Bachelorarbeit, 2012
79 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Grundlegung
1.1. Definition Privatbankiers
1.1.1. Rechtsformorientierte Begriffsbestimmung
1.1.2. Ökonomische Begriffsbestimmung
1.1.3. Arbeitsdefinition
1.2. Historische Entwicklung
1.3. Besonderheiten und Erfolgsfaktoren
1.3.1. Tradition
1.3.2. Vertraulichkeit und Diskretion
1.3.3. Persönliche Kundenbetreuung
2. Typologische Betrachtung der Privatbankiers
2.1. Kundenkreis
2.2. Geschäftsgebiet
2.3. Geschäftskreis
2.4. Trägerschaft
2.5. Bankengröße
2.6. Typen von Privatbankiers
3. Kundensegmentierung
3.1. Retail Kunden
3.2. Private Banking Kunden
3.3. Firmenkunden
3.4. Institutionelle Anleger
4. Marktpolitische Aspekte der Privatbankiers
4.1. Sortimentspolitik
4.1.1. Definition Private Banking
4.1.2. Transaktionsleistungen
4.1.3. Vermögensaufbau
4.1.4. Finanzplanung
4.1.5. Vermögensverwaltung
4.1.6. Beratung in Sonderfragen
4.1.7. Family Office
4.2. Preispolitik
4.2.1. Provisionsvergütung
4.2.2. Honorarvergütung
4.2.2.1. Zeithonorar
4.2.2.2. Erfolgshonorar
4.2.2.3. Pauschalpreis
4.2.2.4. Verwaltungsgebühr
4.3. Vertriebspolitik
4.3.1. Persönlicher Vertrieb
4.3.1.1. Filiale
4.3.1.2. Mobiler Vertrieb
4.3.1.3. Telefon
4.3.2. Elektronischer Vertrieb
4.3.2.1. Internet
4.3.2.2. SB-Technologie
4.3.3. Multi-Channel-Banking
4.4. Kommunikationspolitik
5. Herausforderungen für Privatbankiers heute und in der Zukunft
5.1. Wachsende Konkurrenz
5.2. Eigenkapital
5.3. Nachfolgeregelung
5.4. Verändertes Kundenverhalten
5.5. Wachsende Anzahl vermögender Kunden
5.6. Demographischer Wandel
5.7. Kooperation mit Retailbanken
6. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den aktuellen Status und die Zukunftsperspektiven der deutschen Privatbankiers. Ziel ist es, ein umfassendes Bild dieser Institute zu zeichnen, ihre Besonderheiten und Erfolgsfaktoren zu analysieren sowie die drängenden Herausforderungen am Bankenmarkt – von zunehmender Konkurrenz bis hin zu Nachfolgeregelungen – zu beleuchten.
1.1.2. Ökonomische Begriffsbestimmung
Privatbankiers der Rechtformen der OHG, der KG bzw. der KGaA mit jeweils einer natürlichen Person als Komplementär zeichnen sich dadurch aus, dass die Geschäfte der Bank immer von unbeschränkt persönlich haftenden Gesellschaftern bzw. von einem engen Kreis von Miteigentümern oder der Familie geführt werden.27
Der Bankier, als Geschäftsführer haftet damit über seine Einlagen als Miteigentümer hinaus für seine Geschäftstätigkeit. Ein Problem besteht aber darin, dass das Privatvermögen eines oder mehrerer persönlich haftender Gesellschafter in der Realität in keinem Verhältnis zu den Verbindlichkeiten einer Bank steht.28
Damit hat das Kriterium der unbeschränkten persönlichen Haftung in der Praxis kaum ökonomische Relevanz29 und ist „… eher ein verstecktes Marketingelement als ein notwendiges Kriterium.“30
Zusätzlich verhindert der in der Praxis übliche Abschluss einer Organ- bzw. Manager-Haftpflichtversicherung das Wirksamwerden der persönlichen Haftung. Die Haftung wir auf eine reine Formalität reduziert.31
Die persönliche Haftung kommt zwar in der Realität nicht zum Tragen, ist aber ein geeignetes Instrument, um die Vertrauensbildung des Kunden zu fördern. Bei Fehlentscheidungen seitens der Geschäftsleitung trägt der Bankier ein hohes Risiko: Er haftet mit seinem Privatvermögen, zumindest mit seinen Gesellschaftereinlagen, und nicht die Aktionäre der Bank, wie bei Großbanken üblich.32
1. Grundlegung: Dieses Kapitel definiert den Begriff Privatbankier rechtlich sowie ökonomisch und beleuchtet die historische Entwicklung sowie die traditionellen Erfolgsfaktoren wie Vertraulichkeit und persönliche Kundenbetreuung.
