Diplomarbeit, 2003
88 Seiten, Note: 1,3
1 EINFÜHRUNG
1.1 DIE AUFLEGUNG EINES SÜNDENFONDS
1.2 ZIELSETZUNG
1.3 DEFINITIONEN
1.3.1 Ethik
1.3.2 Wirtschaftsethik
2 PHILOSPHISCHE- UND RECHTLICHE ANSÄTZE
2.1 ARISTOTELES
2.1.1 Die zweifache Verwendungsart einer Sache
2.1.2 Der Zins als unnatürliche Erwerbskunst
2.2 DAS RÖMISCHE RECHT
2.2.1 Vertragsarten des römischen Rechts
2.2.2 Der Eigentumsbegriff bei Cicero
3 DIE JÜDISCHE RELIGION
3.1 VORSTELLUNGEN UND GESCHICHTE
3.2 SCHRIFTEN
3.3 RITEN UND BRÄUCHE
3.4 JÜDISCHE WIRTSCHAFTSETHIK
3.4.1 Ökonomie als Haushaltsökonomie
3.4.2 Ehrlichkeit
3.4.3 Arbeit als Fortführung der Schöpfung Gottes
3.4.4 Die Barmherzigkeit des Arbeitgebers
3.4.5 Gemeinschaft und Gerechtigkeit
3.4.6 Kreativität
3.4.7 Das Zinsverbot
3.4.8 Sabbat
3.4.9 Sabbatjahr und Jubeljahr
3.4.10 Das Verhältnis zu Privateigentum und Reichtum
3.4.11 Fazit
4 DAS CHRISTENTUM
4.1 DAS CHRISTENTUM IM ÜBERBLICK
4.1.1 Jesus Christus
4.1.2 Schriften
4.1.3 Christliche Ethik
4.2 CHRISTLICHE WIRTSCHAFTSETHIK
4.2.1 Das Verhältnis des Menschen zur Arbeit
4.2.1.1 Die neutestamentarische Auffassung
4.2.1.2 Die frühchristliche und mittelalterliche Auffassung
4.2.1.3 Die evangelische Arbeitsethik
4.2.1.4 Die Auffassung der katholischen Soziallehre
4.2.2 Privateigentum
4.2.2.1 Die neutestamentarische Auffassung
4.2.2.2 Die frühchristliche- und mittelalterliche Auffassung
4.2.2.3 Die evangelische Auffassung
4.2.2.4 Die Auffassung der katholischen Soziallehre
4.2.3 Der Umgang mit Zinsen
4.2.3.1 Der Umgang mit Zinsen im Neuen Testament
4.2.3.2 Die frühchristliche und mittelalterliche Auffassung
4.2.3.3 Modifikation der traditionellen Lehre
4.2.3.4 Das evangelische Zinsverbot
5 DER ISLAM
5.1 MOHAMMED
5.2 SCHRIFTEN
5.3 GOTTES- UND WELTBILD
5.4 DIE FÜNF SÄULEN DES ISLAM:
5.4.1 Glaubensbekenntnis
5.4.2 Gebete
5.4.3 Almosensteuer
5.4.4 Pilgerfahrt
5.4.5 Fasten
5.5 VERHALTENSSICHERHEIT
5.6 KEINE SÄKULARISIERUNG
5.7 ISLAMISCHE WIRTSCHAFTSETHIK
5.7.1 Privateigentum
5.7.1.1 Der Mensch als Stellvertreter Gottes
5.7.1.2 Eigentumserwerb
5.7.1.3 Die Verwendung von Privateigentum
5.7.2 Arbeit
5.7.3 Nicht Koran-konforme Wirtschaftstätigkeiten
5.7.4 Der Umgang mit Zinsen
5.7.5 Das islamische Bankensystem
5.7.5.1 Historische Entwicklung
5.7.5.2 Die Praxis
5.7.5.3 Finanzinstrumente
5.7.6 Blick in die Zukunft & Probleme
6 SCHLUSS
Die Diplomarbeit untersucht die Einflüsse religiöser Traditionen (Judentum, Christentum, Islam) auf wirtschaftsethische Konzepte, mit besonderem Fokus auf Einstellungen zu Geld, Zinsverboten und Privateigentum, um deren Relevanz für moderne globale Wirtschaftsfragen zu bewerten.
