Magisterarbeit, 2011
123 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Problemsituation
1.2. Relevanz und Aufbau der Arbeit
1.3. Fragestellung und methodische Herangehensweise
1.4. Klärung relevanter Begriffe
2. Genese von Modellen zu Migration und Kultur
2.1. Ursachen der Migration von Hochqualifizierten
2.2. Migrationstheorien
2.2.1. Klassische Integrationstheorien
2.2.2. Neuere Migrationstheorie von Esser
2.3. Akkulturation
2.3.1. Dimensionen der Akkulturation
2.3.2. Entwicklung von Forschungsansätzen zur Akkulturation
2.3.3. Akkulturationstheorie von Berry
2.3.4. Empirische Befunde der bisherigen Forschung zum Modell von Berry
2.4. Kultur und kulturelle Identität
2.4.1. Kulturtypologie
2.4.2. Kulturstandards
2.4.3. Kulturelle Identität
3. Empirischer Teil – Das Interview
3.1. Untersuchungsdesign
3.2. Aufbau des Leitfadens
3.3. Auswahl der Probanden
3.4. Feldforschung
3.5. Auswertungsverfahren
4. Analyse und Ergebnisse der Felduntersuchung
4.1. Charakterisierung der Hochqualifizierten tschechischer Herkunft
4.2. Herkunftsfamilien der Hochqualifizierten tschechischer Herkunft
4.3. Gründe für die Migration
4.4. Arbeitssituation der Befragten
4.5. Schwierigkeiten und Chancen in Deutschland von Hochqualifizierten tschechischer Herkunft
4.6. Kulturelle Identität und Verhalten
4.7. Zufriedenheit und Zukunftsperspektiven von Hochqualifizierten tschechischer Herkunft
4.8. Einordnung der Akkulturationsstrategien
5. Zusammenfassende Darstellung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Migrationsprozesse und Akkulturationsstrategien von hochqualifizierten Arbeitskräften tschechischer Herkunft, insbesondere von Ärzten, in Deutschland. Ziel ist es zu analysieren, wie sich der sozioökonomische Status auf die Identitätsbildung und die gewählten Anpassungsstrategien im neuen kulturellen Kontext auswirkt.
1.1. Problemsituation
In den letzten Jahrzehnten wird die grenzüberschreitende Mobilität hoch qualifizierter Arbeitskräfte für Wissenschaft, Technologie und Wirtschaft sowohl in Deutschland als auch weltweit unter verschiedenen Aspekten wie brain drain, brain gain, zirkulärer Migration oder – im Rahmen der Politik der Europäischen Union – bezüglich der Blue Card diskutiert. Die Nachfrage nach international mobilen, hoch qualifizierten Arbeitskräften zeigt in der globalisierten Wirtschaft steigende Tendenz. Die Industrieländer haben die Einwanderungspolitik als Instrument ihrer Wirtschafts- und Strukturpolitik entdeckt, mit dem sie sektorale Engpässe auf dem heimischen Arbeitsmarkt decken und technische und ökonomische Innovationen fördern wollen.
Inzwischen existieren in fast allen OECD-Ländern spezielle Anwerbeprogramme, mit denen Hochqualifizierte aus aller Welt angezogen werden sollen. Für Deutschland ist die Zuwanderung von Hochqualifizierten zudem vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und der Auswanderung von heimischen Fachkräften bedeutend. Neue Ideen und Impulse sind grundlegend für den wissenschaftlichen Bereich, sodass auch der Aspekt der Vernetzung und des Austausches von Ideen durch Migration nicht vernachlässigt werden darf.
