Diplomarbeit, 2010
107 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Fragestellung und Aufbau der Arbeit
1.2 Methoden
2 Sport und Gesellschaft – Theoretischer Hintergrund
2.1 Gesellschaftliche Bedeutung und Strukturmerkmale des Sports
2.1.1 Sinn und Strukturmerkmale des Sports
2.1.2 Soziale und kulturelle Bedeutung des Sports
2.2 Sportentwicklung als neueres Forschungsfeld
2.2.1 Forschungsstand
2.2.2 Begriffliche Annäherungen
2.2.3 Ansätze der Sportentwicklungsplanung
3.1 Der organisierte Sport in Deutschland
3.1.1 Historische Entwicklung
3.1.2 Sportvereine – Strukturmerkmale, Funktion, Bedeutung
3.1.3 Sportverbände – System, Organisationsstruktur, Aufgaben
3.2 Sozialer Wandel des Sports
3.2.1 Differenzierung, Individualisierung und Pluralisierung im Sport
3.2.2 Alternative Sportformen, Trendsport und Freizeitsport
3.2.3 Gesundheit als Sinnmuster im Sport
3.2.4 Soziale Disparitäten im Sportverhalten
3.2.5 Integration im und durch Sport
3.2.6 Geschlechterdisparitäten
3.3 Demographischer Wandel
3.4 Kommerzialisierung und Professionalisierung im Sport
3.5 „Trends“ – markante Entwicklungen zur Leitbildbewertung
4.1 Handball heute
4.2 Historische Entwicklungen
4.3 Zur Struktur und Funktion der Sportart Handball
4.3.1 Handball – ein organisierter Wettkampf- und Leistungssport
4.3.2 Nutzergruppen- und Interessentenstruktur
4.3.3 Bewegungsformen, sportliche Handlungen und Training
4.3.4 Akteursbeziehungen – Handball ein Mannschaftssport
4.3.5 Räumliche und zeitliche Struktur
4.3.6 Regeln und Normierung
4.3.7 Struktur des Habitus und des Selbstbildes von Handballern
4.4 Handball als Event- und Trendsport – neuere Entwicklungen
4.4.1 Professionalisierung, Management, Vermarktung, Event
4.4.2 Handball als Trendsport: Beachhandball
5 „Wir nehmen die Zukunft in die Hand“ – Das Leitbild des Deutschen Handballbundes (2008)
5.1 Leitbildentwicklung als Instrument der Sportentwicklung
5.2 Analyse des DHB-Leitbildes
5.2.1 Entstehung des Leitbildes
5.2.2 Aufbau des Leitbildes
5.2.3 Selbstverständnis und Ziele
5.2.4 Relevante Trends der Sportentwicklung im Leitbild
5.3 Handball – ein zukunftsfähiger Sport?
5.3.1 Ergebnisse der Leitbildanalyse
5.3.2 Schlussfolgerungen für die Zukunft: ein „Handballsport für viele“
6 Zukunftsfähigkeit des organisierten Sports – welchen Beitrag kann Sportwissenschaft leisten?
Die Arbeit untersucht vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels die Zukunftsfähigkeit des organisierten Sports in Deutschland, wobei der Fokus exemplarisch auf der Sportart Handball und der Analyse des Leitbildes des Deutschen Handballbundes (DHB) von 2008 liegt. Es wird analysiert, wie Vereine und Verbände auf Transformationsprozesse reagieren können, um als Akteure im Sport zukunftsfähig zu bleiben.
1 Einleitung
Der Sport hat heute eine große Bedeutung für die Gesellschaft und ist fester Bestandteil unseres Alltags. Sport ist dabei „weder etwas Natürliches noch etwas Unveränderliches“ (Digel & Thiel, 2009, S. 19), er unterliegt einem stetigen Wandel und kann demnach auch nicht unabhängig von gesellschaftlichen Entwicklungen betrachtet werden. Somit werden auch die Akteure des organisierten Sports wie Vereine und Verbände immer öfter mit dem gesellschaftlichen und sozialen Wandel konfrontiert. Der demographische Wandel und seine Konsequenzen führen zu veränderter Sportnachfrage, zukünftig werden immer weniger Kinder- und Jugendliche Sport treiben und dafür mehr Ältere sportlich aktiv sein. Weiter zu beobachten ist eine Differenzierung des Sportsystems, welches sich in vielfältige Organisationsformen mit unterschiedlichen Funktionen und Zielen aufgesplittert hat. Pluralisierungstendenzen führen zum Verlust eines eindeutigen Sportverständnisses, neben den organisierten Wettkampfsport treten zahlreiche Sportformen und -arten mit unterschiedlichen Wert- und Handlungsmustern. Der gesamtgesellschaftliche Prozess der Individualisierung führt zu einer immer häufiger werdenden Selbstorganisation im Sport, d. h. Sporttreiben außerhalb von Organisationen ist immer populärer. Zunehmend treten neben dem wettkampforientierten Sport neue Motive und Sinnmuster für das Sporttreiben, wie Körper- und Gesundheitsbewusstsein, Erlebnis, Selbstverwirklichung oder Spaß in den Vordergrund. Dies drückt sich besonders auch in der wachsenden Anzahl von kommerziellen Anbietern aus, die gesundheits- und trendsportorientierte Angebote unterbreiten.
