Bachelorarbeit, 2011
64 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretischer Teil: Sanierungsbedürftigkeit von Unternehmen
2.1. Begriffsabgrenzung
2.1.1. Sanierungsbedürftigkeit
2.1.2. Unternehmenskrise
2.1.3. Sanierungsfähigkeit und Sanierungswürdigkeit
2.2. Formen der Sanierungsbedürftigkeit
2.2.1. Wirtschaftliche Sanierungsbedürftigkeit
2.2.2. Finanzielle Sanierungsbedürftigkeit
2.2.3. Auftreten der Formen der Sanierungsbedürftigkeit
2.3. Bewertung sanierungsbedürftiger Unternehmen
2.3.1. Besonderheiten bei der Bewertung sanierungsbedürftiger Unternehmen
2.3.2. Bewertungsverfahren
2.3.2.1. Zukunftserfolgswert
2.3.2.2. Liquidationswert und Substanzwert
2.3.2.3. Marktwert
3. Fallstudie: Unternehmenszusammenschlüsse in der Luftfahrt
3.1. Forschungsmethodik
3.1.1. Fallstudien-Entwurf und Methodologie
3.1.2. Auswahl der Untersuchungsobjekte
3.1.3. Datensammlung
3.1.4. Datenanalyse
3.2. Fallstudienanalyse
3.2.1. Chronologie der Unternehmensübernahmen
3.2.1.1. Chronologie der Übernahme der Swiss International Air Lines AG durch die Deutsche Lufthansa AG
3.2.1.2. Chronologie der Übernahme der Austrian Airlines AG durch die Deutsche Lufthansa AG
3.2.2. Feststellung der Sanierungsbedürftigkeit
3.2.3. Unternehmensbewertung
3.2.4. Kaufpreisanalyse
3.2.5. Strategische Analyse der Übernahmen
4. Zusammenfassung
Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, Methoden zur Diagnose und Bewertung von sanierungsbedürftigen Unternehmen zu untersuchen und diese Erkenntnisse anhand einer Fallstudie zu den Übernahmen der SWISS und AUA durch die Deutsche Lufthansa AG praktisch anzuwenden.
3.2.2. Feststellung der Sanierungsbedürftigkeit
In diesem Kapitel werden quantitative und qualitative Faktoren untersucht, die eine Sanierungsbedürftigkeit der beiden Untersuchungsobjekte erkennen lassen. Dafür werden Bilanzwerte und Kennzahlen der Unternehmen jeweils zwei Jahre vor Übernahme durch Lufthansa analysiert, interpretiert und miteinander verglichen. Darüber hinaus werden wesentliche Ereignisse im Vorfeld der Akquisitionen in den Bewertungsprozess einbezogen. Der Autor knüpft dabei an die theoretischen Vorbetrachtungen des zweiten Kapitels an, in welchem Indikatoren für das Vorliegen von Sanierungsbedürftigkeit ausführlich diskutiert wurden.
Um eine Krisendiagnose bei einem Unternehmen durchzuführen, bedarf es neben einer Bilanzanalyse, die „…nicht zwingend zur typgerechten Schwachstellendiagnose führt.“ zusätzlich einer Überprüfung ergänzender Informationen außerhalb einer Bilanz. Diese sollen bei Ausschöpfung der Auskunftsfähigkeit der Jahresabschlussdaten weitere wichtige, nicht quantifizierbare Erkenntnisse für die Krisendiagnose liefern. Eine klassische Bilanzanalyse kann aufgrund der Going Concern-Annahme und mangels Krisenorientierung kaum ausreichende Informationen liefern, um ein sanierungsbedürftiges Unternehmen hinreichend zu beurteilen. Durch Messwerte einer Bilanz lassen sich dessen ungeachtet grundsätzliche Aussagetendenzen feststellen, die eine Sanierungsbedürftigkeit vermuten lassen. Für die im Folgenden verwendeten Bilanzkennzahlen ist eine plausible Arbeitshypothese zu bilden, die angibt, wie der Kennzahlenwert zu interpretieren ist. Da es sich um eine retrospektive Krisenanalyse handelt, ist die Ausgangslage gegenüber einer Krisendiagnose während einer Krisenphase vorteilhafter, da dem Analytiker alle Ereignisse der Unternehmenskrise bekannt sind und eine Vielzahl von Informationen vorliegt.
