Wissenschaftliche Studie, 2001
33 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitende Bemerkungen zum Thema
2. Die französische Kolonialherrschaft in Afrika (1920 - 1960)
2.1 Politische Rahmenbedingungen im Überblick
2.2 Menschenzoos als wesentliches Instrument der Kolonialpropaganda in Frankreich
3. Das Phänomen der Négritude oder eine Elite und seine Ideologie
4. Hauptsächliche Vertreter der französischsprachigen Literatur vor 1960
5. Postkoloniale Literatur mit Schwerpunkt Elfenbeinküste
6. Wirken und Schaffen von DADIÉ und KOUROUMA im Spiegel der Zeit
7. Inhalt und Aufbau der Romane
7.1 Un nègre à Paris
7.2 Die Nächte des großen Jägers
8. Die Aufarbeitung der Kolonialära in den vorgestellten Werken an einigen Beispielen
9. Die Möglichkeit eines Vergleichs
Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Verarbeitung der französischen Kolonialzeit in Afrika anhand der Werke "Un nègre à Paris" von Bernard B. Dadié und "Die Nächte des großen Jägers" von Ahmadou Kourouma. Im Zentrum steht die Frage, wie afrikanische Autoren ihre koloniale Vergangenheit und die postkolonialen politischen Entwicklungen literarisch reflektieren, um die Auswirkungen von Entwurzelung und Fremdherrschaft auf die Seele des Einzelnen sowie der Gesellschaft darzustellen.
Die Nächte des großen Jägers
Die Handlung des Romans folgt einer alten afrikanischen Erzähltradition und ist stark mythologisch angereichert. Zauberei und Magie spielen in diesem Werk eine ebenso große Rolle, wie die Auseinandersetzung mit der realen Chronologie der afrikanischen Geschichte im 20ten Jahrhunderts.
Koyaga, der Held des Geschehens, ist ein berühmter Jäger und Diktator, der durch die Macht seiner Mutter und eines Marabuts, die ihm mit Zauberkräften zu Seite stehen, viele Gefahren besteht und letztendlich die Macht in einem fiktiven Staat erlangt.
Die Mittel, die Mutter und Marabut einsetzen um den großen Sohn zu schützen, sind die Traumdeutung, die Geomantie, islamische Praktiken und der allgemein übliche Fetischglaube.
Mit dem Besitz des Meteorsteins - Symbol altafrikanischer Magie -, den er von Fetischpriestern geerbt hat, ist der Marabut ein anerkannter Seher und Heiler. Außerdem besitzt er einen mit magischen Kräften ausgestatteten Koran und gilt als Kundiger des heiligen Buches und religiöser Lehrer. Nach dem »vermeintlichen« Tod Koyagas beginnen die anderen Diktatoren Afrikas sich der Macht der beiden zu bemächtigen.
Das Buch (in dt. Übersetzung von C. PANZACCHI) beschreibt, angereichert mit einer teilweise grotesken Komik, das Leben und die amourösen Abenteuer Koyagas, der speziell am Ende des Buches, mit einer schmerzlichen Anklage an seine despotische Amtsführung und den damit einhergehenden Machmiss-brauchs konfrontiert wird.
1. Einleitende Bemerkungen zum Thema: Dieses Kapitel führt in die Fragestellung ein, wie afrikanische Autoren ihre koloniale Vergangenheit durch das Medium der Literatur verarbeiten und identitätsstiftend reflektieren.
2. Die französische Kolonialherrschaft in Afrika (1920 - 1960): Hier wird ein Überblick über die politische Expansion Frankreichs und den Einsatz von kolonialer Propaganda, insbesondere durch Menschenzoos, gegeben.
3. Das Phänomen der Négritude oder eine Elite und seine Ideologie: Das Kapitel beleuchtet die Entstehung der Négritude als intellektuelles Gegengewicht zu kolonialer Assimilation und die Rückbesinnung auf afrikanische Werte.
4. Hauptsächliche Vertreter der französischsprachigen Literatur vor 1960: Ein Überblick über die literarische Szene vor der Unabhängigkeit mit Fokus auf den Aufstieg des modernen Romans als wichtigste Gattung.
5. Postkoloniale Literatur mit Schwerpunkt Elfenbeinküste: Fokus auf den literarischen Boom nach der Unabhängigkeit und die Rolle ivorischer Autoren in diesem Kontext.
6. Wirken und Schaffen von DADIÉ und KOUROUMA im Spiegel der Zeit: Detaillierte Biographien der beiden Autoren und Darstellung ihrer Entwicklung als literarische Akteure vor dem Hintergrund ihrer Zeit.
7. Inhalt und Aufbau der Romane: Analyse der Struktur und der fiktiven Handlungen von "Un nègre à Paris" und "Die Nächte des großen Jägers".
8. Die Aufarbeitung der Kolonialära in den vorgestellten Werken an einigen Beispielen: Untersuchung spezifischer Textstellen, die den Umgang mit Kolonialkritik und der postkolonialen Realität verdeutlichen.
9. Die Möglichkeit eines Vergleichs: Zusammenfassende Betrachtung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Stil und Aussage beider Werke.
Négritude, Kolonialgeschichte, frankophone Literatur, Elfenbeinküste, Bernard B. Dadié, Ahmadou Kourouma, postkoloniale Literatur, Dekolonialisierung, Identität, Machtmissbrauch, Oraltradition, französische Besatzungsmacht, Literaturanalyse, Mythologie.
Die Arbeit analysiert, wie zwei bedeutende ivorische Autoren, Dadié und Kourouma, die Erfahrung der französischen Kolonialzeit und ihre Folgen in ihren Romanen literarisch verarbeitet haben.
Zu den Schwerpunkten zählen die koloniale Vergangenheit, die Ideologie der Négritude, die Rolle der Sprache und die literarische Auseinandersetzung mit postkolonialen politischen Verhältnissen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche literarische Ansätze verwendet werden, um kollektive Traumata und politische Zustände der Dekolonialisierung kritisch zu reflektieren.
Es handelt sich um eine komparatistische literaturwissenschaftliche Analyse, die den Inhalt, die Struktur und die stilistischen Mittel der ausgewählten Romane vergleichend gegenüberstellt.
Der Hauptteil gliedert sich in historische Rahmenbedingungen, die ideologische Verortung der Autoren, eine detaillierte Inhaltsanalyse der Romane sowie die Untersuchung zentraler Motive und kritischer Ansätze.
Die wichtigsten Begriffe sind Négritude, postkoloniale Literatur, Identität, koloniale Aufarbeitung, frankophone afrikanische Literatur und Machtkritik.
Dadié nutzt in seinem Briefroman eher Ironie, subtile Komik und gespielte Naivität, um koloniale Mythen zu dekodieren, während Kourouma aggressiver und direkter mit den postkolonialen autokratischen Machthabern abrechnet.
Sie dient als strukturierendes Element, etwa durch das "Donsomana", und ermöglicht es dem Autor, eine Perspektive des "Eingeweihten" einzunehmen, die den kulturellen Kontext seiner Leser widerspiegelt.
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