Bachelorarbeit, 2011
49 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. Literatur meets Pop – Zur Geschichte und Theorie einer Gattung
2.1 Auf dem Weg zur Popliteratur der Gegenwart
2.1.1 Der Ursprung: Dada, Beat und Pop-Art
2.1.2 Die Geburt der Popliteratur in der Postmoderne
2.1.3 Die Rückkehr des neuen Erzählens
2.2 Diskurs: Was ist „Pop“ eigentlich?
2.2.1 Pop als kulturelle Praxis
2.2.2 Das Lebensgefühl Pop
3. Der Bezug zum Jetzt und Hier – Die deutsche Popliteratur der späten 1990er Jahre
3.1 Eine Literaturströmung in der Kritik
3.2 Pop goes Book – Die Verschmelzung von Popkultur und Literatur
3.2.1 Der „neue Archivismus“ als Paradigmenwechsel
3.2.2 Pop in Benjamin von Stuckrad-Barres Soloalbum
4. Fazit oder: Wo bleibt das Lebensgefühl?
Die Arbeit untersucht das spezifische „Lebensgefühl“ innerhalb der deutschen Popliteratur der späten 1990er Jahre, wobei Benjamin von Stuckrad-Barres Roman Soloalbum als zentrales Fallbeispiel dient, um die Verschränkung von popkulturellen Elementen und literarischer Erzählweise zu analysieren.
3.2.1 Der „neue Archivismus“ als Paradigmenwechsel
Die Popliteratur Ende der 1990er Jahre steht, wie im vorangegangenen Teil gezeigt wurde, für einen bahnbrechenden Paradigmenwechsel im fiktiven Schreiben. Besonders den deutschen Literaturwissenschaftlern Moritz Baßler und Eckhard Schumacher ist es dazu gelungen, in ihren umfassenden Monografien die Kennzeichen der meisten der relevanten Romane und ihrer Akteure punktgenau zu charakterisieren. Mithilfe der grundlegenden seiner dezidierten Aussagen zur Thematik, liegt der Fokus im Folgenden darauf, eine möglichst gut zu überblickende Darstellung darüber zu liefern, wie Alltags- und Popkultur zunehmend mit der Gegenwartsliteratur verbunden wird und wie sich die Methodik von Pop als Kulturpraxis und individuelles Lebensgefühl in ihr literarisch äußert.
Auch Baßler kommt in einem zusammenfassenden Kapitel seiner Arbeit nicht umhin, die Merkmale der Popliteratur von dem lange gültigen Ideal der bürgerlichen Literatur und einer Pflicht zu alten Werten der Hochkultur abzusetzen. So schreibt er:
„Im Gegensatz zu einer Literatur der ersten Worte, die ihre eigene Sprache als vom Zeitgeist unkorrumpiertes Werkzeug primärer, authentischer Kunst und Welterfahrung ins Feld [...], operiert der neue Archivismus – implizit oder explizit – mit der Prämisse, daß [sic] die Kultur der Gegenwart und somit unsere Sprache – und damit die Sprache jeder möglichen Kultur – immer schon medial und diskursiv vorgeformt ist. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit einer Literatur der zweiten Worte, die im Material einer Sprache immer schon Gesagten arbeitet. Was von der traditionellen Warte als billiges Gemeinmachen mit den herrschenden (Konsum-, Kommerz, Medien- etc.) Verhältnissen gedeutet wird, ist für die Autoren der Pop-Generation gar nicht anders denkbar.“
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Popliteratur, ihre Abgrenzung zum traditionellen Literaturbegriff und Vorstellung der Zielsetzung der Arbeit.
2. Literatur meets Pop – Zur Geschichte und Theorie einer Gattung: Historische Einordnung der Popliteratur von Dada und der Beat-Generation bis hin zur Postmoderne sowie theoretische Definition von Pop als kulturelle Praxis.
3. Der Bezug zum Jetzt und Hier – Die deutsche Popliteratur der späten 1990er Jahre: Analyse der zeitgenössischen Kritik an der Popliteratur und Untersuchung der erzählerischen Strategien, insbesondere des „neuen Archivismus“ anhand von Stuckrad-Barres Roman.
4. Fazit oder: Wo bleibt das Lebensgefühl?: Zusammenführung der Ergebnisse und Reflexion darüber, wie das „Lebensgefühl“ als zentrales Merkmal der untersuchten Literatur fungiert.
Popliteratur, Benjamin von Stuckrad-Barre, Soloalbum, Lebensgefühl, Popkultur, neuer Archivismus, Identitätskonstruktion, Postmoderne, Alltagskultur, performative Inszenierung, Gegenwartsroman, Medienästhetik, Subjektivität, Archivierung, Beat-Generation.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und den Charakteristika der deutschen Popliteratur der späten 1990er Jahre und analysiert, wie diese Gattung popkulturelle Phänomene in literarische Texte integriert.
Zentrale Themen sind die Geschichte der Popliteratur, die theoretische Definition des Pop-Begriffs, der Wandel literarischer Erzählformen und die Rolle des „Lebensgefühls“ bei der Konstruktion von Identität.
Das Ziel ist es, das Phänomen der Popliteratur theoretisch zu verorten und anhand von Benjamin von Stuckrad-Barres Soloalbum die spezifische ästhetische Umsetzung und die Verschränkung von Alltag und Fiktion aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt literaturwissenschaftliche Diskursanalyse und vergleicht theoretische Ansätze der Pop-Analyse mit der konkreten Textpraxis des Romans.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen des Pop-Begriffs erarbeitet, gefolgt von einer Auseinandersetzung mit der Literaturkritik und einer detaillierten Analyse der erzählerischen Verfahren im Roman Soloalbum.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Popliteratur, neuer Archivismus, Lebensgefühl, Identitätskonstruktion, performative Inszenierung und Medialität.
Sein Roman Soloalbum gilt als eines der prominentesten und meistdiskutierten Werke dieser Strömung, da er die beschriebenen Merkmale – wie die Archivierung von Alltagskultur – exemplarisch umsetzt.
Damit ist die Technik gemeint, in der Popliteratur nicht mehr nach einer neuen „Avantgarde“ zu suchen, sondern bereits vorhandenes kulturelles Material aus dem Alltag und den Medien in den Text zu integrieren und neu zu kontextualisieren.
Es manifestiert sich in der subjektiven Weltsicht des Protagonisten, der sich über spezifische popkulturelle Codes (Musik, Marken, Konsum) von seiner Umwelt abgrenzt und seine Identität inszeniert.
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