Magisterarbeit, 1998
83 Seiten, Note: 2,1
1. Zu dieser Arbeit
2. Alkoholikerfamilien
2.1 Die Krankheit
2.1.1 Alkoholismus (Ätiologie,Epidemiologie,Phasen,Typen)
2.1.2 Schäden durch Alkoholismus
2.2 Die Familie/Der andere Partner
2.2.1 Co-Abhängigkeit
2.3 Die Kinder: Schäden und Risiken
2.3.1 Epidemiologie
2.3.2 Physische, psychische und soziale Schäden
2.3.3 Suchtkrankheit
3 Prävention/Intervention in pädagogischen Einrichtungen
3.1 Grundlage: Wissen der Mitarbeiter (Vermittlung: Wo/Wie)
3.2 Grundlage: Erkennen gefährdeter Kinder
3.2.1 Kontakte mit Betroffenem/dem anderen Partner/sonstigen Personen
3.2.2 Kindes-Äußerungen beachten und Rollenmuster (er)kennen
3.3 Definitionen/Abgrenzungen (Prävention-Intervention)
3.4 Prävention
3.5 Interventionschancen/-Strategien
3.5.1 Der alkoholkranke Elternteil
3.5.2 Der andere Partner
3.5.3 Das Kind
3.6 Notwendigkeit interdisziplinären/konkret vernetzten Arbeitens
4. Resümee
Die Arbeit untersucht die Lebenssituation von Kindern aus Alkoholikerfamilien aus sonderpädagogischer Perspektive und entwickelt Grundlagen für Präventions- und Interventionsstrategien im pädagogischen Alltag, um die psychischen und physischen Risiken für betroffene Kinder zu mindern.
Gezieltes reagieren und eingehen auf das Rollenverhalten des Kindes
Am Anfang dieses Prozesses steht die schon erwähnte Schaffung oder Intensivierung des Vertrauensverhältnisses zu dem speziellen Kind. Ist dieses gegeben, bzw. ausreichend geschaffen worden, sollte gezielt auf das individuelle Rollenverhalten eingegangen werden. Rollen an sich sind nichts negatives, wir alle spielen sie tagtäglich in mehrfacher Hinsicht (vergl. DAHRENDORF, et.al.). Eine Rolle kann jedoch, wird sie überwiegend aus einer permanenten Notsituation heraus und dazu noch völlig unfreiwillig übernommen, auch sehr negative Auswirkungen haben und später zu Folgeschäden führen (siehe obiges Schema von Wegschneider-Cruse, 1985).
Rollen lassen sich (in Übereinstimmung mit MEAD) definieren als “stetige, einzelnen Personen zugeschriebene und von diesen übernommene soziale Verhaltensweisen und Deutungsmuster”, bzw. als Zuschreibungen, die durch Interaktion mit signifikanten, definitionsmächtigen Personen erfolgen. Das bedeutet auch, daß diese Rollen nicht unveränderlich sind, daß Fixierungen abgebaut und allzu starre Ausrichtungen “aufgeweicht” werden können. Der Held muß nicht immer heldenhaft sein, er darf auch Schwäche(n) zeigen, darf weinen und darf Spaß empfinden. Dem Sündenbock läßt sich trotz seiner Feindseligkeit freundlich gegenübertreten, zwar muß er für seine Verfehlungen auch weiterhin die Verantwortung übernehmen, aber ihm läßt sich auch Aufmerksamkeit widmen, wenn er einmal nichts “anstellt”. Das Verlorene Kind muß bemerkt werden, es kann in die Gruppe integriert werden, Ermutigungen können es zu Aktivitäten motivieren. Das Maskottchen schließlich sollte nicht zu sehr in seinen Scherzen bestärkt werden, ernsthafte Beschäftigungen und Gespräche müssen an diesen “Clown” herangetragen werden, etc. Allen diesen Kindern sollte das Erleben von kontrollierbaren Situationen möglich gemacht werden, sie müssen wieder ein eigenes “Fähig-sein” erfahren und echte Handlungskompetenzen erwerben können. Ziel ist sinnvollerweise immer, ein positve(re)s Selbstbild bei Ihnen zu fördern und zu schaffen.
Zu dieser Arbeit: Einführung in die Thematik der Suchtabhängigkeit und die spezifische Betroffenheit von Kindern in Alkoholikerfamilien.
Alkoholikerfamilien: Darstellung der Dynamik in suchtbelasteten Familien, einschließlich der Krankheit an sich, der Co-Abhängigkeit und der Folgen für die Kinder.
Prävention/Intervention in pädagogischen Einrichtungen: Analyse der Anforderungen an Fachkräfte zur Identifikation und Unterstützung gefährdeter Kinder.
Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Strategien und die Forderung nach systematischer Interdisziplinarität im Umgang mit betroffenen Kindern.
Alkoholismus, Kinder aus Alkoholikerfamilien, Suchtprävention, Intervention, Co-Abhängigkeit, Sonderpädagogik, Erziehung, Kindeswohl, Rollenmuster, Familienorientierte Arbeit, Suchtkrankheit, Beratung, Vernetzung, Kinderschutz, Frühförderung
Die Arbeit thematisiert die Situation von Kindern aus Alkoholikerfamilien und zeigt Wege auf, wie pädagogische Einrichtungen durch Prävention und Intervention unterstützen können.
Die zentralen Felder sind Sucht und Co-Abhängigkeit, die Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder sowie konkrete Handlungsstrategien für pädagogische Fachkräfte.
Das primäre Ziel ist es, Lehrern und Erziehern das notwendige Wissen und konkrete Werkzeuge an die Hand zu geben, um gefährdete Kinder in ihrem Umfeld zu erkennen und zu fördern.
Der Verfasser nutzt eine fundierte Literaturanalyse und kombiniert diese mit Erkenntnissen aus der Suchtforschung sowie systemischen und familientherapeutischen Ansätzen der Sozialwissenschaften.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der familiären Suchtdynamiken, die Epidemiologie der betroffenen Kinder sowie spezifische pädagogische Handlungsfelder wie Teamgespräche, Supervision und Vernetzung mit anderen Institutionen.
Kernbegriffe sind Suchtprävention, Intervention, Alkoholikerfamilien, Co-Abhängigkeit, Rollenmuster und interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Die Typologien dienen als diagnostische Anhaltspunkte, um den Krankheitsverlauf und das Verhalten des Abhängigen besser einordnen zu können, was für die gezielte Hilfe im pädagogischen Alltag wichtig ist.
Die Rollen wie "Held", "Sündenbock" oder "Maskottchen" sind Überlebensstrategien, deren Kenntnis der Pädagoge benötigt, um das Kind hinter seinem auffälligen Verhalten zu sehen und professionell zu intervenieren.
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