Diplomarbeit, 2010
118 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Untersuchungsgebiet
3 Material und Methoden
3.1 Künstliche Verstecke
3.1.1 Biometrie
3.1.2 Geschlecht und Alter
3.1.3 Temperaturen
3.1.4 Individuelle Identifizierung
3.1.5 Ermittlung des Beutespektrums
3.1.6 Populationsuntersuchung
3.1.6.1 LINCOLN-PETERSEN-Index
3.1.6.2 SCHNABEL-Methode
3.1.7 Warn- und Abwehrverhalten
3.2 Radiotelemetrie
3.2.1 Ausrüstung
3.2.2 Senderimplantation
3.2.3 Versuchstiere
3.2.4 Ortung und Datenaufnahme
3.2.5 Ermittlung der home ranges
4 Ergebnisse
4.1 Fangresultate
4.1.1 Fangzahlen des Jahres 2009
4.1.2 Temperaturmessungen
4.1.3 Effizienz der Untersuchungsmethode
4.1.4 Häutung
4.1.5 Populationsstruktur
4.1.5.1 Altersstruktur und Größenklassen
4.1.5.2 Geschlechterverhältnis
4.1.6 Populationsuntersuchungen
4.1.6.1 Wiederfanghäufigkeit
4.1.6.2 Populationsgröße
4.1.6.3 Habitatgröße und Bestandsdichte
4.1.7 Reproduktionsnachweis
4.1.8 Beutespektrum
4.1.9 Proaposematische Verhaltensweisen
4.2 Radiotelemetrie
4.2.1 Habitatnutzung
4.2.2 Home ranges
4.2.3 Überwinterungsplätze
5 Diskussion
6 Zusammenfassung
Das Hauptziel dieser Diplomarbeit ist die öko-ethologische Untersuchung einer Ringelnatterpopulation, um fundierte Daten für zukünftige Schutzmaßnahmen zu gewinnen. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich dabei mit der Erfassung der Populationsgröße und -struktur sowie der Analyse des Verhaltens, der Habitatnutzung und des Nahrungsspektrums dieser scheuen Tierart.
3.1.7 Warn- und Abwehrverhalten
Die Ringelnatter besitzt ein weites Spektrum von Abwehrreaktionen. Grundsätzlich kann man diese Reaktionen in zwei Bereiche aufteilen. Es handelt sich um defensive Strategien und um proaposematische, also drohende und aggressive, Verhaltensweisen. Gefangene Tiere zeigen keine, einzelne oder unterschiedlich kombinierte Reaktionen.
Zu den defensiven Abwehrreaktionen zählt das – wohl am häufigsten auftretende – frühzeitige Ausweichen (ECKSTEIN 1993). Über Vibrationen im Boden, ausgelöst z. B. durch Schritte, erkennt die Ringelnatter die potentielle Gefahr und begibt sich leise und in Ruhe in ein nahegelegenes Versteck. Dieses kann dichte Vegetation oder ein Nagerbau sein. In den meisten Fällen wird die Schlange dabei nicht bemerkt Wird die Natter jedoch überrascht, kommt es zu einer überhasteten ungerichteten Flucht, bei der nahe gelegene potentielle Verstecke häufig übersehen werden (ECKSTEIN 1993).
Kann die Natter der Gefahr jedoch nicht mehr entkommen und wird ergriffen, entleert sie häufig ihre Praeanaldrüsen. Diese Drüsen enden in der Kloake und während sich das Tier heftig windet, spritzt eine unangenehm riechende, kalkweiße Flüssigkeit in alle Richtungen. Der Geruch haftet über Stunden an Händen und Kleidung und lässt sich auch nicht abwaschen (KABISCH 1978, ECKSTEIN 1993). BLOSAT (mdl.) und ECKSTEIN (1993) stufen die Praeanaldrüsenentleerung als immer vorkommende Reaktion auf die Ergreifung eines Tieres ein. Dies konnte in der vorliegenden Untersuchung jedoch nicht festgestellt werden, weshalb dieses Verhalten als eine eigenständige Reaktion, im Unterschied zum Fehlen von Abwehrreaktionen eines Tieres, bewertet wird.
Eine weitere defensive Verhaltensweise ist die Akinese. Dieses „Sichtotstellen“ kann in unterschiedlichen Formen und Intensitäten auftreten.
1 Einleitung: Einführung in die ökologische Bedeutung der Ringelnatter und Darstellung der wissenschaftlichen Relevanz sowie des Aufbaus der Untersuchung.
2 Untersuchungsgebiet: Beschreibung der geografischen und ökologischen Gegebenheiten des Naturschutzgebietes Davert, insbesondere der Sonderstandorte wie des Bahndamms.
3 Material und Methoden: Detaillierte Erläuterung der angewandten Untersuchungsmethoden, primär der Nutzung künstlicher Verstecke und der Radiotelemetrie.
4 Ergebnisse: Präsentation der erhobenen Daten zu Fangresultaten, Populationsstruktur, Reproduktion, Abwehrverhalten sowie der telemetrischen Analyse der Habitatnutzung.
5 Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Kontext der Fachliteratur und Erörterung der ökologischen Zusammenhänge sowie der Wirksamkeit der gewählten Methoden.
6 Zusammenfassung: Kompakte Wiederholung der wesentlichen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen der Diplomarbeit.
Ringelnatter, Natrix natrix, Feldherpetologie, künstliche Verstecke, Radiotelemetrie, Habitatnutzung, Home Range, Abwehrverhalten, Populationsökologie, Artenschutz, Davert, Münster, Erdkröte, Bufo bufo, Bestandsdichte
Die Arbeit befasst sich mit der Ökologie und Ethologie einer Ringelnatterpopulation im Naturschutzgebiet Davert, wobei insbesondere das Verhalten und die Raumnutzung unter natürlichen und künstlichen Bedingungen untersucht werden.
Zentrale Schwerpunkte sind die Populationsgrößenberechnung, die Analyse der Habitatnutzung mittels Telemetrie, die Untersuchung des Warn- und Abwehrverhaltens sowie die Bestimmung des Nahrungsspektrums.
Ziel ist es, Informationen über die Lebensweise der scheuen Ringelnatter zu generieren, um die Basis für effektive Schutzmaßnahmen im Untersuchungsgebiet zu schaffen.
Zur Datengewinnung werden künstliche Verstecke (Bleche) zur Bestandsaufnahme und die Radiotelemetrie (Senderimplantation) zur Bewegungsanalyse genutzt. Zur Populationsgrößenberechnung dienen der LINCOLN-PETERSEN-Index und die SCHNABEL-Methode.
Der Hauptteil präsentiert die konkreten Ergebnisse zu Fangzahlen, dem Abwehrrepertoire der Schlangen, der Altersstruktur der Population sowie eine detaillierte Auswertung der telemetrischen Daten einzelner besenderter Weibchen.
Typische Schlagworte sind Ringelnatter, Natrix natrix, Radiotelemetrie, Habitatnutzung, Home Range, populationsökologische Untersuchungen und Schutzmaßnahmen für Reptilien.
Es konnte festgestellt werden, dass adulte Weibchen bei Störungen deutlich aggressivere Strategien wie Zischen und Kobra-Stellung wählen, während jüngere Tiere und Männchen vermehrt auf defensive Strategien wie das Fluchtverhalten oder die Akinese (Sichtotstellen) setzen.
Der Bahndamm fungiert als entscheidender Sonderstandort, der optimale Bedingungen zur Thermoregulation bietet und von der Ringelnatterpopulation intensiv als Teillebensraum für Sonnenbäder und Wanderungen genutzt wird.
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