Diplomarbeit, 2007
90 Seiten, Note: 1,1
1 Prolog
1.1 / Vorwort
1.2 / Dank
1.3 / Einführung
2 Heimat und Fremde
2.1 / »Heimat«
2.2 / »Fremde«
3 Migration
3.1 / Definition
3.2 / Phasen der Migration
3.2.1 / Vorbereitungsphase
3.2.2 / Migrationsakt
3.2.3 / Phase der Überkompensation
3.2.4 / Phase der Dekompensation
3.2.5 / Phase der generationsübergreifenden Anpassungsprozesse
3.3 / Migration als Krise oder potentielles Trauma
4 Kultur
4.1 / Transkultur
5 Transkulturelle Kunsttherapie
5.1 / Transkulturelle Kompetenz
5.2 / Integration und Identität
5.3 / Narration
5.4 / Raum
5.4.1 / „Potential space“
5.4.2 / „Container“
5.4.3 / „Éspace aéré“
5.5 / Therapeutische und künstlerische Bewegungen
5.5.1 / „Die Spur der Form“ // Andreas und Thomas HOLSTEIN
5.5.2 / A line made by walking // Richard LONG
5.5.3 / Pilgerweg // akf et al.
5.5.4 / „Bringing the war home“ // Katja SCHWINN
6 Epilog
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz der Themenkomplexe Heimat, Fremde und Migration für das kunsttherapeutische Handeln. Das Hauptziel ist es, theoretische Hintergründe zu beleuchten, die einen förderlichen kunsttherapeutischen Raum generieren, und dabei die Vernetzung von kulturellen Aspekten mit der Identitätsbildung im therapeutischen Setting zu erfassen.
1.1 / Vorwort
Mein familiärer Hintergrund hatte einen gewissen Einfluss bei der Festlegung des Themas. Beide Elternteile mussten unter den Kriegswirren als kleine Kinder ihre Heimat verlassen und unter wideren Umständen ein neues Zuhause finden. Diese Erfahrungen prägten ihr Leben und ihre Realität. Migratorische bzw. traumatische Erfahrungen und ihre Folgen sind sogenannte »Heiße-Kartoffel-Themen«. Sie werden in den nächsten bzw. übernächsten Generationen wieder bewusst und können ähnliche Symptomatiken auslösen wie in der akuten Ursprungssituation. Daher schien es mir wichtig, mich diesem Komplex anzunähern und daraus mögliche Konzepte und Haltungen für kunsttherapeutisches Handeln zu entwickeln.
Als ich mich auf Literaturrecherche zu den thematischen Komplexen Heimat, Fremde und Migration begab, tauchte ich in jedem Fachgebiet in einen Kosmos ein! Überall offerierten sich mir Informationen, Hypothesen, Perspektiven und Theorien, die es galt zu sortieren, gegeneinander abzuwägen und zu verknüpfen. Ich habe mich bemüht, zahlreiche Aspekte zum Thema »Transkulturelle Kunsttherapie« aus verschiedenen Gebieten wie Ethnologie, Kunst, Kulturgeschichte, Soziologie, Psychologie und Psychoanalyse zu erfassen und zu einem fruchtbaren Einblick zu verbinden.
Die vorliegende Diplomarbeit kann als eine wandernde bzw. migratorische Bewegung aufgefasst werden. Sie bildet zugleich den Abschluss meines Kunsttherapiestudiums. Die mir im Laufe der Zeit begegnenden Aspekte habe ich aufgesammelt und aufgeschrieben. In meiner Arbeit erhebe ich trotz interdisziplinärer Sichtweise keinesfalls einen Anspruch auf Vollständigkeit der Darstellung, vielmehr ist es die Betrachtung eines Teilaspektes aus einem unerschöpflichen und sich wandelnden Themenspektrum.
1 Prolog: Einleitende Reflexion über die persönliche Motivation und den interdisziplinären Ansatz der Arbeit zur transkulturellen Kunsttherapie.
2 Heimat und Fremde: Untersuchung der Polaritäten zwischen dem eigenen, sicheren Raum der Heimat und dem Exil der Fremde als Grundlage für Identitätsbildung.
3 Migration: Analyse von Migrationsprozessen anhand eines Phasenmodells sowie der Einordnung von Migration als potenzielle Krise oder Trauma.
4 Kultur: Auseinandersetzung mit dem Kulturbegriff und Einführung in das Konzept der Transkulturalität als Vernetzung von Kulturen.
5 Transkulturelle Kunsttherapie: Darstellung der kunsttherapeutischen Haltung durch Kompetenzentwicklung, Narration und spezifische Raumkonzepte sowie künstlerische Praxisbeispiele.
6 Epilog: Zusammenführende Betrachtung der Ergebnisse und Bestätigung des Potentials der Kunsttherapie als vermittelndes Instrument.
Transkulturelle Kunsttherapie, Heimat, Fremde, Migration, Identität, Integration, Narration, Psychotop, Potential space, Container, Éspace aéré, Kulturbegriff, transdisziplinär, Trauma, therapeutischer Raum
Die Arbeit untersucht, wie Menschen, die zwischen Kulturen wandern oder flüchten, kunsttherapeutisch begleitet werden können, indem man Heimat- und Fremdheitserfahrungen in den therapeutischen Prozess integriert.
Die zentralen Themen sind Heimat als psychotoper Raum, das Exil der Fremde, der Prozess der Migration in verschiedenen Phasen und die transkulturelle Ausrichtung der Kunsttherapie.
Das Ziel ist die theoretische Herleitung einer Haltung für Kunsttherapeuten, die es ihnen ermöglicht, einen Raum für die komplexen Erfahrungen von Migranten zu schaffen, ohne dabei in starre Kategorisierungen zu verfallen.
Es handelt sich um eine interdisziplinäre theoretische Arbeit, die Erkenntnisse aus Ethnologie, Kulturgeschichte, Soziologie, Psychologie und Psychoanalyse synthetisiert und durch kunsttherapeutische Praxisbeispiele illustriert.
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Heimat und Fremde, dem Phasenmodell der Migration nach Carlos Sluzki, dem Konzept der Transkulturalität nach Wolfgang Welsch und konkreten kunsttherapeutischen Raumkonzepten.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Transkulturalität, Migration, Identitätsbildung, therapeutischer Raum und Narration charakterisieren.
Sie verknüpft psychoanalytische Konzepte (wie den Container oder den Potential space) explizit mit der transkulturellen Perspektive und den Erfahrungen von Heimatverlust.
Er bedeutet, dass Kunsttherapie nicht mehr nur in geschlossenen kulturellen Räumen stattfindet, sondern als hybrider Prozess verstanden wird, der zwischen dem Eigenen und dem Fremden vermittelt.
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