2. Typologische Betrachtung der Privatbankiers: Hier werden Privatbankiers anhand von fünf Merkmalen klassifiziert: Kundenkreis, Geschäftsgebiet, Geschäftskreis, Trägerschaft und Bankengröße, was in einer Aufteilung in Mengengeschäft und Großgeschäft mündet.
3. Kundensegmentierung: Dieser Abschnitt unterteilt die Kunden in Retail, Private Banking, Firmenkunden sowie institutionelle Anleger und erläutert die jeweiligen Ansätze zur Vermögenssegmentierung.
4. Marktpolitische Aspekte der Privatbankiers: Das Kapitel analysiert detailliert den Marketing-Mix, bestehend aus der Sortimentspolitik (inkl. Private Banking und Family Office), Preispolitik (Provisions- vs. Honorar), Vertriebspolitik sowie der Kommunikationspolitik.
5. Herausforderungen für Privatbankiers heute und in der Zukunft: Die Arbeit diskutiert hier kritische Erfolgsfaktoren wie Konkurrenzdruck, Eigenkapitalbeschränkungen durch Basel III, Nachfolgeregelungen und das sich wandelnde Verhalten vermögender Kunden.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die strategische Differenzierung zwischen Privatbankiers des Mengen- und Großgeschäfts zusammen und bewertet die positiven Zukunftsaussichten unter Berücksichtigung von Spezialisierungen und Kooperationen.
Privatbankiers, Private Banking, Vermögensverwaltung, Wealth Management, Familienunternehmen, Bankgeschäft, Kundensegmentierung, Haftung, Eigenkapital, Finanzplanung, Family Office, Honorarberatung, Bankenbranche, Marktanalyse, Nachfolgeregelung
Die Arbeit behandelt die aktuelle Situation und die Zukunftsperspektiven der deutschen Privatbankiers vor dem Hintergrund eines sich wandelnden Bankenmarktes.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition und Typologisierung der Banken, dem Marketing-Mix im Private Banking sowie den strategischen Herausforderungen, denen sich Privatbankhäuser heute stellen müssen.
Das primäre Ziel ist es, ein umfassendes Bild der deutschen Privatbankiers zu vermitteln und die Faktoren zu identifizieren, die ihr Überleben und ihre künftige Wettbewerbsfähigkeit im Umfeld großer Universalbanken sichern können.
Der Autor führt eine umfassende Literaturanalyse durch und stützt sich dabei auf Datenmaterial, Marktstudien sowie Experteninformationen, um die Wettbewerbsposition der Privatbankiers theoretisch und praktisch einzuordnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine typologische Betrachtung, die Kundensegmentierung, eine detaillierte Analyse der absatzpolitischen Instrumente (Sortiment, Preis, Vertrieb, Kommunikation) und eine Auseinandersetzung mit aktuellen Herausforderungen wie Eigenkapital und Nachfolge.
Wesentliche Begriffe sind Privatbankiers, Private Banking, Vermögensverwaltung, Unabhängigkeit, Familienunternehmen und Spezialisierung.
Da viele Institute ihre Rechtsform geändert haben, greift eine rein juristische Definition zu kurz. Maßgeblich ist laut Arbeit vielmehr die unternehmerische Unabhängigkeit und Identität als Familienunternehmung.
Kooperationen, wie etwa mit Sparkassen, ermöglichen es den großen Privatbankiers, ihre spezialisierten Dienstleistungen in einem breiteren Markt anzubieten, während die Retailbanken von der Expertise und dem Image der Partner profitieren.
Um den Fortbestand zu sichern, wird empfohlen, qualifizierte Führungskräfte frühzeitig aufzubauen oder durch innovative Konzepte, wie beispielsweise das „Financial Parenting“ zur Einbindung der nächsten Generation, die Kundenbindung zu stärken.
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