2.1.1 Die zweifache Verwendungsart einer Sache
Der Ausgangspunkt der Wirtschaftsethik des Aristoteles liegt in der Vorstellung von der zweifachen Verwendungsart einer Sache, die er anhand seines berühmten Schuhbeispiels verdeutlicht:
„Es gibt für alles, was man besitzt, eine doppelte Art, es zu gebrauchen. Beide Gebrauchsarten sind unbedingt, aber nicht in gleicher Weise unbedingt, sondern die eine ist der dem betreffenden Ding eigentümliche Gebrauch, die andere ist ihm nicht eigentümlich: z. B. beim Schuh besteht die erste darin, dass man ihn anzieht, die zweite darin, dass man ihn als Tauschgegenstand verwendet. Beides ist ein Gebrauch des Schuhs; denn auch der, der dagegen Geld oder Nahrung eintauscht von einem, der einen Schuh braucht, benützt den Schuh, insofern er Schuh ist, aber nicht in der ihm eigentümlichen Gebrauchsweise, denn er ist nicht zum Tausch gemacht. Ebenso ist es mit allem sonstigen Besitz“ [ARISTOTELES, 1953, S.297].
1 EINFÜHRUNG: Diese Einleitung stellt die Motivation der Arbeit dar, religiöse Wertesysteme mit wirtschaftlichem Handeln in einen Zusammenhang zu bringen.
2 PHILOSPHISCHE- UND RECHTLICHE ANSÄTZE: Hier werden die antiken Grundlagen von Aristoteles und dem römischen Recht analysiert, welche die spätere religiöse Wirtschaftsethik maßgeblich beeinflussten.
3 DIE JÜDISCHE RELIGION: Dieses Kapitel exploriert die Vorstellungen der jüdischen Wirtschaftsethik, insbesondere Themen wie Arbeit, Sabbat, Schuldenerlass und den Umgang mit Zinsen.
4 DAS CHRISTENTUM: Hier wird die christliche Wirtschaftsethik untersucht, von den neutestamentarischen Anfängen über die mittelalterliche Scholastik bis hin zur protestantischen Arbeitsethik und katholischen Soziallehre.
5 DER ISLAM: Dieses Kapitel widmet sich den islamischen Grundlagen, der Scharia und den spezifischen Herausforderungen und Praktiken islamischer Finanzsysteme sowie des Zinsverbots (Riban).
6 SCHLUSS: Im Fazit werden die Ergebnisse zusammengeführt und die Bedeutung religiöser Grundannahmen für das wirtschaftliche Fortschrittsdenken reflektiert.
Wirtschaftsethik, Religion, Judentum, Christentum, Islam, Zinsverbot, Privateigentum, Arbeit, Scharia, Kapitalismus, Zakat, Scholastik, soziale Marktwirtschaft, Gerechtigkeit, Finanzinstrumente.
Die Diplomarbeit untersucht den Einfluss der drei monotheistischen Weltreligionen – Judentum, Christentum und Islam – auf die Entwicklung wirtschaftsethischer Ansätze und deren jeweilige Haltung zu Geld, Besitz und Zinsen.
Zentral sind die Untersuchung von Eigentumsbegriffen, die Rolle der Arbeit als religiöse Pflicht, das Zinsverbot (Wucher) und die Bedeutung sozialer Gerechtigkeit innerhalb des Wirtschaftssystems.
Das Ziel ist es zu analysieren, welchen Beitrag religiöse Traditionen zur wirtschaftsethischen Reflexion leisten können, um zu bestimmen, was eine menschen- und sachgerechte Ordnung der Wirtschaft ausmacht.
Die Arbeit nutzt eine theologische und wirtschaftsgeschichtliche Analyse, indem sie primäre religiöse Quellen (Thora, Koran, biblische Schriften) mit philosophischen und ökonomischen Theorien in Bezug setzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung antiker Ansätze, gefolgt von einer detaillierten Analyse der wirtschaftsethischen Konzepte des Judentums, des Christentums (inkl. Scholastik und Reformationszeit) sowie des Islam.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wirtschaftsethik, Religion, Zinsverbot, Privateigentum, Scharia, soziale Gerechtigkeit und das Spannungsfeld zwischen Ethik und Marktwirtschaft charakterisiert.
Während sich in der jüdisch-christlichen Welt im Laufe der Zeit eine stärkere Differenzierung und Anpassung an moderne marktwirtschaftliche Erfordernisse entwickelte, ist im Islam die Verbindung von religiösem Recht und wirtschaftlichem Handeln deutlich stärker, was zur Entwicklung spezifischer, zinsfreier Bankinstrumente führte.
Die Arbeit zeigt, dass während das Zinsverbot historisch in allen drei Religionen tief verankert war, es im modernen islamischen Bankwesen als Riban-Verbot weiterlebt, während es im christlich-jüdischen Kontext zunehmend in die Eigenverantwortung und moralische Reflexion des Einzelnen verlagert wurde.
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