Diplomarbeit, 2003
127 Seiten, Note: 1,0
0. Einleitung
1. Aufbau der Arbeit und methodisches Vorgehen
1.1 Aufbau der Arbeit
1.2 Methodisches Vorgehen
1.3 Definition zentraler Begriffe
2. Finanzierungsformen von Fernsehen
2.1 Drei Finanzierungsmodelle und deren ökonomische Bedeutung in Europa
2.2 Finanzierung durch öffentliche Gelder (Gebühren oder Steuern)
2.3 Finanzierung durch Werbung
2.4 Entgeltfinanziertes Fernsehen
2.5 Exkurs: Normen und Qualitätskriterien im Vergleich
2.5.1 Die normativen Kriterien der klassischen ökonomischen Theorie: Wohlfahrtsökonomik und Pareto-Effzienz
2.5.2 Der ökonomische Qualitätsbegriff und das Primat der Konsumentensouveränität
2.5.3 Normative Kriterien der Institutionenökonomik und der Kommunikationswissenschaft
3. Pro Free-TV oder pro Pay-TV? Argumente der klassischen Ökonomik
3.1 Einführung in die Grundpositionen einer ungelösten Streitfrage
3.2 Die Bedeutung des Preises für ein Marktsystem
3.2.1 Allokationsleistung des Preises
3.2.2 Bekundete Präferenzen, Zahlungsbereitschaft und Reservationspreis
3.3 Fernsehen als öffentliches Gut
3.3.1 Nicht-Ausschließbarkeit und Non-Rivalität im Konsum beim Fernsehen
3.3.2 Die Preisbildung bei Fernsehen als öffentlichem Gut mit Grenzkosten von Null
3.3.3 Wohlfahrtsverlust durch Pay-TV
3.4 Die economics of television Forschung um Owen
3.4.1 Das Dilemma des Pay-TV
3.4.2 Das Spence-Owen Modell
3.4.3 Der Nutzen des Fernsehzuschauers aus Werbung
3.4.4 Das Owen-Wildman-Modell
3.4.5 Individuelle Preisdifferenzierung bei Pay-TV
3.4.6 Vielfalt im Pay-TV und das Problem der program duplication
3.4.7 Wer hat Recht - Samuelson oder Minasian? Vorschlag eines alternativen Lösungsansatzes
4. Die Neue Institutionenökonomik als Lösungsalternative
4.1 Grundannahmen der Neuen Institutionenökonomik
4.1.1 Die Neue Institutionenökonomik und die Klassische Theorie
4.1.2 Unvollkommene Information und bounded rationality
4.2 Anwendung der NIÖ auf den Fernsehbereich
4.2.1 Adversed selection und moral hazard im Fernsehmarkt
4.2.2 Fernsehnutzung aus einer ökonomischen Perspektive
4.2.3 Fernsehnutzung als nicht-vollständig rationales Verhalten
5. Bewertung des Pay-TV aus institutionenökonomischer Sicht
5.0 Auswahl institutionenökonomischer Ansätze
5.1 Mediennutzung als Transaktion
5.2 Transaktionskostenökonomischer Vergleich zwischen Pay-TV und Free-TV
5.2.1 Kernideen der Transaktionskostenökonomik
5.2.2 Transaktionskosten auf dem Fernsehmarkt
5.2.3 Transaktionskosten der Anbieter bei Free- und Pay-TV
5.2.3.1 Transaktionskosten der Anbieter bei werbefinanziertem Free-TV
5.2.3.2 Transaktionskosten der Anbieter bei Pay-TV
5.2.3.3 Transaktionskosten der Anbieter bei öffentlich-rechtlichem Fernsehen
5.2.4 Transaktionskosten der Zuschauer
5.2.4.1 Transaktionskosten der Zuschauer bei werbefinanziertem Free-TV
5.2.4.2 Transaktionskosten der Zuschauer bei Pay-TV
5.2.4.3 Transaktionskosten der Zuschauer bei öffentlich-rechtlichem Fernsehen
5.2.5 Versuch einer transaktionskostenrechnerischer Gesamtdarstellung
5.2.5.1 Zur Problematik der empirischen Erfassung von Transaktionskosten
