Magisterarbeit, 2008
154 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Fragestellung und Eingrenzung des Themengebietes
3. Vorbetrachtung: Voraussetzungen sächsischer Migration vor 1830
3.1. Historischer Überblick
3.1.1. Sachsen
3.1.2. Deutscher Bund
3.2. Rahmenbedingungen
3.2.1. Lindenauische Reformen
3.2.2. Politisches Leben und Publizistik
3.2.3. Industrielle und wirtschaftliche Entwicklungen
3.2.4. Deutscher Zollverein und Eisenbahnbau
4. Gesellschaftliche und politische Migrationsfaktoren
4.1. Freizügigkeitsregelungen vor 1830
4.1.1. Deutscher Bund
4.1.2. Sachsen
4.1.3. Fazit
4.2. Heimatrecht und Entwicklung der Freizügigkeitsregelungen 1830-1848
4.3. Auswirkungen von Gewerbe- und Agrarreform
4.4. Demographische Entwicklungen
4.5. Wirtschaftliche Faktoren
4.5.1. Auswirkungen von Zollunion und Eisenbahnbau
4.5.2. Baumwollspinnerei
4.5.3. Garnverarbeitung
4.5.4. Maschinenbau
4.5.5. Berg- und Hüttenwesen
4.5.6. Handwerk
4.5.7. Fazit
4.6. Politische Faktoren
4.7. Hochschulwesen
4.8. Kunst und Kultur
5. Immigration – Binnenmigration – Emigration
5.1. Empirie und Literatur zur konkreten sächsischen Migration
5.2. Sächsische Landesstatistik seit 1831
5.3. Auswertung der sächsischen Landestatistik
5.3.1. Kreisdirektion Dresden
5.3.2. Kreisdirektion Leipzig
5.3.3. Kreisdirektion Zwickau
5.3.4. Kreisdirektion Bautzen
5.3.5. Wanderungsstatistik des Statistischen Büros
5.3.6. Zusammenschau der Ergebnisse – Binnenmigration
5.4. Immigration
5.5. Emigration
5.5.1. Überseeische Emigration
5.5.2. Kontinentaleuropäische Emigration
5.5.3. Auswanderungsgründe
6. Schlussbetrachtungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die sächsische Migrationsgeschichte im Zeitraum zwischen 1830 und 1848, einer Phase des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbruchs. Ziel ist es, die Motivatoren und Bedingungen für Zu-, Ab- und Binnenwanderung unter dem Einfluss der Lindenauischen Reformen, der Industrialisierung und der politischen Restauration zu analysieren und ein Gesamtbild der Bevölkerungsbewegungen zu zeichnen.
1. Einleitung
„Migration gehört zur Conditio humana wie Geburt, Vermehrung, Krankheit und Tod; denn der Homo sapiens hat sich als Homo migrans über die Welt ausgebreitet.“1 Die Worte, die Klaus J. Bade, der bedeutende Osnabrücker Migrationsforscher, in der Vorbetrachtung seiner ,Enzyklopädie Migration in Europa’ verwendete, treffen wohl auf alle Phasen der menschlichen Entwicklungsgeschichte zu. Denkt man allein in der deutschen Geschichte zurück, so findet man zahlreiche Epochen, die durch Wanderungen geprägt waren. Seien es die Hugenotten, die im 18. Jahrhundert u.a. in Preußen eine Heimat fanden, oder seien es die Deutschen selbst, die im 17. und 18. Jahrhundert als Fachleute in das russische Zarenreich gerufen wurden.
Auch Sachsen wies im Laufe seiner historischen Entwicklung zahlreiche Wanderungsbewegungen auf. Eine der Bedeutendsten war dabei die Zuwanderung böhmischer Exilanten im Umfeld des 30jährigen Krieges. Doch wie sah die sächsische Migration im Laufe ihrer Entwicklung tatsächlich aus? Wie „mobil“ waren die Sachsen selbst? Folgt man Blaschke, so waren die sächsischen Untertanen vor 1800 relativ zufrieden mit ihrer Lebenssituation, sodass ihnen weitgehend der Elan zu einer Auswanderung fehlte.2
Größere Aus- oder Einwanderungswellen blieben demnach im 18. Jahrhundert weitgehend aus oder nahmen kein besonders beachtenswertes Ausmaß an.3
1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema Migration in der menschlichen Entwicklungsgeschichte und führt in die spezifische Situation Sachsens vor und während des Untersuchungszeitraums ein.
2. Fragestellung und Eingrenzung des Themengebietes: In diesem Kapitel werden der zeitliche Rahmen (1830-1848) und das methodische Vorgehen der Untersuchung begründet.
3. Vorbetrachtung: Voraussetzungen sächsischer Migration vor 1830: Hier werden die historischen, politischen und wirtschaftlichen Grundlagen analysiert, die für das Verständnis der späteren Reformen notwendig sind.
4. Gesellschaftliche und politische Migrationsfaktoren: Dieses Kapitel beleuchtet die rechtlichen Rahmenbedingungen und administrativen Faktoren, die die Mobilität der Bevölkerung beeinflussten.
5. Immigration – Binnenmigration – Emigration: Der Hauptteil der Arbeit bietet eine empirische, statistisch untermauerte Analyse der tatsächlichen Wanderungsbewegungen im Königreich Sachsen.
6. Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Rolle Sachsens als Wanderungsziel in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Sachsen, Migration, Migrationsforschung, 19. Jahrhundert, Industrialisierung, Lindenauische Reformen, Freizügigkeit, Heimatrecht, Binnenwanderung, Immigration, Emigration, Bevölkerungsstatistik, Statistischer Verein, Vormärz, Bevölkerungswachstum.
Die Magisterarbeit befasst sich mit den Wanderungsbewegungen im Königreich Sachsen im Zeitraum von 1830 bis 1848, einer Ära, die durch Industrialisierung und gesellschaftliche Reformen geprägt war.
Die Untersuchung deckt die politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Faktoren der Migration ab, einschließlich der Auswirkungen des Zollvereins, der Agrarreform und der Entwicklung der Landesstatistik.
Die Arbeit fragt nach den Bedingungen und Motivatoren für Zu- und Abwanderung in Sachsen sowie nach dem Einfluss staatlicher Reformen auf die soziale Mobilität und das Migrationsverhalten.
Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung historischer Quellenbestände (Staatsarchiv Dresden) und die Analyse statistischer Daten des Statistischen Vereins für das Königreich Sachsen.
Der Hauptteil analysiert das umfangreiche statistische Material zur Immigration, Emigration und Binnenmigration und beleuchtet Einzelschicksale, um die quantitativen Daten zu veranschaulichen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Sächsische Migration, Industrialisierung, Freizügigkeit, Bevölkerungsstatistik und die Lindenauischen Reformen.
Die sächsischen Behörden versuchten, Einwanderer unter staatliche Kontrolle zu stellen, indem sie strengen Nachweisen über Herkunft, Vermögen und militärische Verpflichtungen forderten, was die Zuwanderung bürokratisch erschwerte.
Sachsen wandelte sich im Beobachtungszeitraum zu einem Einwanderungsland, wobei das städtische Wachstum und die aufstrebende Industrie als starke Anziehungskräfte fungierten, trotz der administrativen Hürden für Fremde.
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