Bachelorarbeit, 2011
67 Seiten, Note: 1,0
1. Aufgabenstellung
2. Begriff und Auswirkungen der Rückstellungsbildung
3. Ansatzkriterien für Rückstellungen dem Grunde nach
3.1 Handelsrecht
3.1.1 Die handelsrechtlichen Arten von Rückstellungen
3.1.2 Verbindlichkeitsrückstellungen
3.1.2.1 Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten
3.1.2.2 Drohverlustrückstellungen
3.1.3 Aufwandsrückstellungen
3.1.3.1 Unterlassene Instandhaltung
3.1.3.2 Unterlassene Abraumbeseitigung
3.2 Steuerrecht
3.2.1 Maßgeblichkeitsprinzip
3.2.2 Steuerliche Sonderreglungen
3.2.2.1 Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften
3.2.2.2 Verletzung fremder Schutzrechte
3.2.2.3 Nicht abziehbare Ausgaben und Abhängigkeit von künftigen Gewinnen
3.2.2.4 Künftige Anschaffungs- oder Herstellungskosten
3.2.2.5 Jubiläumszusagen
3.2.2.6 Rückstellungen im Zusammenhang mit Kernbrennstoffen
3.2.2.7 Pensionsrückstellungen
3.2.2.8 Aufwandrückstellungen
3.3 Tabellarische Gegenüberstellung der Ansatzkriterien
4. Bewertungskriterien für Rückstellungen der Höhe nach
4.1 Handelsrecht
4.1.1 Einzel- und Pauschalbewertung
4.1.2 Vernünftige kaufm. Beurteilung
4.1.3 Erfüllungsbetrag
4.1.4 Schätzung und Schätzintervall
4.1.5 Bestimmung der Restlaufzeit
4.1.6 Berücksichtigung von Preis- und Kostenänderungen
4.1.7 Vollkosten- oder Teilkostenansatz
4.1.8 Wertpapiergebundene Pensionszusagen
4.1.9 Abzinsung
4.1.10 Auflösung von Rückstellungen
4.2 Steuerrecht
4.2.1 Rückstellungen für gleichartige Verpflichtungen
4.2.2 Geldleistungsverpflichtungen
4.2.3 Bewertung von Sachleistungsverpflichtungen
4.2.5 Kosten- und Preisänderungen
4.2.7 Restlaufzeit
4.2.8 Abzinsung
4.2.9 Auflösung von Rückstellungen
4.3 Tabellarische Gegenüberstellung der Bewertungskriterien
5. Latente Steuern
5.1 Passive Steuerabgrenzung
5.2 Aktive Steuerabgrenzung
5.2.1 Berücksichtigung von Verlustvorträgen
5.2.2 Ausschüttungssperre
5.3 Bewertung
5.4 Auflösung
5.5 Ausweis
6. Ausgewählte Beispielrechnungen
6.1 Gewährleistungsrückstellung
6.1.1 Erstbilanzierung
6.1.2 Bilanzierung von Kostensteigerungen
6.1.3 Bilanzierung von Änderungen des Diskontsatzes
6.2 Drohverlustrückstellung
6.3 Abzinsung bei unterjähriger Laufzeit
7. Abschließende Beurteilung
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit ist die systematische Darstellung der aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Bilanzierung von Rückstellungen. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse der Differenzen zwischen Handels- und Steuerrecht bei Ansatz und Bewertung, ergänzt durch die Auswirkungen latenter Steuern und praxisorientierte Beispielrechnungen.
Wahrscheinlichkeitserfordernis
Muss ein ordentlicher Kaufmann nach objektiv nachprüfbaren Erkenntnissen ernsthaft mit dem wahrscheinlichen Be- oder Entstehen einer Verbindlichkeit rechnen, so ist eine Rückstellung zu bilden.23
Im Bezug auf die Ernsthaftigkeit hat sich in der BFH-Rechtsprechung die sog. 51% Regel24 herausgebildet. Diese besagt, dass mehr Gründe für als gegen das Vorliegen einer Schuld sprechen müssen.
Dieser Ansatz ist in der Literatur stark umstritten. So schließt die vernünftige kaufmännische Beurteilung zum einen die Beachtung des Vorsichtsprinzip ein, gestattet es zum anderen aber nicht Rückstellungen ohne wirtschaftlich vertretbare Begründung anzusetzen. Im Gegenzug verstößt eine alleinige Orientierung an statistischen Wahrscheinlichkeiten gegen das handelsrechtliche Vorsichtsprinzip.25
Nach h. M. ist die Konkretisierung nicht ausschließlich mathematisch auszulegen 26 , sondern anhand von objektiven Indizien zu bemessen.27
1. Aufgabenstellung: Einführung in die historische Entwicklung und die große wirtschaftliche Bedeutung der Rückstellungsbilanzierung.
2. Begriff und Auswirkungen der Rückstellungsbildung: Definition von Rückstellungen als Schulden mit ungewisser Höhe oder Fälligkeit zur periodengerechten Erfolgsermittlung.
3. Ansatzkriterien für Rückstellungen dem Grunde nach: Untersuchung der Passivierungspflichten für Verbindlichkeits- und Aufwandsrückstellungen unter Berücksichtigung von Handels- und Steuerrecht.
4. Bewertungskriterien für Rückstellungen der Höhe nach: Darstellung der Ermittlung des Erfüllungsbetrages, der Abzinsungspflichten und des Umgangs mit Preisänderungen.
5. Latente Steuern: Erläuterung der aktiven und passiven Steuerabgrenzung zur Angleichung von Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz.
6. Ausgewählte Beispielrechnungen: Praxisnahe Fallstudien zu Gewährleistungsrückstellungen, Kostensteigerungen und unterjähriger Abzinsung.
7. Abschließende Beurteilung: Kritische Würdigung der bilanzpolitischen Spielräume und der Divergenz zwischen handelsrechtlicher und steuerlicher Gewinnermittlung.
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Die Arbeit behandelt die grundlegenden Regeln zur Bilanzierung von Rückstellungen und die signifikanten Unterschiede zwischen der handelsrechtlichen und der steuerrechtlichen Behandlung.
Die Schwerpunkte liegen auf den Ansatz- und Bewertungskriterien, dem Umgang mit langfristigen Rückstellungen, der Problematik der Abzinsung und der Darstellung latenter Steuern.
Ziel ist es, die aktuelle Gesetzeslage nach dem BilMoG darzustellen und die Auswirkungen der unterschiedlichen Bewertungsregeln auf die Bilanz sowie die Notwendigkeit von Steuerabgrenzungen aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Gesetze, Kommentare und der Rechtsprechung, veranschaulicht durch praxisnahe Beispielrechnungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Prüfung der Rückstellungen dem Grunde nach, deren Bewertung der Höhe nach, die Behandlung latenter Steuern sowie eine quantitative Analyse in Fallbeispielen.
Zentrale Begriffe sind das Maßgeblichkeitsprinzip, das Vorsichtsprinzip, der Erfüllungsbetrag und die Konkretisierung von Außenverpflichtungen.
Während das Handelsrecht Drohverlustrückstellungen zwingend vorschreibt, ist deren Ansatz in der Steuerbilanz durch § 5 Abs. 4a EStG ausdrücklich verboten.
Das BilMoG hat die Bewertung durch die Einführung des Erfüllungsbetrages und die verpflichtende Abzinsung langfristiger Rückstellungen sowie das Ende der umgekehrten Maßgeblichkeit maßgeblich verändert.
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