5.2.5.2 Vier Schlüsse der transaktionskostenökonomischen Analyse
5.2.5.3 Pay-TV - das bessere Fernsehen? Eine transaktionskostenökonomische Bewertung
5.3 Die Prinzipal-Agent-Theorie und ihre Anwendung auf den Fernsehmarkt
5.3.1 Kernaussagen der Prinzipal-Agent-Theorie
5.3.2 Fernsehnutzung als Agency-Beziehung
5.3.3 Anreizschemata bei Free-TV und Pay-TV
5.3.4 Prinzipal-Agent-theoretische Bewertung von Pay-TV
5.4 Informationsökonomische Betrachtung des Pay-TV-Marktes
5.4.1 Adverse selection und Marktversagen bei Pay-TV?
5.4.2 Agency Costs als Strategien gegen Marktversagen
5.4.3 Screening und signalling auf dem Pay-TV-Markt
5.4.4 Bonding bei Pay-TV
5.4.5 Agency costs bei Pay-TV und Free-TV im Vergleich
5.5 Institutionenökonomische Bewertung von Pay-TV
6. Rundfunkpolitische Implikationen
6.1 Pay-TV unter effizienz- und verteilungspolitischen Gesichtspunkten
6.2 Verteilungspolitische Probleme von Pay-TV
6.2.1 Die Frage nach der Bedeutung des Staates im Rundfunkbereich
6.2.2 Ausschluss von einkommenschwachen Zuschauergruppen bei Pay-TV
6.3 Neue Aufgaben für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in einem Pay-TV-System
6.3.1 Herstellung verteilungspolitischer Effizienz
6.3.2 Selective incentives durch öffentlich-rechtliches Fernsehen
6.3.3 Qualitätsstandards durch öffentlich-rechtliche Anstalten
6.4 Drei rundfunkpolitische Handlungsempfehlungen
7. Fazit und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die ökonomischen Unterschiede zwischen Pay-TV und Free-TV zu analysieren und zu bewerten. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, welche Auswirkungen die jeweilige Finanzierungsform auf den Fernsehmarkt hat und inwieweit diese aus einer institutionenökonomischen Perspektive zu beurteilen sind, um die Überlegenheit eines Systems gegenüber dem anderen zu klären.
3.4.2 Das Spence-Owen Modell
Spence und Owen (1977) legen ein modernes Modell zur Beschreibung der Allokation von Fernsehprogrammen vor, das einen direkten Vergleich der wohlfahrtsökonomischen Leistungen von Pay-TV und werbefinanziertem Fernsehen ermöglicht. Zu einer Illustration ihres Vorgehens modifiziere ich die Abbildung 2 leicht, indem ich neben der marginalen Zahlungsbereitschaft als Indikator für die Präferenzintensität auch die Funktion der Grenzerlöse einzeichne. Der Grenzerlös ist der zusätzliche Erlös, der durch die Steigerung des Outputs um eine weitere Einheit erzielt werden kann (vgl. Varian, 1995, S. 263-265). Wenn wir annehmen, dass die Funktion der marginalen Zahlungsbereitschaft MZB einen linearen Verlauf hat, sind auch die Grenzerlöse als Gerade (ME) einzutragen.
Das Gewinnmaximum ist für den Pay-TV-Anbieter dann erreicht, wenn seine Grenzerlöse den Grenzkosten entsprechen (vgl. Kapitel 2.5), d.h., wenn die Gerade ME in Abbildung 3 die Abszisse schneidet. Die gewinnmaximale Nachfragemenge ist mit x1 bezeichnet: Wenn x1 Nachfrager das Programm abonnieren oder bestellen, hat der Anbieter seine Erlöse maximiert. Er muss seinen Preis daher so wählen, dass er mit dem Punkt z auf der Gerade MZB zusammentrifft.
