Magisterarbeit, 2009
124 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Medien als Konstrukteure von Geschlecht
2.2 Medieninhalte im Kontext der kommunikationswissenschaftlichen Geschlechterforschung
2.3 Der Forschungsstand zu Mädchenzeitschriften
2.4 Das Marktsegment der Mädchenzeitschriften
3. Veränderungen in den Lebenswelten von Mädchen seit 1992
4. Untersuchungsdesign
4.1 Erkenntnisinteresse, forschungsleitende Fragen und Thesen
4.2 Methode und Vorgehensweise
4.2.1 Quantitative Themenstrukturanalyse
4.2.2 Qualitative Analyse
4.3 Untersuchungsmaterial
4.4 Zeitschriftenprofil BRAVO GiRL!
5. Ergebnisse der Untersuchung
5.1 Ergebnisse der quantitativen Themenstrukturanalyse
5.2 Ergebnisse der qualitativen Analyse
5.2.1 Äußeres Erscheinungsbild
5.2.2 Liebe und Sexualität
5.2.3 Stars und Kultur
5.2.4 Familie und Freundschaft
5.2.5 Soziales und Politik
5.2.6 Schule, Ausbildung und Beruf
5.2.7 Freizeit
5.2.8 Verschiedenes
6. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Mädchenzeitschrift BRAVO GiRL! gesellschaftliche Veränderungen in den Lebenswelten und Einstellungen junger Frauen aufgreift und wie sich das in der Zeitschrift konstruierte Frauenbild im diachronen Vergleich zwischen 1992 und 2008 verändert hat.
2.1 Medien als Konstrukteure von Geschlecht
Diese Arbeit basiert auf der Annahme, dass die Kategorie Geschlecht sowie das System der Zweigeschlechtlichkeit soziale Konstruktionen sind, die in sozialen Praktiken und Interaktionen hergestellt und ständig reproduziert werden.
In der konstruktivistischen Perspektive ist Geschlecht nicht etwas natürlich Gegebenes, das jeder Mensch innehat, sondern etwas, dass jeder Mensch ständig tut. Diese größtenteils unbewusste Herstellung von Geschlecht im alltäglichen Handeln, die auch als „Doing Gender“ bezeichnet wird, ist kein natürlicher Vorgang, sondern „ein kulturell in sprachlichen, sexuellen und körperlichen Ausdrucksmöglichkeiten tief verwurzelter Prozess fortwährender Selbst- und Fremdkonstruktionen [...]“ (Klaus 2005: 21). Die fest in der Gesellschaft verankerte, dichotome Geschlechterordnung, mit der die ebenfalls sozial konstruierte Norm der Heterosexualität einhergeht, hat zur Folge, „dass alle Gegenstände der Welt und alle Praktiken nach Unterscheidungen klassifiziert werden, die auf den Gegensatz von männlich und weiblich zurückgeführt werden können“ (Bourdieu 1997: 161).
Das zentrale Anliegen der konstruktivistischen Forschungsperspektive ist eben nicht, nach scheinbaren Differenzen zwischen den Geschlechtern zu suchen, sondern herauszufinden, wie „Frauen und Männer zu verschiedenen und voneinander unterscheidbaren Gesellschaftsmitgliedern werden und zugleich das Wissen miteinander teilen, dass es natürlich, normal und selbstverständlich ist“ (Wetterer 2004: 123). Massenmedien tragen erheblich zur Verbreitung und Aufrechterhaltung von geschlechtlichen Zuschreibungen und Verhaltenserwartungen bei und verfestigen die Vorstellung von der angeblichen Natürlichkeit der Zweigeschlechtlichkeit und Heterosexualität in der Gesellschaft. Folglich müssen „Medien [...] als bedeutender Co-Produzent im Prozess der Geschlechterkonstruktion gesehen werden“ (Dorer 2002: 55). Die kommunikationswissenschaftliche Geschlechterforschung begreift Medien als ein soziales System, das Wirklichkeitskonstruktionen liefert und Geschlechterdiskurse mit konstituiert (Klaus 2005: 32).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der „Alphamädchen“ ein und formuliert das Ziel der Untersuchung, den Umgang der BRAVO GiRL! mit dem gesellschaftlichen Wandel weiblicher Lebenswelten zu analysieren.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die konstruktivistische Medientheorie und den aktuellen Forschungsstand zu Mädchenzeitschriften als Konstrukteure von Geschlechterbildern.
