Bachelorarbeit, 2011
45 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Verwendung von rhythmisierenden Stilmitteln
2.1 Funktion der Anaphern und Parallelismen
2.2 Zusammenspiel von Akkumulationen und Asyndeta
2.3 Binomiale
2.4 Assonanzen und Alliterationen
3 Syntaktische und tektonische Darstellungsprinzipien
3.1 Telegrammatik der Sprache
3.2 Tendenz zum parataktischen Stil
3.3 Stilistische Inversionen
3.4 Funktion der Interpunktion
3.4.1 Verfremdung innerhalb der Interpunktion
3.4.2 Exklamativsätze
3.4.3 Interrogativsätze
4 Wortschatz und Sprachverfremdung
4.1 Archaismen und Neologismen
4.2 Neologistische Komposita
4.3 Paradoxe und sprachverknappende Wortverbindungen
4.4 Fremd- und Lehnwörter
4.5 Entlarvende Diminutive
4.6 Expressivität durch Hyperbolik
5 Bildlichkeit der Sprache
5.1 Metaphorik als Mittel der Maskierung und Sprachkritik
5.2 Vergleiche und Gleichsetzungen
6 Reduzierung und Verknappung des sprachlichen Ausdrucks
6.1 Vereinfachung der Zeitverhältnisse
6.2 Elliptische Konstruktionen
6.2.1 Auslassung der Artikel
6.2.2 Reduktion von Konjunktionen
6.2.3 Einsparung von Pronomen und Subjekten
6.2.4 Fehlen von Verben
6.3 Satzökonomie durch Partizipialkonstruktionen
7 Figurencharakterisierende Rede und Sprachverhalten der Personen
7.1 Theobald Maske
7.2 Frank Scarron
7.3 Benjamin Mandelstam
7.4 Gertrud Deuter
7.5 Luise Maske
7.6 Herr Stengelhöh
8 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit analysiert die spezifische Sprache in Carl Sternheims bürgerlichem Lustspiel "Die Hose" und untersucht, wie der Autor sprachliche Mittel einsetzt, um die bürgerliche Gesellschaft des Expressionismus zu parodieren und Kritik an ihr zu üben.
3.1 Telegrammatik der Sprache
Der für den Expressionismus typische Telegrammstil fällt vor allem bei an den Stil angepasstem Sprechen auf. Die der Sprache dadurch verliehene Dynamik wird von Geifrig als ein „Trommelfeuer aus Worten“ bezeichnet. Der folgende Dialogausschnitt zwischen Deuter und Luise besteht seitenlang aus einzelnen Worten, wobei sich Frage und Antwort abwechseln:
DEUTER: Glückselige! Dann?
LUISE: Kam zu mir er.
DEUTER: Luise! Und?
LUISE: Sprach.
DEUTER: Und?
LUISE: Sagte. (103)
Artikel, Pronomen und Konjunktionen entfallen. Über mehrere Sprecherwechsel hinweg besteht ein direkter syntaktischer Bezug. Der stakkatoartige Stil wirkt nervös und hektisch drängend. Auch im zweiten Gespräch zwischen Luise und Scarron sind die einzelnen Dialogteile ebenso miteinander verschränkt. Hier ist der Telegrammstil nicht so extrem ausgeprägt wie in dem vorherigen Beispiel:
LUISE: Die Zimmer mieten.
SCARRON: Will ich –
LUISE: Kommt er –
SCARRON: Vorstellen einfach
LUISE: Herr?
SCARRON: Scarron. (39)
1 Einleitung: Die Einleitung stellt den Kontext von Sternheims Werk im literarischen Expressionismus dar und erläutert die Zielsetzung der linguistischen Analyse.
2 Verwendung von rhythmisierenden Stilmitteln: Dieses Kapitel zeigt, wie rhetorische Mittel wie Anaphern, Parallelismen und Akkumulationen genutzt werden, um den Sprachrhythmus zu gestalten und das Wesentliche hervorzuheben.
3 Syntaktische und tektonische Darstellungsprinzipien: Es wird analysiert, wie durch Telegrammstil, parataktische Strukturen und bewusste Interpunktionsveränderungen eine dynamische und verfremdete Bühnensprache entsteht.
4 Wortschatz und Sprachverfremdung: Hier werden der Einsatz von Archaismen, Neologismen sowie die Verwendung von Fremdwörtern und Diminutiven zur Charakterisierung und Gesellschaftskritik untersucht.
5 Bildlichkeit der Sprache: Das Kapitel behandelt die kritische Funktion von Metaphern, Vergleichen und Gleichsetzungen als Mittel der Maskierung und Sprachkritik.
6 Reduzierung und Verknappung des sprachlichen Ausdrucks: Untersuchung der extremen Sprachverknappung durch Ellipsen, Partizipialkonstruktionen und bewusste Auslassungen von Satzgliedern.
7 Figurencharakterisierende Rede und Sprachverhalten der Personen: Analyse, wie die spezifische Sprache der einzelnen Protagonisten zu deren Charakterisierung und zur Enthüllung ihrer wahren Motivationen beiträgt.
8 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse und Einordnung von Sternheims sprachkritischem Ansatz in den Kontext des Expressionismus.
Carl Sternheim, Die Hose, Expressionismus, Sprachkritik, Telegrammstil, Sprachverfremdung, Metaphorik, Sprachverknappung, Theobald Maske, Literaturanalyse, Germanistische Linguistik, Dramenanalyse, Syntax, Rhetorik, Stilistik
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der sprachlichen Gestaltung in Carl Sternheims bürgerlichem Lustspiel "Die Hose" und wie der Autor seinen spezifischen Stil zur Gesellschaftskritik nutzt.
Die Schwerpunkte liegen auf rhythmischen Stilmitteln, syntaktischen Prinzipien wie dem Telegrammstil, der Sprachverfremdung durch Wortwahl und Bildlichkeit sowie der Figurencharakterisierung durch Sprache.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Sternheim die Sprache seines Dramas als Werkzeug einsetzt, um die erstarrten Konventionen der Gesellschaft zu entlarven und das Wesentliche herauszuarbeiten.
Die Arbeit führt eine detaillierte textimmanente linguistische Analyse durch, basierend auf verschiedenen Fassungen des Dramas und unter Einbeziehung zeitgenössischer sowie literaturwissenschaftlicher Theorien.
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Analyseebenen, angefangen bei Rhythmisierung und Syntax über Wortschatz und Bildlichkeit bis hin zur differenzierten Sprachanalyse der einzelnen Figuren.
Wichtige Begriffe sind Sprachverknappung, Telegrammstil, Expressionismus, Sprachspiel, Maskierung und Entlarvung.
Theobald wird als bürgerlicher Held analysiert, dessen genaue und knappe Sprache im Kontrast zur geschwollenen, poetischen Ausdrucksweise der anderen Figuren steht.
Sternheim nutzt diese Technik zur Sprachverknappung, um "das Essentielle" hervorzuheben und die hohle, stilisierte Konversationssprache seiner Zeitgenossen zu parodieren.
Ihre poetisch-pathetische Sprechweise wird durch Sternheim als Ausdruck von Realitätsverlust und moralischer Leere inszeniert und somit satirisch entlarvt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

