Bachelorarbeit, 2011
50 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Probleme von Einsatzorganisationen
2.1 Generische Probleme von Einsatzorganisationen
2.1.1 Individuum und Organisation
2.1.2 Kongruenz von Personal- und Organisationsstruktur
2.1.3 Koordination von Prozessbeherrschung und Gestaltungsformen
2.1.4 Beherrschung von Formalität und Informalität
2.1.5 Regelung von Selbst- und Fremdbestimmung
2.1.6 Balance von Stabilität und Wandel
2.2 Emergente Probleme von Einsatzorganisationen
2.2.1 Konflikte
2.2.2 Dilemmata
2.2.3 Paradoxien
2.2.4 Pathologien
3 Organisationale Traumabewältigung anhand der integralen Steuerung
3.1 Psyche und intra-subjektive Innenwelt
3.2 Agent und individual-objektive Handlungs-/Wirkwelt
3.3 Gemeinschaft und intersubjektive Mitwelt
3.4 Agentur und interobjektive Sach-/Umwelt
4 Zusammenfassung und kritische Würdigung
Die Arbeit untersucht die Notwendigkeit und Umsetzung einer organisationalen Traumabewältigung in Einsatzorganisationen wie Militär, Feuerwehr und Polizei. Dabei wird ein integrales Steuerungsmodell verwendet, um die Belastungen der Einsatzkräfte ganzheitlich zu erfassen und verschiedene Lösungsansätze sowie deren praktische Herausforderungen zu analysieren.
2.1.1 Individuum und Organisation
In jeder Organisation müssen Individuen in organisationale Zusammenhänge eingebunden werden. Dieses Grundproblem jeder Form von Steuerung in und von Organisationen führt zu der möglichen Konsequenz, dass sowohl das Individuum der Organisation fremd bleiben kann oder die Organisation sich von dem Individuum zu sehr distanziert (vgl. Deeg/Küpers/Weibler, 2010, S. 37). Den dabei entstehenden Konflikt kann man durch seine grundlegende Natur, nur durch immer neue Kompromisse im nicht vorhersehbaren oder planbaren Organisationsalltag, bewältigen (vgl. Deeg/Küpers/Weibler, 2010, S.38). Hierdurch wird versucht den Einzelnen, als abstrakte und durchschnittliche Größe, den Zielen der Organisation unterzuordnen, um diese Individuen dadurch in die Organisation zu integrieren (vgl. Deeg/Küpers/Weibler, 2010, S.38). Es können dadurch grundlegende Konflikte zwischen dem Menschen und der Organisation auftreten. Menschen streben nach Selbstbestimmung, ganzheitlichen Tun, Freiheit, sind an persönlichem Interesse orientiert und haben individuelle Prägungen. Dies steht im grundlegenden Konflikt zu organisationalen Vorgehen wie Fremdbestimmung, Arbeitsteilung, Unterordnung, Orientierung an organisationalen Zielen und einer Durchschnittsregulierung (vgl. Rosenstiel, 2000, S. 120).
Diese Konflikte und deren Konsequenzen werden nun im Praxisbezug beispielhaft, anhand verschiedener Führungsstile näher betrachtet. Nach Sehring und Geier (2004, 230f) lassen sich in Einsatzorganisationen drei Führungsstile unterscheiden. Hier sind zu nennen, der autoritäre oder autokratische Führungsstil, der vor allem im unmittelbaren Einsatzgeschehen angewendet wird, der „Laisser faire“ Führungsstil, der sich meistens vor oder nach Einsätzen finden lässt und der kooperative Führungsstil, der eine moderne Einsatzorganisation mit einem positiven Menschenbild und den Wunsch der Führungsebene nach Mitwirkung und Mitbestimmung der Mitarbeiter erfordert.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Belastungen von Einsatzkräften durch traumatische Ereignisse und die Notwendigkeit einer stärkeren organisationalen Würdigung dieser Problematik.
2 Probleme von Einsatzorganisationen: Dieses Kapitel klassifiziert organisationale Probleme in generische (strukturelle) und emergente (prozessuale) Herausforderungen, die die psychische Belastbarkeit beeinflussen.
3 Organisationale Traumabewältigung anhand der integralen Steuerung: Hier wird ein ganzheitliches, vierdimensionales Modell vorgestellt, um Maßnahmen zur Traumabewältigung systematisch in die Bereiche Psyche, Agent, Gemeinschaft und Agentur einzuordnen.
4 Zusammenfassung und kritische Würdigung: Das Fazit kritisiert die Praxisnähe bestehender Programme und betont den Forschungsbedarf für eine konsequente organisationale Integration der Traumabewältigung.
Einsatzorganisationen, Traumabewältigung, Integrale Steuerung, Belastungsstörungen, Organisationale Psychologie, Führungskultur, Notfallseelsorge, Persönlichkeitsentwicklung, Sicherheitskultur, Stressmanagement, Krisenintervention, Arbeitssicherheit, Resilienz, Organisationsentwicklung, Ressourcenmanagement.
Die Arbeit analysiert, wie Einsatzorganisationen mit traumatischen Belastungen ihrer Mitarbeiter umgehen und welche organisationalen Strukturen und Kulturen zur Bewältigung beitragen können.
Die zentralen Themen umfassen die Identifikation von organisationalen Problemfeldern, die Anwendung integraler Steuerungsmodelle sowie die Bedeutung von Führung, Teamarbeit und präventiven Maßnahmen.
Das Ziel ist es, die Notwendigkeit einer organisationalen Verankerung der Traumabewältigung aufzuzeigen und verschiedene Maßnahmen in ein integrales Modell einzuordnen, um sie kritisch zu bewerten.
Die Arbeit nutzt eine systemtheoretische und organisationspsychologische Analysebasis, insbesondere das integrale Modell der Steuerung nach Deeg, Küpers und Weibler.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Problemanalyse von Einsatzorganisationen und die anschließende systematische Darstellung von Bewältigungsmaßnahmen in vier unterschiedlichen Seinsebenen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Einsatzorganisationen, Traumabewältigung, Integrale Steuerung und Organisationspsychologie charakterisiert.
Sie wird als ein Instrument der Persönlichkeitsentwicklung untersucht, wobei auch die Kritik an ihrer praktischen Umsetzung und idealistischen Ausrichtung thematisiert wird.
Diese Unterscheidung hilft zu verstehen, ob Probleme bereits systemimmanent sind (generisch) oder erst durch den konkreten Ablauf des Organisationsgeschehens entstehen (emergent).
Der Autor kritisiert insbesondere die fehlende Praxisnähe bei der Ausbildung, unzureichende Vorbereitung auf Extremsituationen und die oft fehlerhafte Selbsteinschätzung der Einsatzkräfte hinsichtlich ihrer eigenen Beschwerden.
Es bedeutet, dass Maßnahmen nicht isoliert auf Verhaltensebene bleiben dürfen, sondern auch Bewusstsein (Psyche), Gemeinschaft (Kultur) und System (Struktur) gleichermaßen berücksichtigen müssen.
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