Eine Konsequenz dieser Entwicklung ist, dass immer öfter Menschengruppen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen in Kontakt miteinander kommen. Oft hat interkultureller Kontakt Veränderungen in der Kultur und Lebensweise einer oder mehrerer Gruppen zur Folge. Diese Veränderungen sind von Redfield, Linton und Herskovits als Akkulturation bezeichnet worden. Akkulturation stellt ein psychologisch und auch gesamtgesellschaftlich relevantes Thema dar, was sich in einer starken Zunahme von Forschungen über Akkulturation in den letzten Jahren äußert. Dies hängt insbesondere mit Änderungen der politischen Bestrebungen der angesprochenen Gruppen innerhalb pluralistisch organisierter Gesellschaften sowie mit der wachsenden Anzahl von Flüchtlingen und Auswanderern zusammen.
Die zentralen Fragestellungen der Akkulturationsforschung beziehen sich im ersten Schritt auf das Erleben und Verhalten der Migranten unter der Bedingung ihres Aufenthaltes in einem anderen als ihrem primären soziokulturellen Kontext. Weitergehend wird untersucht, unter welchen Bedingungen spezifische Verlaufsformen der Akkulturation auftreten sowie welche Faktoren Einfluss auf den Akkulturationsprozess haben.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Migration Hochqualifizierter ein, erläutert die Relevanz der Arbeit und definiert die methodische Herangehensweise sowie die zentralen Begriffe der Untersuchung.
2. Genese von Modellen zu Migration und Kultur: Es werden theoretische Grundlagen zu Migrationsursachen, Migrationstheorien und Akkulturationsmodellen (insb. von Berry und Esser) dargelegt sowie Konzepte von Kultur und kultureller Identität erörtert.
3. Empirischer Teil – Das Interview: Dieses Kapitel stellt das Forschungsdesign vor, beschreibt die Methode der problemzentrierten Leitfadeninterviews, die Auswahl der Probanden und das methodische Vorgehen bei der Datenerhebung und -auswertung.
4. Analyse und Ergebnisse der Felduntersuchung: Hier werden die Ergebnisse der Befragung präsentiert, die Motive, Arbeitsbedingungen, Schwierigkeiten, kulturelle Identität und die Einordnung der Akkulturationsstrategien der tschechischen Ärzte thematisieren.
5. Zusammenfassende Darstellung: Das abschließende Kapitel resümiert die Untersuchungsergebnisse und gleicht diese mit den eingangs formulierten Hypothesen ab.
Migration, Akkulturation, Hochqualifizierte, Tschechien, Deutschland, Integration, Assimilation, Identität, Berufliche Etablierung, Qualifikation, Migrationsmotive, Netzwerk, Transnationalismus, Medizin, Expertenwissen
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Migrationserfahrungen und Anpassungsprozessen von hochqualifizierten Zuwanderern tschechischer Herkunft, speziell Ärzten, in der deutschen Gesellschaft.
Die zentralen Themen sind Migrationsursachen, Theorien zur Akkulturation, die Identitätsentwicklung unter Migrationsbedingungen sowie die berufliche Situation und die soziale Integration der Befragten.
Das Ziel ist zu erforschen, welche Akkulturationsstrategien (nach Berry) diese spezifische Migrantengruppe wählt und ob ein Zusammenhang zwischen ihrem hohen sozioökonomischen Status und diesen Strategien besteht.
Die Autorin verwendete eine qualitative Methode in Form von problemzentrierten Leitfadeninterviews mit zehn in Berlin lebenden tschechischen Ärzten.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Genese von Migrations- und Akkulturationsmodellen sowie einen empirischen Teil, in dem die gewonnenen Daten systematisch analysiert und interpretiert werden.
Wichtige Begriffe sind Akkulturation, Hochqualifizierung, transnationale Netzwerke, kulturelle Identität, soziale Integration und Arbeitsmigration.
Die Gruppe wurde gewählt, um einen relativ homogenen Kontext zu gewährleisten, da die Befragten ihren Bildungstitel im gleichen Herkunftsland erworben haben und ähnliche berufliche Qualifikationen aufweisen.
Die Mehrheit wird als gut integriert eingestuft, wobei hybride Formen der Akkulturation (zwischen privatem und öffentlichem Raum) eine bedeutende Rolle spielen und eine eindeutige Zuordnung zu nur einer Strategie oft erschweren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