SWISS und AUA werden sowohl aus finanz- als auch aus erfolgswirtschaftlicher Perspektive analysiert. Um eine finanzielle respektive wirtschaftliche Sanierungsbedürftigkeit feststellen zu können, werden die Unternehmen hinsichtlich charakteristischer Kennzahlen zum Gesamterfolg, zur Verschuldung und Liquidität untersucht. Zur Beleuchtung der erfolgswirtschaftlichen Situation der Untersuchungsobjekte werden der Jahresüberschuss bzw. -fehlbetrag (JÜ/JF), die Gesamtkapitalrentabilität (GKR) sowie die Umsatzrentabilität (UR) herangezogen.
1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Themenwahl durch die industrielle Krisensituation in der Luftfahrt und definiert die Zielsetzung der Arbeit, Bewertungsmodelle für sanierungsbedürftige Unternehmen zu analysieren.
2. Theoretischer Teil: Sanierungsbedürftigkeit von Unternehmen: Dieses Kapitel erarbeitet den theoretischen Rahmen, indem es Begriffe der Unternehmenskrise und Sanierungsbedürftigkeit definiert und Methoden zur Unternehmensbewertung im Krisenfall vorstellt.
3. Fallstudie: Unternehmenszusammenschlüsse in der Luftfahrt: Der Hauptteil der Arbeit untersucht empirisch die Akquisitionen der SWISS und AUA durch die Lufthansa, wobei Bilanzkennzahlen analysiert und die Kaufpreise sowie strategische Motive bewertet werden.
4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die Ergebnisse der theoretischen Analyse und der Fallstudie und reflektiert über die Identifikation sowie Bewertung von sanierungsbedürftigen Unternehmen.
Sanierungsbedürftigkeit, Unternehmenskrise, Luftfahrtindustrie, Unternehmensbewertung, Cash Flow, Liquiditätskrise, Insolvenzrisiko, Multiplikatorverfahren, Due Diligence, Akquisition, Restrukturierung, Going Concern, Turnaround, Finanzkennzahlen, Deutsche Lufthansa AG.
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Methoden der Unternehmensbewertung im speziellen Fall von sanierungsbedürftigen Unternehmen anhand der Luftfahrtbranche.
Die zentralen Felder sind die begriffliche Abgrenzung von Unternehmenssrisen, die theoretischen Ansätze der Krisendiagnose sowie die empirische Fallstudienanalyse von Übernahmen in der Airline-Branche.
Ziel ist es, Methoden zur Diagnose von Sanierungsbedürftigkeit zu systematisieren und zu bewerten, wie diese bei der Preisfindung von akquirierten Unternehmen in der Praxis Anwendung finden.
Der Autor verwendet eine qualitative Fallstudien-Methodik nach YIN (2009), kombiniert mit quantitativen Bilanzanalysen und der sogenannten Cross-Case-Synthese.
Der Hauptteil widmet sich der konkreten Fallstudie zu den Übernahmen der SWISS und AUA durch die Lufthansa, inklusive Chronologie, Sanierungsdiagnose und Kaufpreisanalyse.
Die Arbeit wird wesentlich durch die Begriffe Sanierungsbedürftigkeit, Financial Distress, Unternehmensbewertung, Multiplikatorenmodell und Fallstudie charakterisiert.
SWISS wurde primär als wirtschaftlich sanierungsbedürftig identifiziert, während bei AUA ein simultanes Auftreten von wirtschaftlicher und finanzieller Krise (Sanierungsbedürftigkeit i.e.S.) diagnostiziert wurde.
Besserungsscheine dienten als variabler Kaufpreisbestandteil für die Großaktionäre, abhängig von der künftigen Wertentwicklung der Unternehmen und der Lufthansa-Aktie.
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