Bachelorarbeit, 2011
47 Seiten, Note: 1,0
Diese Bachelorarbeit untersucht den Beitrag von Familie und Schule zur Reproduktion kulturellen Kapitals. Sie analysiert die aktuelle Bildungsdebatte in Österreich im Kontext der PISA-Studie und beleuchtet die Rolle von Pierre Bourdieus Kapitaltheorie. Die Arbeit zielt darauf ab, den Einfluss der Familie und der Schule auf den Bildungserfolg von Kindern zu untersuchen und mögliche Ansatzpunkte für Verbesserungen aufzuzeigen.
I. Einführung: Die Arbeit beginnt mit einer Einführung in die aktuelle Bildungsdebatte in Österreich, insbesondere im Kontext der PISA-Studie und der Diskussion um die Neue Mittelschule.
II. Aktuelle Bildungsdebatte: Dieses Kapitel analysiert die Kontroverse um die Einführung einer einheitlichen Gesamtschule und die gegensätzlichen Positionen von SPÖ und ÖVP.
III. Pierre Bourdieus Kapitalsorten: Hier wird die Theorie des kulturellen Kapitals nach Pierre Bourdieu vorgestellt und deren Bedeutung für die Erklärung von Bildungsungleichheiten erläutert.
IV. Einfluss der Familie auf die Reproduktion kulturellen Kapitals: Dieses Kapitel untersucht, wie die Familie die Bildungsaspirationen und das kulturelle Kapital von Kindern prägt.
V. Welchen Beitrag liefert die Institution Schule in Bezug auf die Reproduktion kulturellen Kapitals?: Dieser Abschnitt analysiert den Einfluss der Schule und insbesondere die Rolle der LehrerInnen auf die Reproduktion kulturellen Kapitals.
VI. Sonstige Einflüsse und Theorien: Dieses Kapitel beleuchtet weitere relevante Einflüsse und Theorien im Zusammenhang mit der Reproduktion kulturellen Kapitals.
Kulturelles Kapital, Bildungsungleichheit, PISA-Studie, Neue Mittelschule, Familie, Schule, Pierre Bourdieu, Sozialisation, Bildungssystem, Österreich.
Kulturelles Kapital umfasst Wissen, Bildungstitel, kulturelle Güter und den "Habitus" (Auftreten, Vorlieben). Es wird primär in der Familie erworben und ist entscheidend für den sozialen Erfolg.
Schulen setzen oft einen bürgerlichen Habitus voraus. Kinder, die dieses kulturelle Kapital nicht von zu Hause mitbringen, haben es schwerer, den Erwartungen zu entsprechen, wodurch soziale Unterschiede zementiert werden.
Der Habitus ist die Gesamtheit der Gewohnheiten, Denk- und Handlungsweisen eines Menschen. Er prägt, wie man sich bewegt, spricht und welche Vorlieben man hat, und fungiert als "innerer Kompass" durch das soziale Leben.
Lehrer bewerten oft unbewusst nicht nur die Leistung, sondern auch den Habitus der Schüler. Ein Kind, das "die Sprache der Schule" spricht, wird tendenziell eher gefördert als ein Kind aus einem bildungsfernen Milieu.
Die Arbeit diskutiert dies kritisch. Während die Schule theoretisch neue Chancen bietet, ist der frühkindlich geprägte Habitus sehr stabil. Systemische Veränderungen wie die "Neue Mittelschule" in Österreich versuchen, diese Kopplung abzuschwächen.
Die PISA-Ergebnisse verdeutlichen, dass in Österreich der Bildungserfolg besonders stark vom sozioökonomischen Status und dem Bildungsgrad der Eltern abhängt, was die Theorie der Kapitalreproduktion bestätigt.
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