Hausarbeit (Hauptseminar), 2011
23 Seiten, Note: 1,3
Diese Arbeit untersucht Goethes „Iphigenie auf Tauris“ im Hinblick auf die Darstellung und Kritik des Menschenopferbrauchs. Die Analyse beleuchtet den literaturhistorischen und religiösen Kontext, die dramaturgische Umsetzung des Opferdiskurses und die Folgen des individuellen Handelns Iphigenies für die Praxis des Opferns.
Kapitel 1 beleuchtet den literaturhistorischen und religiösen Hintergrund von Goethes Behandlung des Opferbrauchs in „Iphigenie auf Tauris“, in Bezugnahme auf Euripides und Goethes eigene Auseinandersetzung mit dem Christentum. Kapitel 2 analysiert die dramaturgische Umsetzung des Menschenopferdiskurses, den Zweifel an dessen Legitimität und den argumentativen Kampf um dessen Begründung. Kapitel 3 fokussiert auf den Opferbrauch als Ort der Religionskritik und die Trennung zwischen Opferbrauch und Religiosität bzw. Mythos und Opferbrauch. Kapitel 4 untersucht die Folgen von Iphigenies autonomem Handeln für den Opferbrauch, ihre Kritik am Stellvertreteropfer und ihre Bedeutungsverschiebung des Opferbegriffs. Kapitel 5 diskutiert die Auswirkungen der Bedeutungsverschiebung im Kontext von Goethes Problematisierung der Humanität Iphigenies.
Iphigenie auf Tauris, Goethe, Menschenopfer, Religionskritik, Humanität, Opferbrauch, Dramaturgie, Moral, Individuum, Kollektiv, Stellvertreteropfer, Bedeutungsverschiebung.
Goethe lehnt die äußere Praxis des Menschenopfers ab und ersetzt sie durch eine moralische Verinnerlichung und Humanisierung des Opferbegriffs.
Das Restopfer bezeichnet die Einschränkung der persönlichen Freiheit und die notwendige Anpassung des Individuums an die Gemeinschaft.
Sie stellt die Legitimität infrage, dass ein Wesen für die Schuld oder das Wohl eines anderen gewaltsam geopfert wird, und setzt auf autonome Moral.
Goethe nutzt den Opferdiskurs, um eine Trennung zwischen archaischem Opferbrauch und wahrer Religiosität bzw. Moral herbeizuführen.
Es beschreibt den Prozess, bei dem moralische Werte den Stellenwert einnehmen, den früher religiöse Mythen und Opferrituale hatten.
Während bei Euripides die Götter und das Schicksal dominieren, steht bei Goethe die autonome Entscheidung und die menschliche Wahrheit im Vordergrund.
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