
Während bei einer regulären Modenschau primär die Kollektion und das Produkt im Vordergrund stehen, zeichnet sich eine Modeinszenierung durch ein mediales Gesamtkunstwerk aus, bei dem Beleuchtung, Musik und eine spezifische narrative Inszenierung die Aussage des Designers transportieren.
Das Konzept dient als zentraler Frauentypus, der Unabhängigkeit, Verführung und Gefahr verkörpert und den Galliano nutzt, um gesellschaftliche Rollenbilder und deren historischen Ursprung im Fin de Siècle zu reflektieren.
Galliano nutzt dekonstruktivistische Ansätze, indem er klassische Schnittmuster aus historischen Vorlagen nimmt und diese absichtlich deformiert oder neu zusammensetzt, um sich von traditionellen Normen zu lösen.
Galliano nutzt die Parallelen zwischen vergangenen Unruhen (z.B. Revolutionen) und zeitgenössischen Krisen (wie soziale Unruhen im Jahr 2005), um seine Mode als Kommentar zum aktuellen Weltbild zu legitimieren.
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