Examensarbeit, 2011
65 Seiten, Note: 1,7
I. Einleitung
II. Gastarbeiter, Ausländer, Migrant, Ethnische Minderheit
II.1 Begriffsproblematik: Vom Ausländer zur Ethnischen Minderheit
II.2 Phasen der Ausländerpolitik
II.3 Die Vielfalt der Minderheiten
II.4 Bevölkerungsentwicklung und Soziallage von Migranten
II.5 kurzer Exkurs: Ethnische Minderheiten in Ostdeutschland
III. Wirkung und Ertrag von Bildung
III.1 Bildung und Erwerbschancen
III.2 Bildung und Einkommen
III.3 Bildung und Gesundheit
III.4 Individuelle Bildung als Nutzen für die Gesellschaft
III.5 Zwischenfazit
IV. Faktoren der Benachteiligung
IV.1 Fremde Kultur
IV.2 Deutsch als Fremdsprache
IV.3 Doppelte Benachteiligung
IV.3.1 Schichtspezifische Benachteiligung
IV.3.2 Migrationsspezifische Benachteiligung
IV.3.3 Doppelte Benachteiligung: Fazit
IV.4 Leistungsunabhängiger sozialer Filter
IV.5 Institutionelle Diskriminierung
IV.6 Das deutsche Schulsystem
IV.7 Zwischenfazit
V. Migranten an deutschen Schulen
VI. Schulleistungsstudien
VI.1 Ergebnisse der IGLU-Studie 2006
VI.2 Ergebnisse der PISA-Studien
VI.3 Schulleistungsstudien: Zusammenfassung
VII. Möglichkeiten zum Abbau der Bildungsdifferenzen
VIII. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und Hintergründe der Bildungsbenachteiligung von Migrantenkindern in Deutschland. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie Migrantenkinder in ihrem Bildungserwerb benachteiligt werden und welche bildungspolitischen sowie institutionellen Handlungsansätze existieren, um diesen Bildungsungleichheiten entgegenzuwirken.
IV.5 Institutionelle Diskriminierung
Neben dem leistungsunabhängigen sozialen Filter werden auch Zeichen für eine so genannte „institutionelle Diskriminierung" beobachtet. Die Definition der institutionellen Diskriminierung leitet sich aus dem Begriff des „institutionellen Rassismus“ ab. Als institutioneller Rassismus werden Diskriminierungen bezeichnet, die von Institutionen der Gesellschaft wie beispielsweise der Schule ausgehen. Das Prinzip der institutionellen Diskriminierung wurde 1967 von Stokely Carmichael in „Black Power" verwendet.
Mechthild Gomolla und Frank-Olaf Radtke konnten in ihrer beachtenswerten Studie darlegen, dass in die Entscheidungen von Lehrern zu ihren Empfehlungen (Überweisungen auf Sonderschulen und Schulempfehlungen) auch nicht-meritokratische Kriterien zu Lasten der Migrantenkinder einfließen. Dabei spielen, beispielsweise spezifische Schulinteressen, eine zentrale Rolle. Aber auch Sprachdefizite werden, oft irrtümlich, als allgemeine Lernbehinderung gedeutet.
Institutionelle Diskriminierung kommt in direkter und indirekter Art vor. Die direkte institutionelle Diskriminierung erfolgt durch fortwährenden mutwilligen Handlungen in Institutionen. Indirekte institutionelle Diskriminierung bezieht sich dagegen auf bestimmte Anordnungen, die sich negativ auf einzelne Gruppen auswirken. Beispielsweise ist die Zurückstufung von Kindern mit Migrationshintergrund in der Primarstufe eine gängige Form der indirekten institutioneller Diskriminierung. Die häufigste Form der Institutionellen Diskriminierung findet wir in der Institution Schule. Und dort vor allem bei der Notengebung und Empfehlungen für die verschiedenen Formen der Sekundarstufe.
I. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert den Wandel Deutschlands vom Gastarbeiterland zum Einwanderungsland und die damit verbundene Notwendigkeit, Migrantenkinder erfolgreich in das Bildungssystem zu integrieren.
II. Gastarbeiter, Ausländer, Migrant, Ethnische Minderheit: Dieses Kapitel erläutert die terminologische Entwicklung und die historischen Phasen der deutschen Ausländerpolitik sowie die verschiedenen Gruppen innerhalb der ethnischen Minderheiten.
III. Wirkung und Ertrag von Bildung: Hier wird die Bedeutung von Bildung als Ressource für individuelle Lebenschancen, wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftliche Teilhabe analysiert.
IV. Faktoren der Benachteiligung: Das Kapitel beleuchtet diverse Ursachen für Bildungsungleichheit, darunter kulturelle Unterschiede, Sprachbarrieren, soziale Herkunft und institutionelle Mechanismen wie Diskriminierung durch das Schulsystem.
V. Migranten an deutschen Schulen: Diese Sektion analysiert die spezifische Bildungssituation von Migrantenkindern, die überproportional häufig auf Haupt- und Sonderschulen vertreten sind.
VI. Schulleistungsstudien: Anhand der Ergebnisse von IGLU und PISA wird die Bildungsbenachteiligung empirisch belegt und die Korrelation zwischen Herkunft und Schulerfolg verdeutlicht.
VII. Möglichkeiten zum Abbau der Bildungsdifferenzen: Hier werden präventive und nachholende Ansätze sowie notwendige Reformen im Schulsystem und in der Lehrerausbildung diskutiert.
VIII. Resümee: Das Resümee fasst die Erkenntnisse zusammen und plädiert nachdrücklich für eine Abkehr von der frühen Selektion im Schulsystem sowie für eine gezielte Förderung zur Chancengleichheit.
Bildungsbenachteiligung, Migrationshintergrund, Schulleistungsstudien, PISA, IGLU, Chancengleichheit, Institutionelle Diskriminierung, Schulsystem, Selektion, Sprachförderung, Soziale Herkunft, Integration, Bildungsreform, Lehrerausbildung, Ethnische Minderheiten.
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik der Bildungsbenachteiligung von Migrantenkindern im deutschen Bildungssystem und untersucht die Hintergründe sowie mögliche Lösungsansätze.
Zentrale Themen sind die historische Einordnung der Migration in Deutschland, die Bedeutung von Bildung für das Individuum und die Gesellschaft sowie die Analyse von Ursachen für Bildungsungleichheit und Schulerfolg.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie und warum Migrantenkinder bildungsbenachteiligt sind, und Handlungsfelder für Politik, Institutionen und Familien zu identifizieren, um diesen Ungleichheiten entgegenzuwirken.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und deskriptive Auswertung von Schulleistungsstudien (PISA, IGLU) sowie amtlichen Statistiken.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des Bildungserfolgs, identifiziert Faktoren der Benachteiligung wie kulturelle Aspekte und Diskriminierung und analysiert die aktuelle Lage von Migrantenkindern in verschiedenen Schulformen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bildungsbenachteiligung, Migrationshintergrund, Chancengleichheit, institutionelle Diskriminierung und Schulleistungsstudien charakterisiert.
Der Autor vertritt die Auffassung, dass die frühe Selektion im dreigliedrigen Schulsystem Migrantenkinder benachteiligt und dazu führt, dass diese überproportional in leistungsschwächeren Schulformen landen.
Die Arbeit kritisiert, dass Lehrkräfte durch eigene Vorurteile oder mangelnde diagnostische Kompetenz bei der Schulempfehlung dazu beitragen können, dass Kinder aus bildungsfernen oder migrantischen Familien ungerechtfertigterweise in niedrigere Schulzweige eingestuft werden.
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