3. Veränderungen in den Lebenswelten von Mädchen seit 1992: Hier werden mittels Jugendstudien die realen Veränderungen, wie gestiegenes Bildungsniveau und veränderte Zukunftsperspektiven junger Frauen, als Vergleichsgrundlage dargelegt.
4. Untersuchungsdesign: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen der diachronen Inhaltsanalyse sowie die forschungsleitenden Thesen und das Untersuchungsmaterial.
5. Ergebnisse der Untersuchung: Der Hauptteil präsentiert die Ergebnisse der quantitativen Themenanalyse und der qualitativen Analyse hinsichtlich der Darstellung von Weiblichkeit und Geschlechterverhältnissen.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Zeitschrift an traditionellen Rollenbildern festhält und am Zeitgeist junger Frauen vorbeigegangen ist.
BRAVO GiRL!, Mädchenzeitschriften, Mediensozialisation, Doing Gender, Geschlechterrollen, Inhaltsanalyse, Alphamädchen, Identitätsbildung, Weiblichkeit, Heteronormativität, Jugendstudien, Medienwirklichkeit, Konsumorientierung, Rollenbilder, Geschlechterkonstruktion
Die Arbeit untersucht das Frauenbild in der Zeitschrift BRAVO GiRL! im diachronen Vergleich der Jahrgänge 1992 und 2008, um zu prüfen, ob die Zeitschrift gesellschaftliche Veränderungen in den weiblichen Lebenswelten in ihre Inhalte integriert.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Kategorien Äußeres Erscheinungsbild, Liebe und Sexualität, Stars und Kultur, Familie und Freundschaft, Soziales und Politik, Schule/Ausbildung/Beruf, Freizeit sowie Verschiedenes.
Das Ziel ist herauszuarbeiten, ob die BRAVO GiRL! auf das gestiegene Selbstbewusstsein und die veränderten Lebensentwürfe der heutigen „Alphamädchen-Generation“ reagiert oder ob sie an traditionellen, stereotypen Rollenbildern festhält.
Die Autorin wählt eine diachrone Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring, bestehend aus einer Kombination von quantitativer Themenstrukturanalyse und ergänzender qualitativer Analyse der Medieninhalte.
Im Hauptteil werden die quantitativen Verschiebungen der Themenbereiche dargelegt und qualitativ untersucht, wie die Zeitschrift Weiblichkeit, Männlichkeit und das Geschlechterverhältnis konstruiert.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie BRAVO GiRL!, Mädchenzeitschriften, Doing Gender, Geschlechterrollen, Inhaltsanalyse und Mediensozialisation charakterisiert.
Während 1992 noch vereinzelt Berufe und Auslandserfahrungen thematisiert wurden, spielt dieser für junge Frauen enorm wichtige Bereich im Jahr 2008 in der BRAVO GiRL! nahezu keine Rolle mehr.
Der männliche Blick dient 2008 als maßgebliche Instanz, da Mädchen vermittelt wird, ihr Aussehen und Verhalten stets an den Vorlieben von Jungen auszurichten, um Erfolg bei diesen zu haben.
Während 1992 das Single-Dasein als Option wahrgenommen wurde, wird es 2008 konsequent als ein Zustand dargestellt, der schnellstmöglich durch die „richtige“ Inszenierung zur Gewinnung eines festen Freundes zu beenden ist.
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