Der zentrale Gedanke von Spence und Owen ist nun, dass der wohlfahrtsökonomische Effekt von Pay-TV vom Verlauf der Funktion der marginalen Zahlungsbereitschaft abhängt. Abbildung 3 zeigt eine Marktsituation, die recht ineffizient ist. Der durch den Preisausschluss entstandene Wohlfahrtsverlustes (schraffiertes Dreieck) ist relativ groß. Der maximale Ertrag (gepunktetes Rechteck) des Anbieters ist vergleichsweise gering.
0. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Finanzierung von Fernsehen ein und formuliert die Forschungsfrage, welche Unterschiede zwischen Pay-TV und Free-TV bestehen.
1. Aufbau der Arbeit und methodisches Vorgehen: Hier wird der zweigeteilte Aufbau der Arbeit erläutert und die methodische Herangehensweise über die Neue Institutionenökonomik dargelegt.
2. Finanzierungsformen von Fernsehen: Dieses Kapitel stellt die drei Finanzierungsmodelle (öffentliche Gelder, Werbung, Entgelte) vor und ordnet diese ökonomisch ein.
3. Pro Free-TV oder pro Pay-TV? Argumente der klassischen Ökonomik: Es werden die klassischen Ansätze diskutiert, die Fernsehen als öffentliches Gut oder Marktgut betrachten und hierzu im Dilemma stehen.
4. Die Neue Institutionenökonomik als Lösungsalternative: Einführung der Grundannahmen der NIÖ als Lösungsansatz für die Mängel der klassischen Theorie bei der Marktanalyse.
5. Bewertung des Pay-TV aus institutionenökonomischer Sicht: Eine tiefgehende Analyse mittels Transaktionskostenökonomik und Prinzipal-Agent-Theorie zur Bewertung von Pay-TV.
6. Rundfunkpolitische Implikationen: Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen für die Rundfunkpolitik basierend auf den institutionenökonomischen Ergebnissen.
7. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Vorschlag für zukünftige Forschung zur weiteren empirischen Validierung der Thesen.
Pay-TV, Free-TV, Neue Institutionenökonomik, Transaktionskosten, Prinzipal-Agent-Theorie, Fernsehmarkt, Konsumentensouveränität, Marktversagen, Informationsasymmetrie, Wohlfahrtsökonomik, Rundfunkpolitik, Qualitätsstandards, Medienökonomik, Programmvielfalt, Erfahrungsgüter.
Die Arbeit beschäftigt sich mit einer ökonomischen Untersuchung der Unterschiede zwischen Pay-TV und Free-TV auf dem Fernsehmarkt.
Die zentralen Themen umfassen die Finanzierungsmodelle von Fernsehen, die klassische ökonomische Theorie vs. die Neue Institutionenökonomik, Transaktionskosten und die Prinzipal-Agent-Beziehung.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die ökonomische Bewertung von Pay-TV zu entwickeln und zu prüfen, ob Pay-TV institutionenökonomisch vorteilhafter gegenüber Free-TV ist.
Die Arbeit nutzt einen institutionenökonomischen Ansatz, insbesondere die Transaktionskostenökonomik und die Prinzipal-Agent-Theorie, um die Realität des Fernsehmarktes adäquater zu erfassen als durch klassische Modelle.
Der Hauptteil analysiert das Dilemma von Pay-TV aus klassischer Sicht, führt die NIÖ als Alternative ein und bewertet Pay-TV umfassend hinsichtlich Transaktionskosten und agency costs.
Wichtige Begriffe sind Pay-TV, Free-TV, Neue Institutionenökonomik, Transaktionskosten, Prinzipal-Agent-Theorie und Konsumentensouveränität.
Die Technik des conditional access ermöglicht erst die Ausschließbarkeit von Konsumenten, was die notwendige Voraussetzung für das Geschäftsmodell Pay-TV und die Durchsetzung von Entgelten darstellt.
Laut Arbeit messen Einschaltquoten nur relative Präferenzen, wohingegen für eine effiziente Allokation die absolute Intensität der Zahlungsbereitschaft der Konsumenten benötigt wird, die durch werbefinanzierte Modelle nicht ausreichend erfasst wird.
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