Bachelorarbeit, 2010
44 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Über- und Ausblick der feministischen Filmtheorie
3. American Cinema
3.1. Geschichte der Frauen im amerikanischen Kino
3.2. New Hollywood – Frauen der Gegenwart
4. Der neue Gewalt-Frauenfilm
4.1. Neu oder neu aufgelegt?
4.2. Neue Heldinnen und ihre Bedeutung
5. Filmanalysen
5.1. Death Proof
5.1.1. Altbekannt – eine stereotype Frauengruppe
5.1.2. Die Todesfahrt des Stuntman Mike
5.1.3. Die zweite Frauengruppe – eine Analogie?
5.1.4. Stuntman Mike – Dekonstruktion eines Lustmörders
5.2. Kill Bill Volume 1 / Volume 2
5.2.1. Gegen alle Regeln – eine weibliche Heldin
5.2.2. Weitere Frauenbilder in Kill Bill
5.2.3. Die nicht-phallozentrische Sicht der Kamera
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung gewalttätiger Frauen in Filmen und hinterfragt deren Bedeutung für die feministische Filmtheorie. Dabei wird analysiert, ob neue, aktiv handelnde Heldinnen tatsächliche Chancen für eine Neubewertung weiblicher Rollenbilder im Kino bieten oder ob sie lediglich in bestehende, oft patriarchale Kategorien gezwängt werden.
1. Einleitung
Die neuen Heldinnen Hollywoods sind aggressiver, cleverer und gewalttätiger als ihre männlichen Vorreiter. Sie verkörpern eine neue Form von Gewalt und eine neue Darstellung von Weiblichkeit innerhalb des Mediums Film. Doch eben an der Frage, ob diese Repräsentation wirklich etwas Neues beinhaltet, scheiden sich vor allem die Geister der feministischen Filmtheorie. Die Reaktionen auf Heldinnen wie die Braut in Tarantinos Kill Bill beispielsweise, reichen von Gefallen und Begeisterung bis hinzu Skepsis und Empörung. Doch wie genau kann vor allem die negative Kritik am Fokus einer Filmheldin interpretiert werden? Welche Konsequenzen hat eine Bezeichnung der Heldinnen als pseudo males? Welchen Möglichkeiten verschließt man sich durch diese Interpretation und warum ist es überhaupt so schwierig, Heldinnen einzuordnen?
In dieser Arbeit soll versucht werden, eine Antwort auf diese Fragen zu finden und somit zu klären, was die verschiedenen Interpretationen von aktiv handelnden Heldinnen in Filmen uns ermöglichen oder was uns entgeht, wenn wir sie als Ersatz des Helden sehen. Im ersten Abschnitt dieser Arbeit geht es deshalb darum, einen kurzen Abriss der feministischen Filmtheorie und entsprechender theoretischer Ansätze zu geben. Diese Darstellung soll es dann ermöglichen, die verschiedenen Reaktionen auf aktive Frauen in Filmen besser zu verstehen und auch mögliche Mängel der Theorien aufzuzeigen.
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Phänomen der gewalttätigen Filmheldin und stellt die Forschungsfrage, wie diese Figuren innerhalb der feministischen Filmtheorie zu bewerten sind.
2. Über- und Ausblick der feministischen Filmtheorie: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, von psychoanalytischen Ansätzen bis hin zur Semiotik, und beleuchtet die Entwicklung der filmwissenschaftlichen Debatte über Frauenbilder.
3. American Cinema: Es wird die historische Entwicklung weiblicher Rollenbilder im Hollywoodkino nachgezeichnet, vom klassischen Hollywood bis hin zu den modernen Konzeptionen im New Hollywood.
4. Der neue Gewalt-Frauenfilm: Dieser Abschnitt analysiert das Aufkommen von Action-Heldinnen und diskutiert kritische Positionen zur Einordnung dieser Frauenfiguren.
5. Filmanalysen: Anhand der Filme Death Proof und Kill Bill wird detailliert untersucht, wie Tarantino mit Inszenierungsstrategien konventionelle Rollenbilder und Genregrenzen bricht.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse, die betont, dass neue, aktive Frauenbilder eine grundlegende Überprüfung und Erweiterung der feministischen Filmtheorie erforderlich machen.
Feministische Filmtheorie, Hollywood, Gewalt im Film, Action-Heldin, Gender-Konstruktionen, Tarantino, Death Proof, Kill Bill, Psychoanalyse, Semiotik, Dekonstruktion, Weiblichkeit, Genreforschung, Machtverhältnisse, Rollenklischees
Die Arbeit befasst sich mit der filmischen Darstellung von gewalttätigen Frauen und der Frage, wie diese modernen Heldinnen die bestehenden, oft patriarchalen Sichtweisen der feministischen Filmtheorie herausfordern.
Die Schwerpunkte liegen auf der Geschichte der Frauenrollen im US-Kino, der Entwicklung feministischer Theorien über Film und der Analyse spezifischer filmischer Inszenierungsmittel.
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob die neuen, aktiven Heldinnen als bloße Kopien männlicher Helden betrachtet werden müssen oder ob sie neue Möglichkeiten der Frauenrepräsentation eröffnen, die bisherige theoretische Konzepte erweitern können.
Die Arbeit kombiniert einen theoretischen Abriss mit einer angewandten Filmanalyse, wobei sie auf Ansätze der Psychoanalyse, Semiotik und Gender Studies zurückgreift.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung und die konkrete Filmanalyse von Quentin Tarantinos Death Proof und Kill Bill, um die filmische Konstruktion und Dekonstruktion von Gender-Stereotypen aufzuzeigen.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie feministische Filmtheorie, Action-Heldin, Geschlechterkonstruktion, Dekonstruktion, Gewalt und das amerikanische Kino geprägt.
Tarantino dient als Fallbeispiel, da seine Filme Death Proof und Kill Bill aktiv Genregrenzen überschreiten und mit traditionellen Klischees brechen, was eine ideale Grundlage für die Analyse der neuen Heldinnen bietet.
Die Autorin diskutiert das „Final Girl“ kritisch als eine Figur, die zwar Gewalt ausübt, aber durch bestehende Theorien oft noch als eine Art Pseudo-Mann oder notwendiger Teil eines männlichen Spektakels missinterpretiert wird.
Dieser Begriff beschreibt Kameraperspektiven, die das Geschehen primär aus der Sicht der weiblichen Opfer und Handelnden statt aus der männlich dominierten Täter-Perspektive zeigen, um eine tiefere Identifikation mit den Frauen zu ermöglichen.
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