Bachelorarbeit, 2010
49 Seiten
Einleitung
1. Der historische Kontext
1.1.1 Der Kalte Krieg und die deutsche Zweistaatlichkeit
1.1.2 Die afrikanische Unabhängigkeit
1.1.3 Die kapitalistisch orientierte Bewegung in Afrika
1.1.4 Die sozialistisch orientierte Bewegung in Afrika
2. Die Geschichte Tansania seit dem Ende der Kolonialzeit
2.1 Kurze Darstellung der Geschichte Sansibars
2.2 Kurze Darstellung der Geschichte Tanganjikas
3. Die Außenpolitik der beiden deutschen Staaten in den 1960er Jahren
3.1. Die Entwicklungshilfe als Teil der Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland
3.1.1 Die außenpolitische Grundsätze
3.1.2 Das außenpolitische Verhältnis zu Afrika
3.2 Die Wirtschaftshilfe als Teil der Außenpolitik der DDR
3.2.1 Die außenpolitische Grundsätze
3.2.2 Das außenpolitische Verhältnis zu Afrika
4. Die beiden deutschen Staaten und Tansania
4.1 Die westdeutsche Entwicklungshilfe in Tansania
4.2 Die Wirtschaftshilfe der DDR in Tansania
4.3 Die Bedeutung der Entwicklungshilfe im gesamtpolitischen Kontext
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die ideologische Instrumentalisierung der Entwicklungshilfe durch die Bundesrepublik Deutschland und die DDR im Kontext des Kalten Krieges der 1960er Jahre, wobei die junge Republik Tansania als zentrales Fallbeispiel dient, in dem beide deutsche Staaten um Einfluss konkurrierten.
Die Entwicklungshilfe als Instrument des Kalten Krieges
In der vorliegenden Abschlussarbeit wird die Frage nach der ideologischen Instrumentalisierung der Entwicklungshilfe durch die beiden deutschen Staaten, der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen des Kalten Krieges (1945-1989) schwerpunktmäßig in den 1960er Jahren thematisiert. Die Fragestellung soll an dem Fallbeispiel des ostafrikanischen Staates Tansania, welcher der erste Staat neben der Sowjetunion war, in dem sowohl die Bundesrepublik als auch die DDR vertreten waren, analysiert werden. Hierbei soll vor allem untersucht werden, welche Art und in welchem Umfang Entwicklungshilfe geleistet wurde. Zu berücksichtigen wird dabei der ideologische Aspekt der beiden deutschen Staaten sein, die in die Blockbildung des Kalten Krieges vollends einbezogen waren.
Obwohl formal während des Kalten Krieges Frieden herrschte, waren die Großmächte, die Vereinigten Staaten von Amerika und die Sowjetunion und ihre jeweiligen Verbündeten, zumindest dem Anspruch nach stets kriegsbereit. Aufgrund dieser Konkurrenzsituation fand ein Rüstungswettlauf zu Land, zu Wasser, in der Luft und auch im Weltall statt. Auch die Medien, die Wissenschaft und die Kultur wurden im Verständnis der eigenen Ideologie mobilisiert und dienten dazu, das andere Lager als „ideologischen Feind“ zu degradieren und zumindest phasenweise Tätigkeiten, die nicht der eigenen Ideologie und deren Umsetzung entsprachen, in Kategorien wie Hoch- und Landesverrat zu interpretieren. Der größte Teil der Bevölkerung in der nördlichen Hemisphäre lebte theoretisch ein friedliches Leben.
Auf dem afrikanischen Kontinent, der für meine Arbeit eine herausragende Bedeutung spielt, wurden die meisten Kolonien im Laufe der 1960er Jahre unabhängig. Damit wurde das internationale Gleichgewicht verändert und aufgrund der bipolaren Weltordnung entstand in Afrika – aus Sicht der Großmächte - ein politisches Machtvakuum. Das bedeutete, dass die ehemaligen Kolonialmächte, aber vor allem die USA und die Sowjetunion, Befürchtungen bezüglich des eigenen Machteinflusses hatten.
1. Der historische Kontext: Beschreibt die Entstehung des Kalten Krieges, die deutsche Teilung sowie die Prozesse der afrikanischen Dekolonisation als Grundlage für die systemische Konkurrenz.
2. Die Geschichte Tansania seit dem Ende der Kolonialzeit: Erläutert die politische Entwicklung von Sansibar und Tanganjika sowie deren spätere Vereinigung und die Etablierung des Ujamma-Sozialismus.
3. Die Außenpolitik der beiden deutschen Staaten in den 1960er Jahren: Analysiert die außenpolitischen Grundsätze und die Entwicklungshilfestrategien der BRD und der DDR im Kontext ihrer jeweiligen ideologischen Positionierung.
4. Die beiden deutschen Staaten und Tansania: Untersucht konkret die deutsch-deutsche Konkurrenz in Tansania, die Spannungen um die Anerkennung der DDR und die Rolle der jeweiligen Hilfsleistungen.
5. Fazit: Fasst zusammen, inwiefern Entwicklungshilfe als ideologisches Druckmittel fungierte und wie der afrikanische Staat versuchte, diesen Konflikt für die eigene wirtschaftliche Stabilisierung zu nutzen.
Kalter Krieg, Entwicklungshilfe, Tansania, Bundesrepublik Deutschland, DDR, Ideologie, Außenpolitik, Hallstein-Doktrin, Dekolonisation, Ujamma-Sozialismus, Systemkonkurrenz, Wirtschaftshilfe, Tanganjika, Sansibar, Blockfreiheit
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Entwicklungshilfe als ideologisches Instrument der beiden deutschen Staaten (BRD und DDR) während des Kalten Krieges in den 1960er Jahren.
Zentrale Themen sind die deutsch-deutsche Systemkonkurrenz, die Strategien der Außenpolitik, die Entstehung der tansanischen Staatlichkeit und der strategische Einsatz von Finanz- und Wirtschaftshilfe.
Das primäre Ziel ist es zu analysieren, wie die Bundesrepublik Deutschland und die DDR ihre Entwicklungshilfe nutzten, um politische Ziele zu erreichen und den Einfluss des jeweils anderen Staates zu begrenzen.
Die Autorin nutzt eine historische Analyse von Quellen wie Sitzungsprotokollen, Regierungsreden und Staatsverträgen, um die Außenpolitik beider deutscher Staaten nachzuvollziehen.
Im Hauptteil wird der historische Kontext erörtert, die spezifischen Außenpolitiken von BRD und DDR erläutert und die Interaktion mit dem Fallbeispiel Tansania als Austragungsort dieses Konflikts detailliert dargestellt.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kalter Krieg, Entwicklungshilfe, Systemkonkurrenz, Tansania und die Hallstein-Doktrin charakterisiert.
Die Bundesrepublik drohte unter anderem mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen und der Einstellung von Entwicklungshilfegeldern, um die völkerrechtliche Anerkennung der DDR durch Tansania zu verhindern.
Tansania nutzte die Rivalität zwischen Ost und West, indem es mit dem Ausbau von Kontakten zum jeweils anderen Lager drohte, um so höhere Hilfsleistungen von beiden Seiten zu erwirken.
Die DDR konnte zwar eine dauerhafte Präsenz etablieren, z.B. durch die Eröffnung eines Generalkonsulats 1965, jedoch gelang es ihr erst nach dem Grundlagenvertrag 1972, formale diplomatische Beziehungen aufzubauen.
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