Der organisierte Sport mit seinen Vereinen und Verbänden hat somit sein Anbieter- und Definitionsmonopol für den Sport verloren. Institutionalisierte Formen wie Wettkampf und Leistung machen den besonderen Reiz des Sporttreibens nicht mehr ausschließlich aus. So stehen Vereine und Verbände in Konkurrenz zu anderen Sportanbietern, aber auch zu anderen Sportarten des organisierten Sports.
Hieraus ergeben sich eine Reihe von Problemen und Herausforderungen, denen sich der organisierte Sport gegenüber sieht. So haben einige Vereine und Verbände mit einem starken Mitgliederrückgang oder mit der Abnahme des ehrenamtlichen Engagements zu kämpfen. Anscheinend entsprechen andere Sportanbieter, z. B. als Dienstleister, den veränderten Bedürfnissen in der Gesellschaft oft besser. Daraus ergibt sich die Konsequenz, dass Vereine und Verbände ihre Sportangebote besser an die gesellschaftlichen Bedürfnisse anpassen, somit die Strukturen ihrer Organisation und auch ihrer Sportart für die Zukunft überdenken müssen.
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, der Forschungsfragen sowie der methodischen Herangehensweise der Arbeit im Kontext des gesellschaftlichen Wandels.
2 Sport und Gesellschaft – Theoretischer Hintergrund: Darstellung der gesellschaftlichen Bedeutung des Sports, des Forschungsstandes zur Sportentwicklung sowie theoretischer Ansätze der Sportentwicklungsplanung.
3 Gesellschaftlicher Wandel und Tendenzen der Sportentwicklung: Analyse des organisierten Sports, sozialer Wandlungsprozesse wie Individualisierung und Integration sowie deren Auswirkungen auf den Sport.
4 Entwicklung der Sportart Handball: Untersuchung der historischen Entwicklung, Strukturen, Funktionen und neuer Trends (Eventisierung, Beachhandball) des Handballsports.
5 „Wir nehmen die Zukunft in die Hand“ – Das Leitbild des Deutschen Handballbundes (2008): Detaillierte Analyse des Leitbildes des DHB hinsichtlich seiner Zielsetzungen, Strategien und Relevanz für die zukünftige Sportentwicklung.
6 Zukunftsfähigkeit des organisierten Sports – welchen Beitrag kann Sportwissenschaft leisten?: Reflexion über die Rolle der Sportwissenschaft bei der Unterstützung von Vereinen und Verbänden in Transformationsprozessen.
Sportentwicklung, organisierter Sport, Handball, Leitbild, DHB, gesellschaftlicher Wandel, Vereinswesen, Professionalisierung, Individualisierung, Integration, Sportentwicklungsplanung, Sportsoziologie, Leistungssport, Breitensport, Sportmanagement
Die Diplomarbeit untersucht die Zukunftsfähigkeit des organisierten Sports in Deutschland, insbesondere wie Vereine und Verbände auf gesellschaftliche Transformationsprozesse reagieren können, am Beispiel des Handballs.
Die zentralen Themen sind der gesellschaftliche Wandel (z.B. Individualisierung, demographischer Wandel), die Sportentwicklungsplanung, die Strukturen des organisierten Sports sowie die strategische Ausrichtung von Sportverbänden.
Das Ziel ist es, zu analysieren, inwiefern der organisierte Sport durch gesellschaftlichen Wandel beeinflusst wird und wie Organisationen, beispielhaft dargestellt am DHB, ihre Zukunftsfähigkeit durch Leitbilder aktiv gestalten können.
Die Arbeit basiert überwiegend auf einem umfassenden Literaturstudium, der Auswertung sportwissenschaftlicher Quellen und Statistiken sowie einer Dokumentenanalyse des DHB-Leitbildes.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen des Sports und der Sportentwicklung, eine detaillierte Analyse der Sportart Handball und eine kritische Untersuchung des Strategiepapiers des DHB.
Wichtige Begriffe sind Sportentwicklung, organisierter Sport, Handball, Leitbild, DHB, gesellschaftlicher Wandel, Vereinswesen, Professionalisierung und Sportsoziologie.
Handball dient als konkretes Fallbeispiel für einen traditionellen Wettkampfsport, um die theoretischen Überlegungen zum sozialen Wandel und die Strategien eines Sportverbandes praktisch zu reflektieren.
Der Autor merkt kritisch an, dass die Leitbildentwicklung stark top-down geprägt war und bestimmte zukunftsrelevante Themen wie Gesundheit oder Integration in der Praxis des Leitbildes nur marginal behandelt werden.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der DHB zwar positive Ansätze zeigt, aber für eine echte Zukunftsfähigkeit die Bedürfnisse verschiedener Zielgruppen und die Basisarbeit der Vereine stärker in den Fokus rücken muss.
Die Sportwissenschaft soll als Träger für eine interdisziplinäre Sportentwicklung fungieren, die Vereinen und Verbänden wissenschaftlich fundiertes Wissen für ihre strategische Neuorientierung bereitstellt.
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