Magisterarbeit, 2010
78 Seiten, Note: 2,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Die Spracherwerbstypen
2.2 Der frühe Zweitspracherwerb
2.2.1 Die Lernersprache
2.2.2 Die Entwicklungssequenzen
3. Der Lerngegenstand
3.1 Das Verbstellungsmuster des Deutschen
3.2 Die Verbstellung im Türkischen
3.3 Annahmen zum L1-Einfluss
4. Die Verbstellung im ESE und im frühen ZSE
5. Die Analyse
5.1 Die Probandin
5.2 Die Methode
5.2.1 Verfahren zur Datengewinnung
5.2.2 Transkriptionsverfahren
5.2.3 Die Beschreibungskategorien
5.3 Silas Lernersprache: Die Analyse
5.3.1 Verbzweitstellung und Vorfeldbesetzung
5.3.2 Verb-Erst-Sätze
5.3.3 Verb-End in Nebensätzen
6. Zusammenfassende Diskussion der Ergebnisse und Ausblick
Die Arbeit untersucht den Erwerbsstand der Verbstellungsregularitäten des Deutschen bei einem türkischsprachigen Grundschulkind, um zu eruieren, ob der Prozess systematisch verläuft und wie das Kind dabei seine Erstsprache (L1) sowie intralinguale Strategien nutzt.
3.1 Das Verbstellungsmuster des Deutschen
Das Deutsche lässt im Allgemeinen vier Serialisierungsmöglichkeiten zu:
(1) Das Kind ist krank. SVX
(2) Krank ist das Kind. XVS
(3) Ist das Kind krank? VSX
(4) Zeig mir das kranke Kind! VSX
(5) Er sagte, dass das Kind krank sei. KonjSXV
Unter der Serialisierung wird sowohl Wort- als auch Satzgliedstellung verstanden. Trotz der Häufigkeit der synonymen Verwendung in der Forschung sind sie voneinander zu unterscheiden. Mit der Wortstellung ist die Reihenfolge innerhalb eines Satzglieds, z. B. eines Nominal- oder Adverbialkomplexes, gemeint, während die Satzgliedstellung die Anordnung der syntaktischen Einheiten wie Subjekt oder Adverbial innerhalb eines Satzes bezeichnet (vgl. Bußmann 2002:757). In der vorliegenden Arbeit geht es um die Verbstellung, deshalb liegt das Hauptaugenmerk im Folgenden auf der Positionierung des finiten Verbs.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik des frühen Zweitspracherwerbs und Definition der Forschungsfragen zur Sprachentwicklung eines Grundschulkindes.
2. Theoretischer Hintergrund: Darstellung der Spracherwerbstypen, der Lernersprache und der Entwicklungssequenzen im kindlichen Spracherwerb.
3. Der Lerngegenstand: Analyse der Verbstellungsmuster im Deutschen und Türkischen sowie theoretische Annahmen zum Einfluss der Erstsprache auf das Deutsche.
4. Die Verbstellung im ESE und im frühen ZSE: Überblick über den Forschungsstand zum Erwerb der Verbstellung bei monolingualen und bilingualen Kindern.
5. Die Analyse: Empirische Untersuchung der Sprachdaten der Probandin Sila anhand verschiedener linguistischer Kategorien.
6. Zusammenfassende Diskussion der Ergebnisse und Ausblick: Diskussion der Erkenntnisse im Hinblick auf individuelle Erwerbsstrategien und den Einfluss der Inputsituation.
Zweitspracherwerb, Verbstellung, Lernersprache, Syntax, Erstsprache, Inversion, Satzklammer, V2-Stellung, Verbendstellung, Sprachproduktion, Interlanguage, Kindersprache, Türkisch, Deutsch, Erwerbsstrategien
Die Arbeit analysiert den Erwerb der deutschen Verbstellungsregeln bei einem türkischsprachigen Grundschulkind im Rahmen des frühen Zweitspracherwerbs.
Die zentralen Themen sind die Verbstellung im Deutschen (V2, V1, VE), der Einfluss der Erstsprache (Türkisch) und die Strategien der Lernersprache.
Das Ziel ist es, das aktuelle Entwicklungsstadium der Probandin bezüglich syntaktischer Regeln und Strategien zur Bewältigung der Erwerbsaufgabe zu rekonstruieren.
Es handelt sich um eine deskriptive Fallstudie, die auf elizitierten Sprachaufnahmen basiert und diese linguistisch nach dem CHAT-System auswertet.
Der Hauptteil umfasst theoretische Grundlagen, kontrastive Analysen der Verbstellung sowie die empirische Auswertung des Korpus der Probandin Sila.
Schlüsselbegriffe sind Zweitspracherwerb, Verbstellung, Lernersprache, Syntax, Inversion und Satzklammer.
Die Arbeit diskutiert, inwiefern die rigide SOV-Struktur des Türkischen als Transferquelle oder Erwerbshilfe für deutsche Nebensatzstrukturen dient.
Das Platzhalterverb "machen" fungiert als Erwerbsstrategie, um das Fehlen komplexerer Verbformen in der Lernersprache bei der Satzklammerbildung zu kompensieren.
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